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Die Störenfriede (9): Herr Goertz hofft auf Freispruch durch Jessy Wellmer

Die Störenfriede (9) : Herr Goertz hofft auf Freispruch durch Jessy Wellmer

Herr Goertz sinniert über Frauen, die in der Öffentlichkeit aus großen Wasserflaschen trinken. Herr Sieben stellt Theorien über Marlboro Light, Volvic und Desinfektionsmittel von Dr. Beckmann auf. Retten kann beide am Ende nur noch Jessy Wellmer. Die neunte Folge der Störenfriede.

Einmal in der Woche chatten die Redakteurs-Kollegen Christian Sieben und Wolfram Goertz miteinander, um sich nach dem Befinden des anderen zu erkundigen. Beide verbindet eine satirische Sicht auf die Dinge, ansonsten sind sie streng beim Sie. In ihren Gesprächen geht es oft um Alltägliches, gelegentlich um Grundsätzliches, und manchmal steht am Ende sogar eine Erkenntnis.

Goertz Wobei störe ich gerade?

Sieben Ich verstaue Wasserflaschen im Nischenschrank. Ich kann das aber kurzzeitig unterbrechen.

Goertz Haben Sie Kästen im Schweiße ihres Angesichts in den zweiten Stock getragen?

Sieben Plastikflaschen. 0,5 im Sechserträger. Dies ist mein Gebinde der Wahl. Man kann auch mal eine mitnehmen.

Goertz Ich sehe, Sie streamen nicht. Ausnahmsweise etwas, das uns verbindet. Wir sind PET-Boys.

Sieben Wenn Sie jetzt noch sagen, dass Sie nie in der Öffentlichkeit aus Ihrer PET-Flasche trinken, hätten wie heute sogar zwei Gemeinsamkeiten gefunden.

Goertz Das ist aber ein Leichtes. In der Öffentlichkeit trinken nur Frauen aus Flaschen. Meistens sind es Flaschen von überdimensionaler Größe. Man hat das Gefühl, die Damen seien soeben aus einem Dürregebiet eingereist.

Sieben Wir reden heute über Frauen, das finde ich jetzt schon sehr gut. Meiner Beobachtung nach sind es übrigens nicht nur irgendwelche Wasserflaschen. Sondern meist 1,5 Liter fassende Kanister von Volvic. Sehr selten Vittel. Und nie mit Kohlensäure.

Goertz Ja, es muss alles heilige und gereinigte Natur und von gehobener Qualität sein. Die Beobachtung zur Kohlensäure ist sehr aufmerksam von Ihnen. Ich kann es mir nur so erklären, dass irgendwann die "Apotheken-Umschau" oder die "Tina" oder die "Bravo" eine Philippika auf die Kohlensäure gehalten haben, und jetzt darf es in keinem weiblichen Magen mehr blubbern und prickeln. Lieben Sie dieses Prickeln, Herr Kollege?

Sieben Mein Wasser ist feinperlig. Das beste aus beiden Welten. Dies muss Ihnen reichen. Ihre Analyse des Phänomens möchte ich aber gerne ergänzen. Schuld ist Instagram. Heidi Klum, Miley Cyrus und Katy Perry haben jahrelang nur Selfies mit Wasserflasche in der Hand gemacht. Der 1,5 Wasser-Kanister Volvic ist die Marlboro Light der Zehner Jahre. Ihnen als Mediziner müsste das zusagen.

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Goertz Nun, Menschen mit Sodbrennen oder empfindlichen Magenschleimhäuten reagieren auf Prickelwasser tatsächlich zuweilen empfindlich. Ich liebe ja Volvic mit Zitronen-Limetten-Geschmack. Sollte es uns eigentlich beunruhigen, dass wir hier gerade "Product Placement" betreiben?

Sieben Wir machen es wie Schweinsteiger. Wir entschuldigen uns, Jessy Wellmer erklärt öffentlich, dass wir feine Kerle sind, und dann geht es heiter weiter. Glauben Sie, dass die Pandemie dem Trend zum Wasser-Kanister in der Öffentlichkeit ein Ende bereitet hat? Trinken durch eine FFP2-Maske wird schnell zum Waterboarding.

Goertz Ich sehe tatsächlich weniger Frauen mit Fässern in der Öffentlichkeit. Man ist in der Pandemie mit so viel Tragearbeiten beschäftigt, etwa Masken, Hygienefläschchen, Impfausweise, Visiere. Welche Hand soll da noch eine Flasche festhalten?

Sieben Sie haben Recht. Ich selbst trete seit Monaten nur noch mit Rucksack vor die Türe. Ich schaue allerdings nur in Ausnahmefällen in die Handtaschen fremder Damen. Ich vermute ja: Viele von ihnen haben es mit der Zeit einfach vergessen. "Dr. Beckmann Desinfektion Hygiene für unterwegs, 50 ml" ist das neue Volvic.

Goertz Demnächst verkauft Volvic Riesenflaschen im Wollmäntelchen und mit angenähtem Känguru-Beutel, in den Ihr "Dr. Beckmann 50 ml" reinpasst. Die Frau der Zukunft wird das zu schätzen wissen.

Sieben Ich fürchte ja, die Frau der Gegenwart wird vor allem diese Folge unserer Herren-Kolumne zu schätzen wissen. Endlich wird ihnen mal was erklärt. Wahrscheinlich sollten wir schnell aufhören. Und nicht in die Kommentare schauen.

Goertz Kommentare werden überbewertet. Ich melde mich wieder.

Sieben Und vieles war auch einfach wahr. Tun Sie das!