Alternative Heilmethoden: Techniker Krankenkasse blamiert sich mit Homöopathie-Tweet

Alternative Heilmethoden: Techniker Krankenkasse blamiert sich mit Homöopathie-Tweet

Mit einem unglücklichen Tweet zum Thema Homöopathie hat die Techniker Krankenkasse in der Nacht für Spott und Verärgerung gesorgt. Über die Social-Media-Abteilung der Versicherung schwappte eine Welle hämischer Entgegnungen hinweg. Was war da los?

Wirkt sie, oder wirkt sie nicht? Über Homöopathie lässt sich wunderbar streiten. Belege für ihre Wirksamkeit gibt es nicht, dennoch wird die alternative Heilmethode von ihren Anhängern leidenschaftlich verteidigt. Sie glauben, dass Wirkstoffe auch dann eine heilende Wirkung haben, wenn sie in Pillen, Tropfen oder Globuli gar nicht mehr nachweisbar sind.

Nun ist es jedem erlaubt, eine eigene Meinung zu Medizinthemen zu vertreten. Heikel wird es indes, wenn sich eine Krankenkasse in aller Öffentlichkeit äußert - und dabei ein zweifelhaftes Verständnis medizinischer Forschung offenbart.

Genau das ist in der Nacht zum Dienstag der Techniker Krankenkasse passiert. Twitter-User Oliver Scheele hatte die Versicherung auf das Thema Homöopathie angesprochen:

Hintergrund der Frage ist offensichtlich, dass Krankenversicherungen wie die Techniker die Kosten für homöopathische Behandlungen übernehmen - obwohl deren Wirksamkeit nicht bewiesen ist. Finanziert wird der umstrittene Heilmittel-Einsatz über die Beiträge aller Versicherten. Ein Social-Media-Mitarbeiter des Unternehmens twitterte flapsig zurück:

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Eine Welle hämischer Entgegnungen schwappt seither über die Techniker Krankenkasse hinweg. Der Vorwurf: Das Unternehmen stellt mit seinem Tweet ein Grundprinzip medizinischer Forschung auf den Kopf - beweisen kann man nur die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden, nicht deren Nicht-Wirksamkeit. Und schon gar nicht liegt die Nachweispflicht bei den Versicherten, sondern bei den Herstellern homöopathischer Mittel.

Mehrfach hat die Kasse inzwischen per Twitter versucht, den Lapsus aus der Nacht wieder einzufangen. "Wir können Eure Aufregung verstehen, aber bitte gebt uns etwas Zeit, mit den für diese Leistung Verantwortlichen zu sprechen", hieß es am Dienstagvormittag. Etwas später dann: "Dieser Tweet tut uns leid, aber auch wir sind Menschen und das Thema polarisiert auch intern."

Immerhin wird der Social-Media-Fehlgriff bei der Krankenkasse wohl niemand den Job kosten - Fehler macht schließlich jeder mal. So lautete der bislang letzte Tweet des Unternehmens:

(rls)
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