Studie: Überlastung der Geburtskliniken in größeren Städten

Studie des Bundesgesundheitsministeriums : Geburtskliniken in größeren Städten oft überlastet

Eine Studie ergab deutliche Unterschiede in der Auslastung von Geburtskliniken. Die Kliniken klagen über die Schwierigkeiteiten, Hebammenstellen zu besetzen.

Laut einer vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung kommt es in größeren Städten teilweise zu einer Überlastung von Geburtsstationen. Es bestünden „ausgeprägte Unterschiede“ in der Auslastung zwischen kleineren Geburtskliniken in ländlichen Regionen sowie Perinatalzentren und Geburtskliniken in größeren Städten, heißt es in der am Freitag in Berlin veröffentlichten Untersuchung. Zudem hätte mehr als die Hälfte der beteiligten Kliniken über Schwierigkeiten bei der Besetzung von Hebammenstellen berichtet.

Anfang 2019 hatte das Bundesgesundheitsministerium „Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Geburtshilfe“ vorgestellt, um eine flächendeckende Versorgung mit Hebammenleistungen auch künftig sicherzustellen. Neben der Vergabe des jetzt vorgestellten Gutachtens gehören dazu unter anderem die bereits erfolgte Einrichtung einer Datenbank zur Hebammensuche durch den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen sowie die Reform der Hebammenausbildung, nach der Hebammen nun in einem dualen Studium auf ihren Beruf vorbereitet werden.

Weiter heißt es in der Untersuchung, einer vielfach geäußerten Unzufriedenheit der Hebammen mit ihrer beruflichen Situation stehe eine generell sehr hohe Zufriedenheit der Mütter mit der Hebammenbetreuung im Krankenhaus gegenüber. Eine mögliche Erklärung dafür sei, dass es den Hebammen trotz der aus ihrer Sicht gestiegenen Arbeitsbelastung nach wie vor gelinge, den Gebärenden eine aus deren Sicht insgesamt sehr gute Betreuung zukommen zu lassen. Die Untersuchung wurde vom Berliner Iges Institut durchgeführt. Befragt wurde Krankenhausmitarbeiter, Hebammen und Mütter.

Die Autoren der Untersuchung sprachen sich für eine Konzentration von stationären Geburtshilfekapazitäten aus. Eine solche Konzentration müsse aber die Erreichbarkeit in ländlichen Regionen im Blick behalten. Zudem müsse es finanzielle Anreize für den Hebammenberuf geben.

(c-st/kna)