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Eis am Stiel - Tipps zum Selbermachen

Ganz ohne teure Maschine : So macht man sich leckeres Eis am Stiel

Eis am Stiel, Frozen Yogurt und Sahneeis sorgen für Abkühlung an heißen Tagen. Viele Varianten kann man zu Hause selbst herstellen – auch ohne Eismaschine.

Eis schmeckt nach Sommer und nach Kindheit – egal, in welchem Alter. Jede Kugel Vanilleeis oder jede Portion Wassereis, das in der Sonne so schnell schmilzt, dass es schneller aufs T-Shirt tropft als es im Mund verschwindet, trägt den Geschmack unbeschwerter Sommer über die Zunge ins Hirn und weckt Erinnerungen. „An Kindertage, an die Badezeit“, sagt Christina Richon, Autorin zweier Eisherstellungs-Ratgeber und selbst begeisterte Eis-Esserin. „Man assoziiert unheimlich viel mit Eis. Es sind diese außergewöhnliche Haptik im Mund und diese Textur. Eis passt sich an den Gaumen an und zerfließt dann langsam“, beschreibt sie. „Einfach ein angenehmes, wohliges Gefühl.“

Längst muss niemand mehr warten, bis das Bimmeln einer jener mobilen Eisdielen zu hören ist, die Vanille, Schoko und Co. im VW-Bulli in die Wohnviertel rollen. Eis lässt sich zu Hause herstellen – und sorgt an warmen Tagen in allen möglichen Variationen für eine leckere Abkühlung. „Es gibt sehr einfache Eisrezepte, bei denen man die Zutaten einfach in kleinen Förmchen einfriert“, sagt Richon. „Wer aber richtig cremiges Eis wie vom Profi herstellen möchte, der kommt um eine Eismaschine nicht herum.“ Ab knapp 40 Euro seien einfache Modelle zu haben. Alle, die gerne und oft Eis selbst herstellen, sollten gar die Anschaffung einer Eismaschine mit Kompressor in Betracht ziehen. Von der Versuchung, Eis herzustellen und während des Gefrierungsprozesses alle 20 Minuten selbst die Masse umzurühren, rät Richon ab. „Das kann man mal für eine Feier machen, auf Dauer ist das aber sehr umständlich, und das Eis wird nie so cremig wie aus einer Eismaschine.“

Wer auf eine weitere Gerätschaft in der Küche verzichten möchte, dem schlägt Richon die unkomplizierte Variante vor: Eis-Pops. Was früher als „Eis am Stiel“ bekannt war und sich als Saft in Plastikförmchen innerhalb weniger Stunden zur Leckerei verwandelte, gibt es in kreativen Varianten: Ob aus Fruchtpüree oder mit Sojamilch. „Eis aus der eigenen Eisdiele ist günstig und gesünder“, sagt Richon. „Wer Eis selbst macht, kann nur die allerbesten und frischesten Zutaten verwenden. Und: Der Sortenvielfalt sind fast keine Grenzen gesetzt. Sie können experimentieren und immer wieder neue Kombinationen kreieren. So abwechslungsreich und auf den eigenen Geschmack abgestimmt kann kein gekauftes Eis sein.“ Auch auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten könne man eingehen; statt mit Industriezucker mit Honig oder Sirup süßen.

Ihr Tipp, damit auch das Eis am Stiel nicht kristallisiert und cremig wird: „Regelmäßig umrühren in den Förmchen – zum Beispiel mit chinesischen Essstäbchen.“ Je nach Förmchengröße dauere es nicht allzu lange, bis das Eis gefroren sei. „Bei reinem Wassereis sind es maximal vier Stunden.“ Wer es cremiger mag, kann dies durch die Zutaten beeinflussen. Je fetter das Eis ist, desto cremiger wird es – zum Beispiel, indem man Sahne oder Sahnejogurt verwendet oder ein Eigelb mit in die Masse rührt.“

