Bienen halten im eigenen Garten: Tipps und Tricks

Insekten : Bienen im eigenen Garten ein Zuhause bieten

Insekten sind wichtig für die Natur und wer einen Garten hat, kann viel für den erhalt der Nützlinge tun.

Die biologische Artenvielfalt hat in den letzten Jahren stark abgenommen und auch Bienen und Hummeln kommen immer seltener vor. Dabei spielen sie in der Natur eine wichtige Rolle, denn sie bestäuben Obstbäume, Gemüsepflanzen und Blumen. Ohne die nützlichen Insekten würden auch wir Menschen große Probleme bekommen. Wildbienen sind, wie Schmetterlinge und andere Insekten auch, durch die Zerstörung wichtiger Lebensräume und den hohen Pestizideinsatz bedroht. Etwa die Hälfte der in Deutschland lebenden Wildbienen steht auf der Roten Liste, rund 30 Arten sind vom Aussterben bedroht.

Mit der richtigen Pflanzenauswahl können Hobbygärtner die Insekten jedoch unterstützen. „Zunächst sollte man eine Bestandsanalyse im Garten machen, welche bienenfreundlichen Stauden und Gehölze bereits vorhanden sind“, erklärt Marja Rottleb, Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Dann geht es an die Planung. „Dabei werden die eigenen Wünsche an den Garten ebenso berücksichtigt wie Abstandsregelungen beim Pflanzen neuer Bäume und Sträucher und die Standortbedingungen.“

Besonders einfach ist das Anlegen einer „wilden Ecke“, die weder gemäht noch betreten wird. Dort wachsen Gräser, Brennnesseln und Klee, die für viele Insektenarten überlebenswichtig sind. Das Gartenjahr beginnt mit Frühblühern, wie Schneeglöckchen, Krokussen und Narzissen. Diese Blumen sind für früh fliegende Insekten besonders wichtig. Zu den ersten Frühlingsboten in der Luft gehören die Hummeln, die jetzt einen neuen Staat gründen und sich dazu über Reisighaufen oder Nistkästen freuen.

Neben der Hummel gibt es in Deutschland rund 560 Wildbienenarten, denen die Vorliebe für Blüten gemein ist. Im Frühjahr benötigen sie zur Nahrungsversorgung ein Angebot an Frühjahrsblühern wie Winterling, Krokus, Weidekätzchen oder Huflattich. „Zur Unterstützung der Wildbienen sollte man heimische Blühpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst für ein durchgängiges Nahrungsangebot sorgen, pflanzen“, empfiehlt der BUND-Naturschutzexperte Magnus Wessel. „So kann jeder Gartenliebhaber einen kleinen Beitrag zum Überleben der Hummeln und anderer Wildbienen leisten.“ Dazu legen Hobbygärtner ein Staudenbeet an, in dem zwischen März und Oktober immer etwas blüht. Marja Rottleb vom Naturschutzbund Nabu empfiehlt Wildstauden und Gehölze, die nicht durch Zucht verändert sind. Besonders beliebt sind Lavendel, Wilde Malve, Astern, Akelei sowie Hornklee, Storchschnabel, Wiesensalbei, Gundermann, Katzenminze und ungefüllte Dahliensorten. „Pflanzen mit gefüllten Blüten sind für Bienen nutzlos“, erklärt die Expertin. Bei diesen Sorten ist es züchterisch gewollt, dass Staubblätter auch Blütenblätter sind. Das sieht zwar schön aus, jedoch finden Bienen hier keine Pollen und Nektar mehr.

Wer großen Aufwand scheut, ist mit dem Wildbeet gut bedient. Denn da viele Insekten in den Halmen der Wildblumen überwintern, sollten die Stauden nur einmal im Frühjahr zurück geschnitten werden. Den Rest des Jahres dienen sie als Nist- und Schlafplatz für Insekten. Im Handel gibt es zudem eine zunehmende Vielfalt an Samenmischungen für Bienen- oder Nutzinsektenweiden. „Viele Wildblumenmischungen ziehen jedoch nur Honigbienen an“, weiß Marja Rottleb. „Daher empfehle ich regionale Saatmischungen aus lokalen Beständen.“ Hier finden dann auch Wildbienen die passende Nahrung.

Auch im Nutzgarten blühen die Pflanzen von Frühjahr bis Herbst. „Besonders bienenfreundlich sind Kürbisgewächse, Zwiebeln, Erdbeeren, Kapuzinerkresse, Ringelblume, Buchweizen, Sonnenblumen, Kartoffeln und Gewürzkräuter wie Dill und Fenchel“, gibt Marja Rottleb Tipps für das Gemüsebeet.

Bei den Obststräuchern sollten Bienenfreunde Stachel- und Brombeeren, wildem Wein und Himbeeren den Vorrang geben. Wer wenig Platz hat, richtet einen bienenfreundlichen Balkon ein. Reich bepflanzte Kästen und Töpfe bieten Platz für Kräuter und Stauden und liefern Hummeln und Wildbienen wichtige Nahrung. Besonders gerne angeflogen werden Kräuter wie Salbei und Thymian.

Mehr von RP ONLINE