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Gut für Garteneinsteiger: Lilien sind Pflanzen mit Blühgarantie

Gut für Einsteiger : Lilien – Schönheiten im Beet

Prächtige Farben, formschöne Kelchblüten, bei vielen Sorten auch ein angenehmer Duft – und all das gibt es schon bei nicht allzu viel Arbeit. Wir erklären, was man für eine gelungene Lilienpflanzung beachten sollte.

Die gute Nachricht zuerst: Sind sie erst einmal am richtigen Standort in den passenden Boden eingepflanzt, stellen Lilien nicht zu hohe Ansprüche und machen auch Garten-Einsteigern das Leben einfach. Alles andere als einfach ist dagegen bei der Fülle an attraktiven Sorten die Auswahl – dafür ist aber auch für jeden Geschmack etwas dabei.

Stefan Strasser aus Erlangen ist Lilienzüchter aus Leidenschaft und Koordinator des Teilnetzwerks Lilium der Deutschen Genbank für Zierpflanzen. In seiner Gärtnerei befindet sich die einzigartige „Lilienarche“, wo das Familienwissen aus fast 50 Jahren Lilienzucht und -kultivierung im wahrsten Sinne Blüten trägt. Neben Neuzüchtungen liegt ihm besonders der Erhalt alter Sorten am Herzen, deren Zwiebeln er in alle Welt verschickt, um so die Verbreitung zu unterstützen.

Er erklärt, dass vor allem asiatische Hybriden (Züchtungen) bei uns verbreitet sind, die auch mit etwas sandigeren Böden klarkommen. Lieber ist vielen Sorten allerdings ein lehmig-humoser Gartenboden. „Wenn Rosen in einem Boden gut wachsen, werden sich dort zum Beispiel auch Trompetenlilien wohlfühlen“, erklärt Stefan Strasser. Das gilt auch für die sogenannten O.T.-Hybriden, eine Kreuzung aus Orient- und Trompetenlilien. Sie werden wegen ihrer enormen Größe, die übermannshoch und bis zu drei Metern reichen kann, auch Baumlilien genannt und erfahren eine gesteigerte Nachfrage.

Reine Orient-­Hybriden, die mit riesigen, stark duftenden Blüten punkten, freuen sich dagegen über Böden mit etwas saurerem pH-Wert, wie er in Moorgebieten vorkommt. Hier kann man sich für den heimischen Garten an Stellen orientieren, an denen etwa Rhododendren, Hortensien oder Erika gut gedeihen. Wichtig für alle Sorten ist, im Boden Staunässe zu vermeiden, da sonst die Zwiebeln faulen und absterben.

Ein Tipp von Stefan Strasser zum Kauf der Zwiebeln: „Wenn Sie sehen, dass Lilienzwiebeln in einem Laden aktuell im Angebot sind, kaufen Sie sie möglichst direkt. Sonst vertrocknen die schuppigen Zwiebeln, die keine schützende Außenhülle haben, dort schnell, und treiben dann nicht mehr aus.“ Ebenso sollten die Zwiebeln dann möglichst kurz nach dem Kauf aus demselben Grund in die Erde.

Lilienzwiebeln kann man tatsächlich vom Herbst bis ins Frühjahr hinein pflanzen, damit sie im Sommer blühen. Grob lässt sich sagen, dass im Frühling gepflanzte Lilien etwa 90 Tage später blühen, Hauptblütezeit ist von Natur aus etwa Juni/Juli. Wie man der Natur für eine noch spätere Blüte ein Schnippchen schlagen kann, verrät der Fachmann auch: „Lilienzwiebeln einfach zum Beispiel im Null-Grad-Fach des Kühlschranks lagern und erst später setzen. Dann treiben sie im Frühjahr nicht aus, man pflanzt sie zum Beispiel erst im Mai und kann noch im August/September die Blüte genießen.“

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Pflanzen muss man übrigens nicht zwingend in ein Beet. Auch in voluminösen Kübeln gedeihen die Schönheiten gut. Hauptsache ist, die Pflanztiefe liegt bei mindestens 30 bis 60 Zentimetern, je nach Sorte, im Kübel kann es auch etwas weniger sein. Als Faustregel kann man sich daran orientieren, die Zwiebel dreimal so tief zu setzen wie sie hoch ist. Das ist zudem ein guter Schutz vor gefräßigen Wühlmäusen. Diese graben ihre Gänge waagerecht etwa 15 Zentimeter unter der Erde, um dort nach Nahrung zu suchen, aber nicht senkrecht nach unten. So finden sie die kostbaren Zwiebeln erst gar nicht, wenn man sie tief genug setzt. Außerdem verfügen Lilien über sogenannte Zugwurzeln, die in der Lage sind, die Zwiebeln weiter nach unten in die Erde zu ziehen. Dadurch überstehen die Pflanzen auch gut trockene Phasen und den Winter, in dem sie einfach in der Erde bleiben.

Ein sonniger bis halbschattiger Standort, die Füße im Schatten und die Stängel zu mindestens zwei Dritteln im Licht, ist für die meisten Liliensorten ideal. Als Starkzehrer brauchen sie ein- bis zweimal im Jahr eine Düngung, am besten mit Kompost, den man zwei Finger dick rund um die Wurzeln, die am Stängel zu erkennen sind, aufbringt, oder einem handelsüblichen Biodünger. Um die Zwiebeln fürs nächste Jahr kräftig zu erhalten, sollte man bei verblühten Lilien zuerst nur die Köpfe abschneiden, die Stängel dann knapp über dem Boden, wenn die Blätter eingetrocknet sind. So zieht die Zwiebel noch Kraft aus der Pflanze.

Wer es im Frühjahr noch nicht geschafft hat, Lilienzwiebeln zu setzen, kann vorgezogene Pflanzen auch problemlos im Sommer im Topf kaufen und auspflanzen, erklärt Martin Becker, Inhaber einer Staudengärtnerei in Dinslaken. Er empfiehlt als Begleitpflanzen unter anderem Lavendel, Ziersalbei und Frauenmantel. Lilienzüchter Stefan Strasser rät ebenfalls zu mehrjährigen Stauden, um den Schönheiten den richtigen Rahmen zu geben, wie zum Beispiel dem Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea) in Weiß oder Rosarot oder auch Phlox, der später blüht als die Lilien und die absterbenden Stängel verdecken kann. Wichtig ist nur, dass man nicht hochwachsende Stauden wie etwa Rittersporn und niedrigwachsende Liliensorten kombiniert – der Lichtmangel würde den Lilien schaden. Gut machen sich dagegen auch verschiedene dichte Gräser, aus denen die Lilienstängel dann herausragen. Bei Bodendeckern sollte man darauf achten, dass diese nicht zu stark wuchernd wachsen und nur sehr flache, kurze Wurzeln bilden. Lilien ernähren sich über ihre Wurzeln direkt am Stängel und an der Erdoberfläche, sodass bei unmittelbarer Nachbarschaft mit Stauden wie Storchschnabel eine Unterversorgung mit Nährstoffen vorkommen kann. Eine Empfehlung vom Experten wären hier kleinwüchsige Sedum-Sorten (Mauerpfeffer).

Bleibt nun, den Anblick eines herrlich farbenfrohen Beetes mit Lilien als Mittelpunkt zu genießen – und das jedes Jahr aufs Neue!