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Hundstage 2022: Was sind die Hundstage und woher kommt der Name?​ - Datum, Name und Bedeutung

Sommerhitze : Was sind die Hundstage und woher kommt der Name?

Als Hundstage wird eine bestimmte Hitzeperiode im Sommer bezeichnet. Mit dem Hund hat sie allerdings nichts zu tun. Wann die Hundstage sind und was der Name mit dem Hund zu tun hat, erfahren Sie hier.

Hundstage 2022: Wann sind die Hundstage in Deutschland?

Die Hundstage beginnen 2022 wie in allen anderen Jahren auch am 23. Juli und enden am 23. August. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, erfolgte „die Zuordnung zum Kalender im alten Griechenland.“ Mit Hundstagen ist traditionell die sommerliche Zeit des größten Hitzeaufkommens gemeint, da in Griechenland Mitte Juli bis Mitte August die heißeste Zeit des Jahres war und auch noch ist. Von daher wird der Begriff „Hundstage“ umgangssprachlich für die heißeste Zeit des Jahres verwendet. Diese Zeit des Hochsommers ist die Zeit, in der sich die meisten Menschen nach Urlaub sehnen, verreisen oder daheim das schöne Wetter genießen oder – wenn es zu heiß ist – überstehen möchten.

Woher kommt die Bedeutung Hundstage?

Die Hundstage sind eigentlich kein Wetter- sondern ursprünglich ein astronomisches Phänomen. Benannt sind diese Tage nach dem Sternbild des „Großen Hundes” (Canis Major) und seines Hauptsterns Sirius. Der „Hundsstern“ geht Anfang August zusammen mit der Sonne auf- und auch wieder unter. Das Sternbild des Großen Hundes liegt südlich des Himmelsäquators und südöstlich des markanten Sterns Orion. Es ist sehr gut sichtbar. Die Bezeichnung der Hundstage geht auf Zeit der Antike zurück, er wurde wohl in der Zeit des Römischen Reichs zum ersten Mal benutzt. Doch auch schon davor wurde die Besonderheit dieses Sternbildes erkannt. Vom Aufgang des Sternbildes bis zu seiner vollständigen Sichtbarkeit vergingen immer 30 bis 31 Tage. Die Römer nannten diese Zeitspanne dann schließlich die „Tage vom Großen Hund“.

Doch wie so häufig beriefen sich die Römer wiederum auf die Griechen. Und schon hier gab es den Großen Hund, er war Teil der 48 Sternbilder der griechischen Astronomie, wie sie schon von Claudius Ptolemäus beschrieben wurden. Schriftliche Bezeugungen dieses Sternbilds gehen sogar bis in die Zeit der Babylonier zurück und sind somit noch viel älter. Die Babylonier sahen in diesem Sternbild ebenfalls einen Hund, der das Sternbild des Jägers Orion begleitet.

Bei den alten Ägyptern waren die Göttin Isis und der Gott Anubis in diesem Sternbild symbolisiert, während die Griechen in ihm den Hund der Aurora sahen. Besonders der Hauptstern Sirius stand in den alten Kulturen im Mittelpunkt. Die Ägypter verbanden mit seinem Erscheinen die für sie lebensnotwendige Nilschwemme, durch die ihre Ernten gesichert wurden. Der Aufgang von Sirius galt im antiken Griechenland als ein besonderes Ereignis, er wurde als heliakisch bezeichnet. Dies bedeutet „mit der Sonne aufgehend“. Schon damals war dies die heißeste Zeit des Jahres und in der Mythologie wurde dies mit der Verschmelzung von Sirius und der Sonne erklärt. Bei den Griechen war Sirius so gesehen eher ein negatives Symbol für sengende Hitze und damit nahmen sie die auch heute noch geläufige Beschreibung der Hundstage als Zeit der Sommerhitze vorweg.

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Die drei bekanntesten Sterne des Bildes sind Sirius, Muliphein und Aludra. Sirius ist der am stärksten sichtbare, der schon in der Morgendämmerung zu sehen ist. Muliphein steht am Kopf des "Hundes", ist aber erst bei vollkommener Dunkelheit zu sehen, da er sehr lichtschwach ist. Wenn Aludra zu sehen ist, ist das Sternbild vollständig sichtbar.

Heute sind die Hundstage durch die Richtungsänderung der Erdachse um etwa vier Wochen verlagert. Das heißt, dass in Deutschland der Aufgang des Sirius erst ab dem 30. August beobachtet werden kann. Dann sind die heißen Tage eigentlich schon fast vorbei und der Herbst kündigt sich an. Trotzdem ist die Bezeichnung der Hundstage für die heißeste Phase des Jahres im Sprachgebrauch verblieben. Dies ist übrigens nicht nur in Deutschland so. Im englischsprachigen Raum heißen sie „Dog Days“, im Französischen „La Canicule“, im Spanischen „La Canícula“, „Período Canciular“ oder „Días de las Canículas”, was Hitze und Hitzewelle bedeutet. Im Russichen heißen die Sommerferien „Kanikuly“.

Was haben die Hundstage mit dem Wetter zu tun?

