Wie Sie ein Beziehungsende richtig verarbeiten

Beziehung: Conscious Uncoupling — Anleitung zur Trennung

Bei Trennungen kochen die Emotionen über. Die Fetzen fliegen und der Schluss wird allzu oft zum schmerzhaften Rosenkrieg. Manche Paare wollen das bewusst nicht und suchen Hilfe beim Trennungsberater. So funktioniert das friedliche "ent-paaren".

Wer nicht selbst schon eine herbe Liebesenttäuschung erlebt hat, der hat sie mindestens im Freundeskreis schon mitbekommen. Wut, Verzweiflung, Scham und Kränkung — sie sind nur eine kleine Auswahl der extremen Emotionen, die bei Trennungen mit im Spiel sind. Leicht ist nachvollziehbar, warum eine der häufigsten Antworten darauf der Rosenkrieg ist.

"Viele Paare können in einer Trennungssituation nicht mehr miteinander streiten", sagt die Kölner Paartherapeutin Helga Odendahl. Darum schlagen sie blindwütig und rücksichtslos um sich. Im Schmerz über die gescheiterte Beziehung wird nachgetreten und derjenige, den man einst geliebt hat, feindselig fokussiert. Von Rache und Vergeltung getrieben rückt jedes sachliche Gespräch in weite Ferne. Und am Ende liegt da unübersehbar — ein großer Scherbenhaufen.

Hier lesen Sie mehr darüber, bei welchen Warnzeichen die Trennung droht.

Warum der friedvolle Weg der bessere ist

Der hat seine Folgen: "Wer einen Rosenkrieg führt, bleibt negativ miteinander verbunden", sagt Helga Odendahl. In ihrer Kölner Praxis für Psycho- und Paartherapie bieten sie und ihre Kollegen darum Paaren, deren Partnerschaft nicht mehr zu retten ist, Trennungsberatung an. Dabei geht es darum, destruktive Streitfallen zu überwinden und trotz Verletzung und hochkochender Emotionen den Fokus auf sachliche Lösungen zu legen. Obwohl diese therapeutische Hilfestellung keine Krankenkasse übernimmt, machen zahlreiche Paare Gebrauch von ihr.

"Oft sind es Menschen, die zwar für ihre Partnerschaft keine Zukunft mehr sehen, jedoch durch Kinder, ein gemeinsames Geschäft oder Haus weiterhin miteinander verbunden bleiben", sagt Odendahl. In dieser Situation ist es ihnen zwar wichtig, ihre Liebesbeziehung aufzugeben, aber auch danach noch einen guten und friedvollen Umgang miteinander zu pflegen.

Wer sich auf den Weg einer friedvollen Trennung begibt, der hat nach Überzeugung der Paartherapeuten einen entscheidenden Vorteil: Er kann neu durchstarten und negative Erlebnisse alter Partnerschaften hinter sich lassen. Die Gefahr sonst: tiefe Wunden auf beiden Seiten, die selbst in neuen Beziehungen als Narben sichtbar bleiben.

Conscious Uncoupling — ein Trennungsprogramm in fünf Schritten

Denn Altlasten und ein gebrochenes Herz lösen sich nicht einfach in Luft auf. Wissenschaftlichen Studien zufolge überlagert ein furchtbares Beziehungsende die Erinnerung an die gesamte Beziehung und belastet auch künftige Liebesverhältnisse. In welcher Art man einen neuen Partner kennenlernt, hängt nach Meinung der amerikanischen Paartherapeutin Katherine Woordward Thomas entscheidend davon ab, wie man mit seinem letzten auseinander gegangen ist, schreibt sie in ihrem Buch "Lass uns in Frieden auseinandergehen". Die Betroffenen selbst und auch etwaige Kinder profitieren von einer gut beendeten Partnerschaft und einem respektvollen Umgang miteinander. Genau darum geht es beim "Conscious Uncoupling", was übersetzt so viel heißt wie "bewusstes Ent-paaren".

Dieses Trennungsprogramm in fünf Schritten entwickelte Beziehungstherapeutin Woodward-Thomas nach ihrer eigenen Trennung von ihrem Mann. Sie beschreibt folgende fünf Schritte auf dem Weg zum respekt- und liebevollen Umgang mit dem Ex:

Zu guter Letzt werden Sie getrennte Wege gehen. Dennoch sollten Sie die beendete Partnerschaft nicht als verlorene Zeit sehen. Ein großer Teil davon wird eine glückliche Zeit gewesen sein, aus der sich positive Erfahrungen ziehen lassen.

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(wat)
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