Vom Anfänger zum Profi Zehn Fakten, die Sie sofort zum Wander-Experten machen

München/Marburg · Wandern Sie schon oder spazieren Sie noch? Wandern wird beliebter und ist für jeden spontan möglich. Dieser Überblick zeigt, wie Sie Anfängerfehler vermeiden und die ersten Touren richtig planen.

Wandern im Sauerland - die 10 besten Ausflugstipps
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Wandern im Sauerland - 10 Tipps für Naturfreunde und Familien

Foto: Sauerland-Tourismus e.V / Klaus-Peter Kappest

1. Was unterscheidet Wandern vom Spazierengehen?

Wandern: Sechs Tipps, wie das Wandern mit Kindern gelingt​
Infos

Sechs Tipps, wie das Wandern mit Kindern gelingt

Foto: RP/Neanderland Tourismus
  • die Natur erleben
  • sich bewegen, aktiv sein
  • etwas für die Gesundheit tun
  • eine Region erleben

2. Welche Wandertypen gibt es - und welcher sind Sie?

  • Diejenigen, die vorwiegend im Urlaub auf Tour gehen.
  • Diejenigen, die das Wandern übers Jahr hinweg in ihrer Freizeit praktizieren, also öfters für Tagestrips den Rucksack packen.
  • im Schnitt 17,8 Kilometer (2019: 15,4 Kilometer)
  • im Schnitt 5,2 Stunden (2019: 4,4 Stunden)
  • Mittelgebirge (62 Prozent)
  • Hochgebirge und Alpen (19 Prozent)
  • Alpenvorland (9 Prozent)
  • flaches Gelände, Küsten- und sonstige Regionen
Herbstwandern in den belgische Ardennen
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Herbstwandern in den belgische Ardennen

Foto: WBT/Dominik Ketz

3. Wie beliebt ist das Wandern?

4. Wie viele Wanderkilometer gibt es in Deutschland?

  • Der Deutsche Wanderverband geht von etwa 300 000 Kilometern an Wanderwegen allein in Deutschland aus. Wer alle ablaufen würde, würde theoretisch 7,5 Mal um den Erdball kommen.
  • Allein 9700 Kilometer der europäischen Fernwanderwege führen durch Deutschland. Diese Wege hat die Europäischen Wandervereinigung (EWV) im Jahr 1969 zur Völkerverständigung initiiert. Heute gibt es zwölf davon - mit einer Gesamtlänge von über 52 000 Kilometern.
  • Um die Pflege der Wanderwege in Deutschland kümmern sich rund 70 landesweite und regionale Gebirgs- und Wandervereine, die sich in etwa 3000 Ortsgruppen mit 600 000 Mitgliedern organisieren. Das zeigen Zahlen des Deutschen Wanderverbands (DWV). Auch Naturparks, Landkreise und Kommunen sorgen für den Erhalt der Infrastruktur.
  • Wege sind mindestens einen Meter breit.
  • Pfade und Steige dagegen sind nur etwa 30 Zentimeter breit - so schmal wie ein Fußstand.

5. Wie unterscheiden sich die Schwierigkeitsgrade?

  • Blau - einfache Bergwege: Sie sind überwiegend schmal, können steil angelegt sein und haben keine absturzgefährlichen Passagen.
  • Rot - mittelschwere Bergwege: Sie sind oft steil angelegt und können abschnittsweise absturzgefährlich sein. Möglich, dass Sie Passagen bewältigen müssen, die durch Drahtseile gesichert sind.
  • Schwarz - schwere Bergwege: Hier werden abschnittsweise auch Ihre Kraxelfähigkeiten geprüft. Einfache Kletterstellen erfordern, dass Sie die Hände zu Hilfe nehmen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich, so der DAV.

6. Typische Fehler vermeiden: Wie beginne ich als Anfänger?

  • Sind die Wege geöffnet?
  • Oder sind sie wegen Schnee oder nach starkem Wind verwüstet?
  • Wie steht es um die technische Schwierigkeit des Weges?
  • Sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt?
  • Besteht Absturz- oder Steinschlaggefahr?
Urlaub in Deutschland: So schön ist das Höhenwandern in den Allgäuer Alpen
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So schön ist das Höhenwandern in den Allgäuer Alpen

