Familienzuwachs: Die Bedürfnisse der Tiere

Familientiere : Familienzuwachs aus dem Tierheim

Im Heim warten viele Tiere auf ein neues Zuhause. Zukünftige Tierhalter sollten sich vor der Anschaffung jedoch genau überlegen, welche Bedürfnisse Hunde, Katzen oder Meerschweinchen haben.

Wer sich dazu entscheidet, ein neues Familienmitglied aus dem örtlichen Tierheim zu holen, sollte sich frühzeitig mit den Ansprüchen der verschiedenen Tierarten auseinandersetzen. „Ein Hund beispielsweise kostet relativ viel Zeit“, erklärt Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. „Man muss mehrmals täglich mit ihm raus und kann ihn nicht während der Arbeit acht Stunden alleine lassen.“ Eine Katze hingegen kann eher allein bleiben, braucht aber ihre Schmuse- und Spieleinheiten und neben Futter stets eine saubere Katzentoilette. Im Idealfall bieten Tierhalter ihrer Katze zudem Freigang nach draußen. Anspruchsvoller als viele denken sind auch kleine Haustiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen. „Mit einem kleinen handelsüblichen Käfig ist es nicht getan“, warnt Schmitz. „Die Tiere brauchen viel Auslauf und Beschäftigungsmaterial und müssen mindestens zu zweit gehalten werden.“ Auch Ziervögel wie Wellensittiche benötigen einen Partner und einige Stunden Freiflug pro Tag in einem sicheren Zimmer.

Über die Bedürfnisse der Tiere können sich Interessenten beispielsweise im Tierheim informieren. Die Mitarbeiter und Helfer achten darauf, dass Tier und zukünftiger Halter zusammenpassen. Das ist besonders wichtig, da jedes Tierheimtier eine Geschichte mitbringt und einen ganz eigenen Charakter aufweist. Zukünftige Tierhalter sollten sich zudem Gedanken über die Betreuung des Tieres im Urlaub und über Kosten für Futter, Streu und Tierarzt machen. „Gerade in Familien muss klar sein, dass Kinder nie allein die Verantwortung für ein Tier übernehmen können“, betont Lea Schmitz. „Als Eltern sollte man sich immer bewusst sein, dass man im Zweifel einspringen muss – ob beim Gassigehen oder beim Gehege säubern.“ Wichtige Faktoren für die Entscheidung sind auch eventuelle Allergien oder Einschränkungen zur Tierhaltung im Mietvertrag. Wer sich nicht sicher ist, kann auch ein Tier auf Probe von Freunden oder Nachbarn betreuen.

Für Familien mit Kindern eignen sich am ehesten ein Hund oder ein Katze. Ob Mensch und Tier zusammen passen, hängt von der Sozialisierung des Tieres in der Jugendphase ab. Wachsen Kind und Hund zusammen auf, verläuft das gemeinsame Miteinander meist problemlos, solange es klare Regeln für beide Seiten gibt. In jedem Fall sollte ein Familienhund gut integriert und nicht ängstlich sein und sich bei Lärm oder wildem Toben jederzeit auf seinen Platz zurückziehen können, ohne durch die Kinder gestört zu werden. Katzen sind eigenständiger als Hunde, unter ihnen gibt es verschiedenste Charaktere. Welches Heimtier die perfekten Eigenschaften für den neuen Halter mitbringt, weiß der Mitarbeiter. „Kleine Heimtiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen eignen sich lediglich zur Beobachtung, es sind keine Kuscheltiere“, betont die Expertin. „Das muss von den Kindern akzeptiert werden.“ Zudem sind einige Tiere nachtaktiv, wie zum Beispiel der Goldhamster und daher wenig geeignet. Wellensittiche oder Kanarienvögel benötigen Artgenossen und viel Platz zum Freiflug. Das macht sie für die meisten Kinder ebenfalls zu wenig attraktiven Haustieren.

Vor der Adoption eines Heimtieres besucht der zukünftige Halter das Tier in der Regel mehrmals. Bei Hunden beispielsweise ist regelmäßiges Gassigehen angesagt. „Wenn man sich sicher ist, dass man ein Tier adoptieren will, dann schaut sich ein Mitarbeiter des Tierheims zumindest bei Hunden und Katzen das neue Zuhause an“, erklärt Lea Schmitz. „Dies dient dazu sicherzustellen, dass das Tier es gut haben wird. Wenn alles passt, wird ein Vertrag unterzeichnet und der neue Halter zahlt eine Vermittlungsgebühr.“ Diese hat einen symbolischen Wert und dient als Schutzgebühr, außerdem deckt sie einen Teil der Kosten, die im Tierheim für die Betreuung und Versorgung des Tieres angefallen sind.