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Nach dem Sturz von Michael Schumacher: Welche Unfälle beim Skifahren drohen

Nach dem Sturz von Michael Schumacher : Welche Unfälle beim Skifahren drohen

Viele Skifahrer halten sich für gut trainiert und fühlen sich auf der Piste sicher. Trotzdem geschehen immer noch viele vermeidbare Unfälle. Wichtig: Kinder sollten von ihren Eltern früh zu angepasstem Fahren erzogen werden.

Viele Menschen freuen sich auf den Winterurlaub, sind aber durch Debatten über Skiunfälle — etwa den von Michael Schumacher — verunsichert, ob sie ihre Sicherheitsmaßnahmen optimieren können. Hier einige Empfehlungen.

Was sollte man generell beim Skifahren beachten? Es sind Binsenweisheiten, die indes unvermindert gelten: Man sollte nur mit angepasstem Tempo fahren und stets auf ausgewiesenen Pisten, nie in unbekanntem Gelände. Außerdem sollte man über ausreichende Fitness verfügen, denn das vermeintlich betuliche Skifahren ist eine körperlich strapaziöse Disziplin. In jedem Fall gilt: Ein Restrisiko besteht immer, auch auf geprüften Strecken kann es vereiste Stellen geben, die Stürze zur Folge haben. Übrigens ist das Fahren in Langlauf-Loipen nicht ungefährlich: Auch dort kann es nach Kurven unerwartete Abfahrten geben, die einen mangels trainierter Bremstechnik aus der Bahn werfen können.

Wie wichtig ist es, aufgewärmt auf die Piste zu gehen? Wie bei jeder Sportart ist der Kaltstart auch beim Skifahren unbedingt zu vermeiden. Gerade weil die Anfahrt im Lift den Körper oftmals auskühlt, sollten vor dem Beginn der Fahrt einige effektive Aufwärmübungen absolviert werden. Die funktionieren auch mit Schuhen. Apropos aufwärmen: Alkohol sollte auf der Piste tabu sein.

Wie gefahrenträchtig ist Skifahren überhaupt? Die Gefahr, einen Skiunfall zu erleiden, ist bei vorsichtiger und dem Können des einzelnen Skifahrers angepasster Fahrweise eher gering. Eine aktuelle Statistik weist für Österreich aus, dass 0,7 Prozent aller Skifahrer einen Skiunfall erleiden. Sicherlich stürzen weitere Sportler, ohne sich dabei zu verletzen — und leichte Verletzungen, die über eine Prellung nicht hinausgehen und selbst behandelt werden können, erscheinen nicht in der Statistik. Dennoch lässt sich sagen, dass das Skifahren ein sicherer Sport ist.

Welche Verletzungen treten besonders oft auf? Entgegen einer weit verbreiteten Annahme sind nicht Beinbrüche, sondern Kreuzband- und Seitenbandrisse im Knie die häufigsten Unfallfolgen auf der Piste. Auch Verletzungen an der Schulter als Sturzfolge sind häufiger als Beinbrüche. Kopfverletzungen treten zwar nur bei wenigen Unfällen auf, sind jedoch besonders schwerwiegend.

Wodurch entstehen die Unfälle? Ein Skiunfall ist am häufigsten ein Alleinunfall in Form eines Sturzes. Falsch eingestellte Bindungen sind dabei wesentlich häufiger für den Sturz verantwortlich als Fahrfehler. Kollisionen mit anderen Skifahrern kommen eher selten vor, bergen jedoch das größere Verletzungsrisiko. Fahrfehler, die zu einer Kollosion mit Bäumen, Felsen oder Bauwerken führen, verursachen die gefährlichsten Unfälle auf der Skipiste.

Was sollten Eltern beachten, wenn ihre Kinder das Skifahren lernen? Kinder lernen meist sehr schnell, die Bretter und Boards richtig zu benutzen. Und genauso schnell sind sie auch ihren Eltern davongefahren. Im Gegensatz zu Erwachsenen zeigen die kleinen Draufgänger erst einmal wenig Respekt vor den Gefahren, die auf dem Skihang lauern. Umso wichtiger ist die spezielle Schutzkleidung, die bei Stürzen oder Zusammenstößen Verletzungen effektiv verhindern kann. Das geht über Helme hinaus; auch Rücken- und Handgelenkprotektoren sind ratsam (aber auch für Erwachsene, die auf Nummer sicher gehen wollen). Wichtig ist, dass die Kinder nie unbeaufsichtigt fahren.

Wie wichtig ist der Helm? Der Skihelm zählt zu den gängigsten und effektivsten Schutzmaßnahmen für Skifahrer und Snowboarder. Allerdings sollte man beim Kauf einige Dinge beachten. Denn nur der richtige Helm bietet ausreichenden Schutz vor Verletzungen. Der Kopfschutz sollte unbedingt der EN-Norm 1077 entsprechen, da diese Modelle die von der EU bestimmten Mindestanforderungen für Funktionalität und Schutz erfüllen. Abzuraten ist vom Kauf sogenannter Schneesporthelme mit der EN-Norm 1078, die lediglich für Velo- und Skateboardfahrer geeignet sind.

Worauf ist bei Helmen für Kinder zu achten? Wichtig ist, dass der Skihelm in der richtigen Größe gekauft wird. Einen zu großen Helm zu kaufen, weil das Kind noch "hineinwächst", ist gefährlich. Die Kopfgröße von Kindern ändert sich nicht so schnell, und bis den Kleinen der Skihelm irgendwann mal richtig passt, bietet er wenig oder gar keinen Schutz, da er leicht verrutscht. Mittlerweile gibt es allerdings auch Hersteller, die verstellbare Skihelme anbieten. So kann der Helm trotz Wachstums einige Zeit länger getragen werden. Weiterhin muss beim Anpassen des Helmes auch die Kopfform beachtet werden. Nicht jedes Modell kann von jedem Kind getragen werden. Vor einer Entscheidung sollten unbedingt mehrere Skihelme anprobiert werden.

(RP)