Mindesthaltbarkeitsdatum So lange können Sie abgelaufene Lebensmittel noch essen

Düsseldorf · Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH) bei Lebensmitteln abgelaufen ist, kommt die Frage auf, wie lange diese noch genießbar sind. Wer all seine Sinne einsetzt, kann Nahrungsmittel teilweise sogar noch über Wochen darüber hinaus verzehren.

Mindesthaltbarkeit: So lange sind Lebensmittel wirklich haltbar
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So lange sind Lebensmittel wirklich haltbar

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Foto: dpa/Tim Brakemeier

Jedes Jahr fallen laut Statistischen Bundesamt knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Das ergaben zwei Studien, die 2016/2017 und 2020 durchgeführt wurden. Der Großteil davon entsteht mit 59 Prozent (6,5 Millionen Tonnen) in privaten Haushalten. Umgerechnet wirft jeder Verbraucher und jede Verbraucherin 78 Kilogramm Lebensmittel weg. Fünf Prozent der weggeworfenen Lebensmittel landen im Müll, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde, ein Drittel davon sind Molkereiprodukte. Unnötigerweise. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bringt es auf den Punkt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein „Wegwerf-Datum“. Lebensmittel sind darüber hinaus genießbar. Oft sind es nicht nur Tage, sondern auch Wochen oder sogar Monate und Jahre.

Wie weit das Mindesthaltbarkeitsdatum (MDH) bedenkenlos überschritten werden kann, hängt vom jeweiligen Nahrungsmittel ab. Nudeln, Reis und Kaffee enthalten beispielsweise nur wenig Wasser und sind oft deutlich länger genießbar als angegeben. Selbst Joghurt hält oft länger als angegeben – vorausgesetzt, er wurde direkt nach dem Kauf in den Kühlschrank gestellt. Stark gesüßte Lebensmittel wie Ketchup oder Marmelade halten sich auch oft noch lange.

Aufpassen sollten Verbraucher hingegen bei Eiscreme. Durch kurzes Antauen und wieder Einfrieren bilden sich Bakterien, die Magen-Darm-Infektionen verursachen können. Eis sollte kühl transportiert werden. Wird die Kühlkette nicht unterbrochen, hält sich Eis über viele Monate.

Welche Lebensmittel und wie lange haltbar sind, haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt. Dort geben wir auch Tipps, wie Verbraucher Lebensmittelabfälle vermeiden können.

Wie Verbraucher die Haltbarkeit selber überprüfen können

Die wichtigsten Instrumente zur Überprüfung, ob ein Nahrungsmittel unbedenklich verzehrt werden kann, bringt jeder selber mit: Nase, Augen und Mund. Unsere Sinnesorgane schlagen Alarm, wenn etwas nicht mehr genießbar ist. Wer dann noch ein paar Tipps berücksichtigt, ist auf der sicheren Seite. Schimmel, ein muffiger oder stechender Geruch oder schaler Geschmack sind Hinweise, dass ein Lebensmittel verdorben ist.

Was das Verbrauchsdatum bedeutet

Anders sieht es aus beim Verbrauchsdatum. Das wird bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch, Geflügel, geräuchertem Fisch oder bereits geschnittenen Salaten angegeben und sollte eingehalten werden, sonst droht eine Lebensmittelvergiftung. Auf den Verpackungen steht dann zum Beispiel "verbrauchen bis …". Ebenso ist vermerkt, wie das Lebensmittel gelagert werden soll („kühl lagern“). Ist das Verbrauchsdatum überschritten, dürfen die entsprechenden Lebensmittel auch nicht mehr verkauft werden.

Seit 1981 ist das MHD gesetzlich vorgeschrieben für verpackte, verderbliche Lebensmittel. Festgelegt wird das Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum von den Herstellern. Weitere Informationen und Fakten zum MHD und welche Lebensmmittel davon ausgeschlossen sind, haben wir in einer Infostrecke zusammengestellt.

(dw)
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