Gesellschaftlicher Trend „Selbstoptimierung ist egozentrisch“

Interview · Wer seine Freizeit nutzt, an sich selbst zu arbeiten, hat weniger Gelegenheit, für die Gemeinschaft einzustehen: Die Soziologin Anja Röcke sieht den Trend zur Selbstoptimierung kritisch. Auch wenn sie zugibt, dass er positive Aspekte hat.

 Der Drang, eine bessere Version seiner selbst zu sein, ist groß in dieser Zeit.

Der Drang, eine bessere Version seiner selbst zu sein, ist groß in dieser Zeit.

Foto: imago images

Joggen, um fitter zu werden. Ins Fitnessstudio gehen, um belastbarer zu sein. Beim Spaziergang heute die Schritte zählen, um die Zahl beim Spaziergang morgen zu übertreffen. Selbstoptimierung kann viele Aspekte haben, auch die Einnahme von Aufputschmitteln und Schönheit-OPs gehören dazu. Der Drang, eine bessere Version seiner selbst zu werden, ist groß in dieser Zeit. Aber warum ist er überhaupt da? Und welche gesellschaftlichen Auswirkungen hat er? Wir fragen nach bei Anja Röcke, Gastprofessorin für Allgemeine Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bei Suhrkamp hat sie soeben den Band „Soziologie der Selbstoptimierung“ vorgelegt.