Foto: dpa-tmn/Florian Sanktjohanser
  • Distanz: „Fangen Sie mit einer kurzen Strecke an, um reinzukommen“, rät Winter. Anfänger sollten während einer Tagestour laut DAV zunächst nicht über zehn Kilometer laufen. Ansonsten droht Überlastung. Es gehe darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, „wie viele Kilometer ich schaffe, ohne dass es zu sehr anstrengt.“
  • Geschwindigkeit: Aus der Puste sollten Sie beim Wandern nicht kommen und sich unterwegs stets gut unterhalten können. „Wenn man merkt, man schnauft und kann nicht antworten, dann bitte langsamer laufen“, rät Winter. Immer am schwächsten Gruppenmitglied orientieren.
  • Schwierigkeit: Anfänger sollten die ersten Touren nicht zu schwer planen und nicht höher als in Mittelgebirgen einsteigen. Hügel, Kuppen und Berge sollten anfangs 600 bis 800 Höhenmeter nicht übersteigen, rät der DAV. Sonst kann einen die Strecke technisch und körperlich überfordern. „Später können Sie dann auch in die Voralpen fahren“, sagt Stefan Winter.
  • Zeit: Planen Sie genügend Pausen und mehr Zeit als angegeben für die Strecke ein. Die Wander-App mag Ihnen drei Stunden für eine Strecke mit gewissen Höhenmetern vorhersagen. Doch das ist ein Durchschnittswert. Außerdem sollten Sie ein bisschen mehr Zeit einplanen, um die schöne Aussicht am Wegesrand zu genießen.
  • Verpflegung: Niemals sollten Sie zu wenig Essen und Trinken dabei haben, rät der DAV. Beugen Sie der Hungerast vor, also einem Leistungseinbruch aufgrund eines Mangels an Kohlehydraten. Packen Sie im Zweifel mehr Verpflegung ein als nötig. Nicht überall gibt es Möglichkeiten zur Einkehr. „Das vergessen viele Anfänger“, so Winter.
  • Ausrüstung: Anfänger neigen dazu, sich zu teuer und aufwendig auszurüsten. Das ist dem DAV zufolge für Anfänger unangebracht. Wichtig sind gute Schuhe und bequeme Kleidung, die idealerweise atmungsaktiv und regenabweisend ist.
  • Wetter: Vor allem in den Bergen sollten Sie den Bergwetterbericht kurz vor dem Aufbruch unbedingt studieren.

7. Wie sollten Sie bei einem Gewitter in den Bergen reagieren?

  • Grate
  • Felstürme
  • Gipfel
  • wasserführende Bereiche

8. Wie finden Sie geeignete Wandertouren?

  • Tolle Wanderrouten in Deutschland finden Sie online über die Start-Ziel-Suche des Deutschen Alpenvereins.
  • Das Deutsche Wanderinstitut bietet online eine Umkreissuche an, mit zertifizierten Wanderwegen in ganz Europa. Allerdings funktioniert die Suche nicht für alle deutschen Bundesländer.
  • Der Deutsche Wanderverband rät, Websites von Tourismusverbänden, Naturparks und Wandervereinen zu durchforsten, Wanderführer von klassischen Wanderverlagen zu lesen und sich auf den Seiten von Outdoor-Portalen und Apps umzuschauen.

9. Wie weit können Sie wandern?

  • Vier Kilometer in der Stunde laufen die meisten Wanderer im flachen Gelände ohne Pausen.
  • In den Bergen halbiert sich die Laufgeschwindigkeit auf durchschnittlich zwei Kilometer pro Stunde.
  • Sobald Sie erfahrener sind, können Sie im flachen Land mit bis zu 30 Kilometern pro Tag und in bergigeren Gegenden mit rund 15 Kilometern planen.
  • An Höhenmetern sind 300 bis 400 in der Stunde gut machbar. „Wenn die Strecke flach ansteigt, dauert das natürlich länger“, sagt Stefan Winter. In den Bergen seien die Höhenmeter der Faktor, der die eigene Leistung begrenze - nicht die Distanz.
  • Mehrtagestouren sollten Sie erst machen, wenn Sie in der Saison eingelaufen sind, rät Winter. Denn dafür müssen Sie auch fit für mehr Gepäck sein. Mehr als zehn Kilo sollte der Rucksack aber nicht wiegen. Auf Tagestouren reichen etwa sechs bis acht Kilo.
  • Planen Sie mit einer Übernachtung, sollten Sie diese reservieren. Falls Sie Bergwandern gehen, empfiehlt sich die Übernachtung in Hütten. Allein der Deutsche Alpenverein listet mehr als 300 Schutzhütten. Insgesamt gibt es in den Alpen rund 2000 Hütten, da auch andere alpine Vereine Unterkünfte betreiben.

10. Brauchen Sie neben dem Smartphone auch eine Wanderkarte?

  • Der Akku oder die Powerbank sind plötzlich leer.
  • Das GPS-Signal streikt.
  • Das Netz ist zu schwach.
(dpa)
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