Hitze 2018: Ist der gelbe Rasen noch zu retten?

Nach der Hitzewelle: Ist der Rasen noch zu retten?

Die Hitzewelle scheint vorerst vorbei zu sein. Ihre Spuren sind jedoch nicht verschwunden: trockenes, gelbes Gras und verdorrte Blumen im Garten und auf dem Balkon. Eine Gartenmeisterin gibt Erste-Hilfe-Tipps.

Von wegen Großstadt-Oase. Statt dichtem Grün und bunten Pflanzen finden viele derzeit einen grüngelben Teppich im Garten, Blumenkästen auf dem Balkon bieten ein Trauerspiel. Zum Glück ist die Hitzewelle wohl vorerst vorbei. Statt über 35 Grad soll es in den kommenden Tagen „nur noch“ 26 bis 30 Grad warm werden. Aber ist das wirklich besser für die Pflanzen?

„Auf jeden Fall. Wenn es nicht mehr über 35 Grad heiß ist, vertragen sie das viel besser und können Wasser auch besser verdunsten“, sagt Susanne Ender, Gartenmeisterin bei Bogies Gartenwelt in Meerbusch. Trotzdem gilt: Von einem Tag auf den anderen sind die Schäden durch die Trockenheit nicht zu beheben. Aber es gibt auch gute Nachrichten: „In der Regel erholt sich das Gras wieder von der Trockenheit. Man sollte dem Rasen deshalb Zeit geben“, sagt Ender. Neu aussäen müssen die meisten Gartenbesitzer also nicht - nur Geduld mitbringen für den Anblick der gelben trockenen Flächen. Balkonbesitzer erleben laut Ender dagegen ein auf den ersten Blick seltsames Phänomen. Viele Balkonpflanzen ertrinken trotz Hitze. „Das liegt daran, dass sie wegen der Hitze immer weiter gegossen werden, die Feuchtigkeit aber nicht mehr aufnehmen und wegen der hohen Temperaturen auch nicht mehr richtig verdunsten können“, erklärt Ender. „So ertrinken die Pflanzen bei knapp 40 Grad Hitze im Topf.“

Damit das nicht mehr passiert, gibt es einen ganz einfachen Trick: „Man nimmt ein trockenes Stöckchen, steckt es in den Blumentopf, und wenn das Holz beim Herausziehen trocken ist, muss gegossen werden.“

  • Fotos : So trotzen die Menschen der Hitzewelle in Düsseldorf

Auch den meisten Balkonpflanzen würde Ender aber erst einmal etwas Schonzeit gönnen. Hölzer wie Hortensien sollten sich mit der Zeit von der Trockenheit erholen. Nur einjährige Blühpflanzen sind nicht mehr zu retten. Für Hecken in Gärten gilt: An den trockensten Stellen etwas zurückschneiden, man sollte sie aber nicht sofort ersetzen.

Wer allerdings darauf wartet, dass er neu pflanzen kann, der sollte das laut der Gartenmeisterin jetzt tun. Die Pflanzen verkraften das Umsetzen bei geringerer Hitze besser und brauchen am Anfang weniger Wasser.

Den Rasen sollte man übrigens immer Wässern. Ein zu viel gibt es hier auch nicht, da das Wasser im Zweifel in die Erde entweichen kann. „Wir raten sogar dazu, lieber nur alle zwei bis drei Tage zu wässern und dafür etwas länger, sodass das Wasser tiefer einsickern kann“, sagt Ender.