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Garten im Frühling: Umpflanzen, Beschneiden & Säen – was jetzt zu tun ist

Richtige Vorbereitung : So wird der Garten fit für den Frühling

Der Februar ist ideal für erste Arbeiten draußen. Manche Dinge müssen sogar zwingend bereits jetzt erledigt werden. Was in diesem Monat zu tun ist und wie Sie am besten loslegen, erklärt Gartenbautechnikerin Maren Troitzsch.

Im Februar erblüht der Garten langsam wieder zum Leben. Ob Schnee oder Frühlingstemperaturen – erste Gartenarbeiten sind möglich, wenn nicht sogar notwendig. Was jetzt ansteht: Hecke schneiden, Gemüsebeete vorbereiten, Bäume umpflanzen. Wie der Garten sonst noch frühlingsfest gemacht werden kann, verrät Gartenbautechnikerin Maren Troitzsch.

Kann man Pflanzen jetzt schon umpflanzen?

Ja, für Bäume und Sträucher ist jetzt sogar genau der richtige Zeitpunkt. Sie befinden sich gerade in ihrer Ruhephase und benötigen deshalb weniger Nährstoffe und Wasser. Außerdem lassen sie sich leichter transportieren. Zum Umpflanzen eignet sich am besten eine Zeitspanne, in der es nachts friert, der Boden aber nicht mehr gefroren ist.

Die Kälte kann man sich nämlich zunutze machen: Rund um den Wurzelballen einen kleinen Graben ausstechen und über Nacht draußen stehen lassen. Durch den Nachtfrost friert die äußere Erdschicht um den Wurzelballen, sodass der Strauch am nächsten Tag besser an seinen neuen Standort transportiert werden kann. Sommergrünen Gehölzen schadet der Nachtfrost nicht. 

Vom Umpflanzen im Frühling rät die Expertin ab: Befindet sich die Pflanze schon im Blattaustrieb, werden dabei zu viele der wichtigen Feinwurzeln, die für die Nährstoff- und Wasseraufnahme benötigt werden, abgetrennt. „Man nimmt ihnen damit die Möglichkeit, die benötigte Menge Wasser und Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen“, sagt Troitzsch. Für den Baum oder den Strauch bedeutet das mehr Stress, er ist auch anfälliger für Krankheits- und Schädlingsbefall. Deswegen sollte man nicht länger als bis zum März warten.

Wie pflanzt man Gehölze richtig um?

Zuerst sollte man um den Baum oder die Staude einen kleinen Graben ausstechen, um den Wurzelballen vorsichtig aus der Erde zu lösen. Zum Transportieren sollte der Ballen mit einer Decke umhüllt werden, um nicht zu viel Erde um die Wurzeln zu verlieren. Am einfachsten ist es, den Ballen über Nacht einfrieren zu lassen und am nächsten Tag an seinen neuen Platz zu bringen. Dafür muss die richtige Größe des Pflanzenlochs ermittelt werden: Doppelt so breit wie der Wurzelballen und tief genug, dass er vollständig von Erde bedeckt werden kann. Nach dem Einpflanzen den Boden ein wenig auflockern, damit sich die Wurzeln leichter mit der Erde verbinden können. Damit sich die Wurzeln setzen, sollte die Pflanze direkt nach dem Einpflanzen gegossen werden. Dabei die Pflanze stützen, damit sie später von alleine gerade steht. Helfen kann ein Stützpfosten. In den folgenden Tagen regelmäßig gießen.

Welche Pflanzen können jetzt schon gesät werden?

Jetzt ist zwar die richtige Pflanzzeit für Gehölze und Stauden, mit dem Aussäen von Blumenwiesen und einjährigen Pflanzen sollte man sich aber noch Zeit lassen. Dafür ist es noch zu früh, denn Pflanzen keimen erst ab Temperaturen um die zehn Grad. Wer sich allerdings um sein Gemüsebeet kümmern möchte, kann jetzt schon beginnen. Salatpflanzen wie Radicchio, Zuckerhut, Feldsalat, Chicorée und Endivie überleben leichte Minustemperaturen, bei langanhaltendem Frost sollten sie mit einer Folie abgedeckt werden.

Wie kann man seinen Garten jetzt auf den Frühling vorbereiten?

Der Februar eignet sich ideal, um Hecken, Sträucher, Gehölze und Gebüsche zu schneiden. Bis zum 1. März ist dafür noch Zeit, danach gilt das Vogelschutzgesetz. Um Insekten und Vögel zu schützen, ist der Heckenschnitt bis zum 30. September verboten. Trotzdem sollte man seine Hecke nicht bei Minusgraden schneiden, da man die frostempfindliche Pflanze durch offene Schnittstellen gefährdet. Falls doch Baumwunden entstehen, ist jetzt die Zeit, sie zu verwunden. Dafür sollte zunächst der Rand mit einem scharfen Messer glatt geschnitten und anschließend mit Wundverschlussmittel bestrichen werden.

Die Zeit bis zum Frühling sollte auch genutzt werden, um letzte Schädlinge zu bekämpfen, die den Winter überstanden haben und besonders hartnäckig sind. Wer im Herbst Leimringe an seine Obstbäume angebracht hat, sollte sie zwischendurch überprüfen. Falls der Leim nicht richtig haftet, sollte neuer draufgepinselt oder der Ring ausgewechselt werden. Auch unter- und oberhalb des Rings sollte der Stamm auf Schädlinge überprüft und mit einer Drahtbürste abgebürstet werden. Ebenso machen sich Pilzerkrankungen nach langer Trockenheit oder Frostschäden im Garten breit, vor allem bei Laubgehölzen. Man erkennt sie an der Verfärbung des Holzes.

Welche Blumen kann man jetzt schon draußen pflanzen?

Das Wetter wäre im Moment zwar passend, um seine Balkonkästen und Gärten mit Frühjahrsblumen zu verschönern, allerdings rät die Expertin zur Vorsicht: „Wir können ja jetzt nicht wissen, ob es noch einmal frieren wird“. Einige wenige winterfeste Blumen gibt es aber. Wie zum Beispiel das Stiefmütterchen, das dem Frost trotzt und schon im März blüht. Sinken die Temperaturen, schließt die Blume einfach ihre Blüten und öffnet sie, wenn die Temperaturen wieder ansteigen. Bis zu minus 15 Grad kann das Stiefmütterchen aushalten. Auch Krokusse wachsen weiter, wenn draußen Schnee fällt. In ihren Blütenblättern enthalten sie Stoffe, die wie ein Frostschutz wirken und die Zellen vor dem Erfrieren schützen.