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Jom Kippur 2021: Wann ist Jom Kippur? Was wird an Jom Kippur gefeiert? - Alle Infos zum jüdischen Versöhnungsfest

Jom Kippur 2021 : „Chatima tova!“ zum höchsten jüdischen Feiertag

Im September begehen gläubige Juden ihren höchsten religiösen Feiertag: Jom Kippur. Doch welche Bedeutung hat Jom Kippur? Welche Bräuche gibt es an Jom Kippur? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Inhalt des Artikels

„Chatima tova!“ wünschen sich Menschen jüdischen Glaubens an Jom Kippur. Das ist Hebräisch und bedeutet übersetzt „Gutes Eintragen!“ ins Buch des Lebens. Der Spruch bezieht sich auf die Eintragung in eines der Bücher Gottes. Gott hält die Taten der Menschen schriftlich fest und unterscheidet sie in drei Büchern: Eines für gute, eines für schlechte und eines für durchschnittliche Menschen.

Überall auf der Welt feiern gläubige Juden im September Jom Kippur, den wichtigsten Feiertag ihrer Religion. Es ist ein sehr leiser Tag, da es darum geht, die innere Ruhe zu finden. In Israel ist dies besonders zu spüren: Es gibt kein Programm im Fernsehen oder Radio, die Cafés bleiben geschlossen und auch die Straßen sind frei von Autos.

Bedeutung: Was wird an Jom Kippur gefeiert?

Jom Kippur wird auch „Tag der Versöhnung“ genannt und ist der heiligste Tag im jüdischen Kalender. Denn er beendet eine zehntägige Zeit der Reue, in der sich die Menschen mit allen Freunden und Verwandten vertragen sollen, die sie im letzten Jahr verletzt haben. Mit Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest, endet nämlich kurz zuvor das alte Jahr. Doch laut jüdischer Jahreszählung handelt es sich beim neuen Jahr nicht um 2022, sondern um das Jahr 5782.

Nur durch die Versöhnung mit den Menschen, die man verletzt hat, ist die Versöhnung mit Gott möglich. Nach jüdischem Glauben kann Gott einem erst verzeihen, wenn man sich zuvor mit den Menschen versöhnt hat, mit denen man sich gestritten hat. Doch wer denkt, man könne es sich einfach machen und eine Whatsapp-Nachricht als Entschuldigung schicken, irrt sich. Wer sich im vergangenen Jahr mit einem Freund gestritten hat, muss spätestens an Jom Kippur persönlich um Verzeihung bitten. Denn erst dann kann Gott alle Übertretungen vergeben und einen Neuanfang ermöglichen.

Wann wird Jom Kippur 2021 gefeiert?

Der höchste jüdische Feiertage findet immer zehn Tage nach Rosch ha-Schana, dem jüdischen Neujahrsfest statt und fällt damit jedes Jahr auf einen anderen Tag. Jom Kippur beginnt 2021 am Mittwoch, den 15. September mit Sonnenuntergang und endet mit Einbruch der Nacht am Donnerstag, den 16. September.

Was ist an Jom Kippur verboten?

Es gibt einige Regeln, an die sich gläubige Jüdinnen und Juden an Jom Kippur halten müssen: Sie müssen einen Tag fasten, dürfen also weder essen noch trinken. Nicht einmal ein Schluck Wasser ist erlaubt. Ausnahmen gibt es für Kinder unter zwölf Jahren. Zu den Geboten an Jom Kippur gehört auch, dass Kinder und Jugendliche von der Schule freigestellt werden können.

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Schwangere und kranke Menschen können an diesem Tag nach eigener Einschätzung fasten, müssen es aber nicht. Es ist auch verboten Parfüm, Schmuck und Lederschuhe zu tragen, einer Arbeit nachzugehen und sich zu waschen.

An Jom Kippur ist verboten:

  • zu essen und zu trinken,
  • sich zu waschen,
  • zu arbeiten,
  • Geschlechtsverkehr zu haben,
  • Parfum zu benutzen,
  • lederne Schuhe anzuziehen,
  • Schmuck zu tragen.

Bräuche: Wie feiern die Juden Jom Kippur?

Bereits am Vorabend von Jom Kippur finden Gottesdienste in den Synagogen statt. Dabei beten die Menschen und gedenken ihrer Verstorbenen. An Jom Kippur verbringen viele Juden den ganzen Tag in der Synagoge und besuchen Gottesdienste.

Streng religiöse Juden tragen an Jom Kippur ihr weißes Totenhemd als Zeichen der Reinheit. In diesem werden sie später auch begraben. Einen besonderen Brauch haben orthodoxe Gläubige: Sie lassen dreimal ein Huhn über ihrem Kopf kreisen, damit es ähnlich wie ein Sündenbock die Sünden der Menschen auf sich nimmt. Das Huhn wird nach diesem Ritual geschlachtet und an Bedürftige verschenkt.

Das geopferte Huhn steht bei diesem Brauch nicht nur für den sprichwörtlichen, sondern biblisch überlieferten Sündenbock: Demnach wurden zu Jom Kippur einst die Sünden des Volkes Israel durch den Hohepriester bekannt gemacht und durch Handauflegen symbolisch auf einen Ziegenbock übertragen, den man daraufhin in die Wüste schickte, um so die Sünden verschwinden zu lassen.

Nachdem die gläubigen Juden 25 Stunden gefastet haben, läutet das Schofar, ein Widderhorn, mit einem lang gezogenen Ton das Ende des Feiertags ein.Viele jüdische Familien veranstalten dann ein Festmahl.

Welche anderen Feiertage hat das Judentum?

Das Judentum gehört zu den ältesten Weltreligionen mit einer jahrtausendealten Geschichte. Einige der wichtigsten Rituale und Feierlichkeiten haben wir für Sie zusammengestellt.

Die wichtigsten jüdischen Feiertage

  • Rosch ha-Schana: Das jüdische Neujahrsfest wird im Spätsommer bis Herbst gefeiert und dauert zwei Tage. Dabei bitten gläubige Juden um die Vergebung ihrer Sünden. Hier finden Sie alle ausführlichen Infos zu Rosch ha-Schana 2021.
  • Sukkot: Beim siebentätigen Wallfahrtsfest Sukkot gedenken die Juden im Herbst der Wanderschaft der Hebräer durch die Wüste. Viele Gläubige ziehen über den Zeitraum des Festes in eine Sukka. Das ist eine provisorische Laubhütte, die durch ihren Bau in Erinnerung bringen soll, dass Materialien vergänglich sind, aber Gott ewig ist. Daher wird dieser Feiertag auch Laubhüttenfest genannt.
  • Simchat Tora: Auf die Festwoche Sukkot folgt der Tag zur Ehren der Tora. An Simchat Tora wird das wichtigste Schriftstück im Judentum gefeiert: die Tora.
  • Chanukka: Übersetzt bedeutet Chanukka „Weihung“, da das Judentum zwischen November und Dezember die Befreiung Palästinas von den Griechen und Makkabäer feiert. Die Juden durften unter ihrer Fremdherrschaft ihre Religion nicht ausüben. 164 vor Christus eroberten sie die jüdischen Tempel in Jerusalem zurück und weihten sie neu. Zu Chanukka werden Leuchter in die Fenster der Häuser gestellt, weshalb es auch Lichterfest genannt wird.
  • Purim: Im Frühjahr feiern die Juden Purim und gedenken damit einem wichtigen Ereignis in ihrer Geschichte. Der König Esther rettet die Juden damals vor der geplanten Vernichtung durch die persischen Herrscher.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Fakten über Jom Kippur