Plant Based Food und die Black Sapote sind Food Trends 2019

Kochen: Pudding vom Baum

Auf dem Speiseplan stehen 2019 laut Food-Experten Gerichte aus Pilzen, Seetang-Butter und eine Frucht, die nach Schokopudding schmeckt.

Bewusster entscheiden, bewusster einkaufen und essen. Das könnte das Credo von 2019 sein. Eine Frucht, die nach Schokolade schmecken soll, saftiger Kuchen mit Mehl aus Kidney-Bohnen und hochwertigeres Kantinenessen sorgen dafür, dass es auf den Tellern nicht langweilig wird. Zudem sollen Plastikverpackungen und -geschirr verstärkt reduziert werden.

Pflanzenpower statt Askese

Der Verzicht auf tierische Produkte ist schon lange ein großes Thema. Sei es aus ethischen, ökologischen, religiösen oder gesundheitlichen Gründen. Es gibt seit Jahren alternative und neue Lebensmittel, für alle, die auf Fleisch, Milch und Eier verzichten wollen. Während man bisher versuchte, tierische Produkte wie Wurst oder Käse zu imitieren, rückt nun der Gesundheits- und Fitnessgedanke in den Fokus. Der Begriff „Plant Based Food“ ersetze den oft negativ behafteten Terminus „vegan“, sagt Hanni Rützler vom Zukunftsinstitut in ihrem „Food Report 2019“. Das pflanzenbasierte Essen verbietet nicht mehr, sondern macht durch zahlreiche Arten der Zubereitung und durch das wachsende Sortiment in Supermärkten, Gemüse und Getreide zu den neuen Hauptspeisen. Anstatt tierische Produkte nachzuahmen wird aus einer großen Vielfalt von pflanzlichen Alternativen gewählt. Fisch oder Fleisch tauchten höchstens als kleine, willkommene Beilage auf, sagt Hanni Rütlzer. Hülsenfrüchte, Pilze, Algen, Soja und Nüsse sind unter anderem als Proteinlieferanten auf dem Vormarsch.

Kantinenessen wird besser

Zerkochtes oder lauwarmes Essen, dazu eine dürftige Auswahl – Betriebskantinen sorgten bisher meistens nicht dafür, dass dem Besucher das Wasser im Mund zusammenläuft. Das wird sich ändern, meint Expertin Hanni Rützler. „Stattdessen werden die Gerichte frisch vor den Augen der Gäste zubereitet.“ Dadurch könne verstärkt auf Unverträglichkeiten, individuelle Vorlieben, religiöse Speisevorschriften und spezielle Ernährungskonzepte wie Veganismus geachtet werden. Auch der Trend, das gemeinsame Essen als Qualitätszeit zu zelebrieren, ist in den Kantinen und Mensen angekommen. Die Gestaltung der Kantinen ähnelt immer mehr der von Restaurants: Die Pause soll nicht mehr nur möglichst schnell den hungrigen Magen füllen, sondern bei gesundem Essen in angenehmer Atmosphäre auch einen kreativen Arbeitsprozess fördern.


Schokolade ohne Reue genießen
Die exotische Frucht Black Sapote hat unter ihrer grünen Hülle nicht nur dieselbe Farbe wie Schokopudding, sie soll auch so schmecken. Die Frucht aus Mittelamerika soll einen fein-herben Kakao-Geschmack haben und sich ähnlich wie ein Pudding löffeln lassen. Auch als Weiterverarbeitung in Müsli oder als Aufstrich soll das Fruchtfleisch lecker sein. Im Gegensatz zur zuckerreichen Tafelvariante bringt das Fruchtfleisch der Schwarzen Sapote viel Vitamin C und wenige Kalorien mit. Sie ist wohl, wie unter den Food-Bloggern gerne gesagt wird, eine neue Superfrucht. Allerdings ist die exotische Frucht aus Mexiko oder Guatemala nur sehr schwer zu bekommen. In deutschen Supermärkten ist sie bisher nicht erhältlich.

Neues Backen

Gesunde Ernährung und trotzdem Genießen ist 2019 angesagt. Kuchen, Gebäck und Brownies dürfen also auf keinen Fall fehlen. Gesünder und proteinreicher werden die süßen Naschereien, zum Beispiel, indem man Weizen- oder Roggenmehl beim Backen ersetzt. Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit kennen die Alternativen vielleicht schon. Das kann Bananenmehl, Mehl aus Süßkartoffeln oder weißen Bohnen und Kidneybohnen sein. Tatsächlich werden die Kuchen durch den Mehlersatz nicht nur gesünder, sondern auch saftiger. Auch um einen verfälschten Geschmack muss man sich keine Sorgen machen. Bananenmehl schmeckt leicht nussig, gut gewaschene Kidneybohnen schmeckt man im fertigen Kuchen gar nicht mehr heraus. Wer auch noch bunte Farben in seine Backwerke bringen will, der liegt mit Pink dieses Jahr im Trend. Rote Beeren oder Rote Beete verleihen Kuchen, Schokolade oder auch Burgern einen knallig pinken, aber natürlichen Mantel.

Weniger Verpackungen

Während man sich beim Essen nichts mehr verbieten soll, wird auf eine Sache verstärkt verzichtet – Plastik. Wiederverwendbare Frischetüten werden jetzt schon in einigen Supermärkten angeboten, an der Fleischtheke kann man zusätzlich in manchen Geschäften seine eigenen Dosen zum Befüllen mitbringen. Unverpackt-Läden, in denen man alle Waren in mitgebrachten Behältern abfüllen kann, werden immer beliebter. Als Alternative zu Plastiklöffeln und –Strohhalmen gibt es sogar schon essbare Eislöffel und Strohhalme. Aber auch, wer beim nächsten Grillfest Besteck aus Bambus oder Metall mitbringt, tut der Umwelt etwas Gutes.

(ahar)
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