Klima, Tiere, Gesundheit 7 Fakten über vegetarische Ernährung zum Mitreden

Bonn/Potsdam · Vegetarische Ernährung wird zum Trend. Doch was ist wirklich dran am fleischlosen Essen? Welche Vorteile und Nachteile eine pflanzenbasierte Kost bringt, erfahren Sie in diesem Überblick.

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch in Deutschland.

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch in Deutschland.

Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

1. Wie viele Vegetarier gibt es in Deutschland?

2. Wer isst eigentlich welche Kost?

  • Vegetarier meiden Lebensmittel von getöteten Tieren - dazu gehören Fleisch, Fisch und andere Meerestiere sowie daraus hergestellte Produkte.
  • Veganer verzichten auf alle tierischen Produkte, also etwa auch auf Käse, Eier und Honig. Laut dem BMEL-Ernährungsreport 2021 machen sie etwa zwei Prozent der deutschen Bevölkerung aus. Im Vergleich zum Vorjahr lebten doppelt so viele Menschen vegan.
Pesco-Vegetarier essen kein Fleisch, aber durchaus Fisch.

Pesco-Vegetarier essen kein Fleisch, aber durchaus Fisch.

Foto: Christin Klose/dpa-tmn
  • Ovo-Lacto-Vegetarier essen pflanzliche Lebensmittel, Milch, Milchprodukte und Eier.
  • Lacto-Vegetarier essen pflanzliche Lebensmittel, Milch und Milchprodukte, meiden aber Eier.
  • Ovo-Vegetarier essen pflanzliche Lebensmittel und Eier, meiden aber Milch und Milchprodukte.
  • Pesco-Vegetarier - auch Pescetarier genannt - essen pflanzliche Lebensmittel und Fisch.
  • Flexitarier sind flexible Vegetarier, die zwar weitgehend vegetarisch leben, aber gelegentlich auch Fleisch essen. 55 Prozent der Befragten bezeichneten sich im Ernährungsreport 2020 so.
  • Bei Frutariern - auch Fructarier oder Fruganer - handelt es sich um Vegetarier, die auf alle tierischen Produkte sowie auf gekochte und verarbeitete Lebensmittel, darunter auch Gemüse, verzichten. Sie essen ausschließlich Früchte, Nüsse und Samen.
  • Rohköstler verzichten auf tierische Produkte und essen lediglich, was nicht erhitzt wurde. Lebensmittel wie Kartoffeln oder Reis, die roh nicht genießbar sind, bleiben tabu.
Vegetarische Gerichte sind oft kalorienarm und vitaminreich.

Vegetarische Gerichte sind oft kalorienarm und vitaminreich.

Foto: Robert Günther/dpa-tmn
  • Gesundheitliche Vorteile - dazu gleich mehr.
  • Ökologische Gründe: Eine geringere Methan- und CO2-Belastung sowie eine Reduktion des Energie- und Wasserbedarfs in der Landwirtschaft können die Umwelt schonen.
  • Ethische Bedenken: Respekt vor jedem Lebewesen, Ablehnung des Tötens, Massentierhaltung verringern. Zudem kann eine pflanzliche Ernährung dazu beitragen, die Weltbevölkerung zu ernähren.
  • Klimaschutz: Die Tierhaltung trägt weltweit mit über 15 Prozent zu den vom Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen bei. Bei der Produktion pflanzlicher Alternativen entstehen deutlich weniger Treibhausgase. Außerdem wird ein Vielfaches weniger an Wasser, Strom und Fläche verbraucht.
  • Vegetarier haben häufig weniger Probleme mit Übergewicht, weil der Kalorienanteil im Vergleich zu Fleisch geringer ist.
  • Die Blutfettwerte und Blutzuckerkonzentrationen sind niedriger, was das Risiko für einige Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 reduziert.
  • Vitaminen - etwa Vitamin C und Vitamin E
  • Mineralstoffen wie Thiamin, Folat, Magnesium und Kalium
  • sättigenden Ballaststoffen
Schön bunt: Eine ausgewogene Ernährung sollte vielseitig sein.

Schön bunt: Eine ausgewogene Ernährung sollte vielseitig sein.

Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn
  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Bewegung

5. Führt Fleischverzicht zu Mangelerscheinungen?

6. Wie viel sollten Sie täglich an Nährstoffen zu sich nehmen?

7. Wie komme ich schrittweise zum Vegetarismus?

  • Motivation: Machen Sie sich bewusst, was Sie dazu bewegt, sich Gedanken über Ihre Ernährung zu machen. Es kann helfen, sich diese Gründe aufzuschreiben. Bei Zweifeln die Notiz zur Hand nehmen.
  • Vorsätze: Überlegen Sie sich, wie Sie sich fühlen werden, wenn Sie Ihren Vorsatz dauerhaft einhalten. Nach und nach werden Sie geübter darin, Ihren Prinzipien treu zu bleiben und gleichzeitig den unterschiedlichsten Alltagssituationen gerecht zu werden.
  • Anspruch: Setzen Sie sich konkrete und realistische Ziele. Starten Sie mit einem Aspekt - zum Beispiel, indem Sie künftig Kuhmilch in Ihrem Kaffee durch eine Milchalternative ersetzen. Denn die Ernährung umzustellen und zukünftig tierische Produkte gegen pflanzliche auszutauschen, ist ein bedeutsamer Prozess. Es kommt auf Ihr individuelles Tempo an.
  • Hindernisse: Bei Stress und Zeitnot kommt es häufig vor, dass Menschen in alte Verhaltensweisen verfallen. Überlisten Sie sich, indem Sie sich vegane oder vegetarische Rezepte überlegen und den nötigen Einkauf dafür einplanen. Schreiben Sie sich bewusst eine Einkaufsliste und nehmen Sie diese mit. Dann gibt es keine Ausrede.
  • Neugier: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn mal etwas nicht sofort ihrem Geschmack entspricht. Ähnlich wie bei tierischen Produkten ist auch die Vielfalt an pflanzlichen Lebensmitteln groß. Es gibt etwa viele Sorten Pflanzenmilch, die wiederum von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich schmecken.
  • Geschmack: Beim Genuss spielt oft nicht der Nährwert, sondern die Kombination unterschiedlicher Konsistenzen, Temperaturen und Aromen eine Rolle. Daher ist ein altvertrautes Genusserlebnis oft einfacher durch pflanzliche Lebensmittel zu erreichen als gedacht.
  • Erfolge: Gehen Sie nicht zu hart mit sich ins Gericht, wenn Rückfälle passieren und die Umstellung auf pflanzliche Produkte einmal weniger gut läuft. Jeder einzelne Schritt zählt - schätzen Sie auch Zwischenschritte wert. Gratulieren Sie sich jeden Tag, dass Sie sich selbst, den Tieren und der Umwelt etwas Gutes tun.
(dpa)
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