Viele jüngere Arbeitnehmer haben ein Problem mit Alkohol

Gesundheitsreport 2019 : Viele jüngere Arbeitnehmer haben ein Problem mit Alkohol

Alkohol und Videospiele sind offenbar die am häufigsten verbreiteten Gesundheitsrisiken bei jungen Erwerbstätigen. Fast jeder zweite war schon einmal bei der Arbeit schlecht drauf, weil er am Vorabend zu viel getrunken hatte.

Rund 16 Prozent dieser Altersgruppe in Nordrhein-Westfalen hätten einen riskanten Alkoholkonsum, der mit erhöhten Folgeschäden und Folgeerkrankungen verbunden sein könne, erklärten der Leiter des DAK-Servicezentrums in Köln, Thomas Rückert, und der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Köln, Stephan Bender, am Freitag in Köln. Mehr als 3 Prozent hätten einen Konsum mit psychischen oder sozialen Folgeschäden. Damit bildet diese Altersgruppe laut DAK-Gesundheitsreport 2019 in diesem Bereich die Spitzengruppe.

Offenbar testeten Jugendliche ihre Grenzen heute überwiegend mit Alkohol, erklärte Bender. Fast jeder Zweite (47,3 Prozent) habe angegeben, wegen Alkohols in den vergangenen drei Monaten am Arbeitsplatz unkonzentriert gewesen zu sein. Jeder Dritte sei deswegen zu spät zur Arbeit gekommen oder habe sie früher verlassen. Die Daten des DAK-Gesundheitsreports 2019 beruhen auf der Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen an die Krankenkasse sowie auf Online-Umfragen der DAK unter ihren Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen.

Als eine neue, nicht stoffliche Suchtform hat sich in den vergangenen Jahren das massive Computerspielen entwickelt. Die Folgen seien ähnlich wie bei Alkohol, Nikotin und Rauschgiften, hieß es. Die sozialen Kontakte würden abbrechen. Zunehmen würden hingegen Reizbarkeit und Interessenverlust gegenüber anderen Hobbys. Dem Report zufolge gibt es in Nordrhein-Westfalen bei 6,7 Prozent der Erwerbstätigen eine riskante Nutzung von Internetspielen. In der Gruppe der 18- bis 28-Jährigen sind es demnach mit 11,6 Prozent fast doppelt so viele.

Das Rauchen ist dem Bericht zufolge bei den jüngeren Erwerbstätigen weniger verbreitet als in anderen Altersgruppen. Bei der Gruppe der 18 bis 29-Jährigen liegt die Quote der Raucher bei 16,3 Prozent. Insgesamt rauche fast die Hälfte (45,4 Prozent) am Arbeitsplatz, hieß es weiter. Etwa jeder sechste Beschäftigte ist dem Report zufolge zigarettenabhängig. Das entspreche 1,6 Millionen Menschen in NRW.

(csi/epd)