Eigentlich gibt es diese Verbindung nur durch die Jahreszeit, in dem die „Hundstage” auftreten, dem Hochsommer. In dieser Zeit wurden schon immer die heißesten Tage des Jahres gemessen. Dies ist aber ein Zufall, denn die Hundstage sind eigentlich ein astronomisches und kein meteorologisches Ereignis. Doch trotzdem werden die Hundstage nach wie vor mit hohen Temperaturen und einer Hitzewelle gleichgesetzt. Allerdings hat das Erscheinen von Sirius keinen direkten Zusammenhang mit dem Auftreten hoher Temperaturen. Erste Verbindungen zwischen dem Erscheinen des Sternbilds und dem heißen, sommerlichen Wetter stellten jedoch schon die alten Griechen, Ägypter und Araber fest. So erklärten sich arabische Astronomen das Erscheinen einer Fata Morgana in der Wüste als den herabtropfenden Speichel des Großen Hundes. Die Ägypter brachten die wichtigen Nilüberschwemmungen mit den Sternen in Verbindung und die Griechen sahen im Aufgehen von Sirius und der Sonne eine Feuersbrunst, durch die das Aufkommen der großen Hitze zu erklären sei.

Wo liegen die Ursprünge der Hundstage?

Die Ursprünge der Hundstage liegen in der Antike. Die Römer, Griechen, Ägypter, aber auch arabische Astronomen haben den Aufgang des Sterns Sirius, der Bestandteil des Sternbilds des Großen Hundes ist, als besonderes Ereignis angesehen. In früheren Zeiten, in denen der Erfolg einer Ernte entscheidend für das Überleben der Bevölkerung war, lösten die Hundstage jedoch durchaus gemischte Gefühle aus. Zu hohe Hitze war genauso schädlich für die Ernte wie starke Gewitter und Unwetter. Von daher versuchten die Menschen, sich mit Weisheiten und Bauernregeln Mut zu machen beziehungsweise sich auf das kommende Wetter einzustellen.

Hundstage 2022: Bauernregeln

Bevor alles verwissenschaftlicht wurde, nahmen sich die Menschen die Beobachtung der Natur zum Maßstab und leiteten aus ihren Beobachtungen und Erfahrungen Regeln ab. Besonders beim Thema Wetter war dies sehr beliebt. Diese Erfahrungen und das Wissen wurden von Generation zu Generation weitergegeben, in Form von Sprüchen und sogenannten Bauernregeln.

Rund um die Hundstage gibt es eine Reihe von Bauernregeln. Diese zum Teil schon älteren Weisheiten machen deutlich, dass in diesen Tagen schon immer mit Wetter-Extremen gerechnet werden musste. Das konnte Hitze und Dürre sein, aber auch Unwetter mit viel Regen und Überschwemmungen. Als Beispiel sind hier einige der bekanntesten Bauernregeln genannt.

„Sind die Hundstage voll Sonnenschein, wird das Jahr recht fruchtbar sein.“ Damit soll verdeutlicht werden, dass eine alte Regel besagt, dass die Hundstage das Wetter des weiteren Jahres vorhersagen.

„Sind die Hundstage heiß, bleibt's im Winter lange weiß.“ Eine Verbindung von großer Hitze und einem kalten, schneereichen Winter sind bis heute nicht erwiesen.

„Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr – werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten.“ Auch diese Weisheit ist nicht belegbar, doch schmälert den Spaß und auch die Faszination der alten Sprüche in keiner Weise.

„Hundstage heiß, bringen dem Bauern viel Schweiß.“ Dieser Spruch stimmt allerdings zu 100 Prozent, davon können Landwirte, Dachdecker oder Mitarbeiter der Autobahn-Meisterei im Hochsommer ein Lied singen.

„Was die Hundstage gießen, muss die Traube büßen.“ Damit ist die Weinernte gemeint und viel Regen ist für die prallen Trauben in der Tat nicht gut. Wobei heftige Hitze und Dürre auch nicht unbedingt förderlich sein dürften.

„Wie das Wetter an Kassian, hält es noch viele Tage an.“ Damit ist das Wetter rund um den 13. August gemeint. Dies ist der Tag des heiligen Cassianus, eines christlichen Märtyers.

„Ist das Wetter zu Laurenzi schön, lässt ein guter Herbst sich seh'n.“ Der Tag des heiligen Laurentius ist am 10. August und herrscht da schönes Wetter vor, erstreckt es sich noch bis in den Herbst.

„Ist der August am Anfang heiß, wird der Winter streng und weiß, stellen sich Gewitter ein, wird's bis Ende auch so sein.“ Hier werden wieder das schöne Wetter des Sommers mit einem kalten Winter gleichgesetzt. Gewitterwetter prägte zudem auch früher schon die Wetterlage im Sommer.

„Fängt der August mit donnern an, er’s bis zum Ende nicht lassen kann.“ Auch hier wird von einer längeren Gewitterperiode ausgegangen, wenn der August regnerisch beginnt.

„Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr – werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten." Auch ein gutes Beispiel für die Ansicht, dass Sommerwetter dem Regen vorzuziehen ist.

„Wie das Wetter, wenn der Hundsstern aufgeht, so wird's bleiben, bis er untergeht.“ Hier wird die gleiche Aussage noch einmal variiert.

Hier geht es zur Infostrecke: Das sollten Sie über die Hundstage wissen