Einer, der Eisliebe zum Geschäftsmodell gemacht hat, ist Matthias Rombey. 2012 eröffnete er in Düsseldorf die erste Yomaro-Filiale. Inzwischen verkauft er seine leichten „Frozen Yoghurt“-Kreationen in 14 Ladenlokalen. Den Erfolg erklärt er mit dem besonderen Geschmack: „Frozen Yogurt liegt nicht so schwer im Magen wie normales Speiseeis; schmeckt erfrischend säuerlich.“ Eine Portion habe bei Yomaro zwischen 200 und 400 Gramm. „Das wären im Vergleich fünf bis sechs Kugeln Eis – das würde ja kaum einer bestellen.“ Die fluffige Konsistenz der Jogurt-Kaltspeise vom Profi nachzuahmen, schaffe man in der heimischen Küche aber nicht ohne weiteres: „Generell braucht man für Frozen Yogurt eine Eismaschine, aber es wird nicht so cremig wie bei uns. Denn wir verwenden zur Herstellung eine Softeismaschine“, verrät der Düsseldorfer. Vereinfacht: Diese mischt der kalten Masse Luft bei und macht sie, ohne dass im Gegensatz zu normalem Speiseeis viel Sahne oder Fett nötig sind, besonders locker. Dieser leichte Geschmack sei es, den die Kunden schätzen. „Frozen Yogurt ist kalorienreduziert und gesünder“, sagt Rombey. Und schränkt dann lachend ein, dass sich aber auch eine vermeintlich leichte Joghurtspeise mit Toppings wie Schokocreme in eine kalorienhaltige Süßspeise verwandeln lasse.

Relativ unkompliziert ist es hingegen, Eisparfait herzustellen, sagt Eisbuch-Autorin Christina Richon. „Es handelt sich um eine Masse, die normalerweise mit Mascarpone, geschlagener Sahne oder Eigelb angereichert wird.“ Diese Masse könne man nach Belieben mit Früchten, Likör oder Mandeln anreichern. „Das Ganze kommt dann in eine Form, zum Beispiel eine Kranzform zum Backen, und wird eingefroren.“. Umrühren müsse man Parfait während des Gefrierens nicht: „Die Masse hat schon Luftigkeit.“ Ist das Parfait nach einigen Stunden fertig, reiche es, die Form kurz in heißes Wasser zu tauchen, zu stürzen und das Parfait dann in Scheiben geschnitten zu servieren. „So hat man ein tolle Eisdessert, ohne dass eine Eismaschine benötigt wird.“


Kirsch-Eis am Stiel

Zutaten 200 g entsteinte Süßkirschen, 1 El Zitronensaft, 3 El Puderzucker, 150 g Mascarpone, 40 g Zartbitterschokolade (70 % Kakao), 2 El getrocknete Sauerkirschen

Zubereitung Kirschen mit Zitronensaft, Puderzucker und Mascarpone fein pürieren. Danach Masse in Eisförmchen füllen und mindestens vier Stunden gefrieren lassen. Die Schokolade grob hacken und in einer Metallschüssel über Wasserbad schmelzen. Abkühlen lassen. Die getrockneten Sauerkirschen fein hacken. Das Kirscheis aus den Formen lösen, die Spitzen kurz in die Schokolade tauchen und mit den Sauerkirschen bestreuen. Auf Backpapier ablegen und kurz antrocknen lassen. Dann nochmals für etwa zehn Minuten tiefkühlen.

Vanille-Schmand-Eis (am Stiel)

Zutaten 1 Vanilleschote, 180 ml Vollmilch, 1 Eigelb, 70 g Schmand, 50 g Puderzucker, 80 g Sahne


Zubereitung Das Mark einer Vanilleschote und die ausgekratzte Schote mit Milch in einen Topf geben und unter Rühren aufkochen. Bei schwacher Hitze fünf Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen, das Eigelb mit zwei Esslöffeln warmer Milch verrühren und mit einem Schneebesen unter die übrige Milch rühren. Unter Rühren wieder erwärmen, aber nicht kochen. Wenn die Masse leicht cremig ist, den Topf in eine große Schüssel mit eiskaltem Wasser stellen und abkühlen lassen. Ab und zu umrühren, die Vanilleschote entfernen. Den Schmand mit Puderzucker glattrühren. Sahne steifschlagen und mit Schmand unter die Milch heben. In Förmchen füllen und mindestens vier Stunden gefrieren.

Die Rezepte stammen aus Christina Richons Büchern, erschienen  im Verlag Gräfe & Unzer.

(cku)