Tipps von Liebes-Experten Langeweile in der Beziehung – was dagegen wirklich hilft

Düsseldorf · Lange, stabile Beziehungen sind ein großes Glück. Doch manchmal können sie sich ein wenig eintönig anfühlen. Experten haben untersucht, welche kleinen Tricks wirklich helfen, um lange miteinander glücklich zu bleiben.

 Glückliches Paar im Bett (Symbolfoto).

Glückliches Paar im Bett (Symbolfoto).

Foto: Shutterstock/Kamil Macniak

Fragt man langjährige Paare nach ihrem Erfolgsrezept, ist der häufigste Ratschlag: „Reden, reden, reden“. Natürlich ist das richtig: Offenheit, Austausch und Verständnis sind die Basis jeder funktionierenden Partnerschaft. Doch das allein schützt nicht davor, dass die Liebe irgendwann nur noch verwaltet wird.

In einer langjährigen Beziehung entwickeln sich Alltagsrituale, die das Zusammenleben organisatorisch leichter machen - aber auch ihre Schattenseite haben: Ein Gefühl der Eintönigkeit kann sich breit machen. Im Trott der Alltagsroutinen kann in Vergessenheit geraten, warum man den anderen liebt. Die Lösung liegt auf der Hand: Alltagsroutinen bewusst durchbrechen.

Hier sind sieben Ideen für kleine Veränderungen im Alltag, die eine langjährige Beziehung wieder spannender machen:

  • Immer wieder neu investieren

Eines der Geheimnisse von Partnerschaften, die sich weiter spannend anfühlen: Beide Seiten investieren ineinander. Geschenk ist zum Beispiel nicht gleich Geschenk. Wenn man stundenlang angestanden hat, um das letzte Exemplar von etwas zu ergattern, das sich der Partner besonders wünscht, vermittelt man dem anderen seine Wertschätzung. Übrigens: Auch sich selbst erinnert man durch eine solche Aktion daran, wie wichtig der Partner ist. Man mache mit solchen Aufmerksamkeiten nicht nur dem Gegenüber eine Freude, sondern sorge auch gleich dafür, dass man selbst verliebter sei, sagt Horst Wenzel, Beziehungscoach und Inhaber der Flirtuniversity in Köln.

  • Micro-Dating

Micro-Dating bedeutet: Sich im Alltag kurz Zeit für bewusste Momente miteinander nehmen. Das kann eine kurze Kuscheleinheit vor dem Aufstehen sein, ein tiefer Blick in die Augen oder eine liebevolle Umarmung zwischendurch. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Paare, die solche Momente bewusst genießen, glücklicher und zufriedener sind.

  • Etwas Neues ausprobieren

Was mag der andere? Wie verhält er sich in welchen Situationen? Dass man unentwegt neue Erfahrungen mit seinem Partner sammelt, macht die Kennenlernphase so aufregend. Nach Jahren des Zusammenseins hingegen kennt man sich in- und auswendig. Darum rät die amerikanische Psychologieprofessorin Sadie Leder Elder in ihrem Blog „Psychology Today“ Paaren, „das Neue“ zurück in die Beziehung zu holen. Dieser Effekt ist durch Studien belegt: Paare, die oft gemeinsam Neues ausprobieren, sind im Schnitt länger glücklich miteinander. Wem die Ideen fehlen, der findet im Blogpost von Sadie Leder Elder (englischsprachig) 50 Vorschläge welche neuen Erfahrungen Paare gemeinsam machen können. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug in einen Escape Room, einer Schneeballschlacht oder gemeinsamem ehrenamtlichen Engagement in einem Tierheim?

  • Kleine Gesten sagen mehr als Worte

Der Satz „Ich liebe dich“ ist schön - aber wie viel bedeutet er noch, wenn der Partner im Alltag ständig gestresst und achtlos auf sich selbst konzentriert ist? Frischverliebte zeigen sich in vielen kleinen Dingen ihre Zuneigung - nicht nur mit Worten. Ob sich die Partner auch non-verbal einander zuwenden, ist ein wichtiges Anzeichen dafür, ob die Beziehung frisch geblieben ist, schreibt der amerikanische Paartherapeut und Bestseller-Autor John Gottman. Dabei geht es nicht um große Gesten, sondern wirklich um Kleinigkeiten: Etwa der Partnerin morgens den Kaffee ans Bett bringen, ihr beim Einkaufen die Lieblingsschokolade mitbringen - wer auf solche Gesten achtet, sorgt dafür, dass der Satz „Ich liebe dich“ nur noch eine Bestätigung dessen ist, was man ohnehin ausstrahlt.

  • Verletzungen bewusst wieder ausgleichen

Selbst Konflikte bergen das Potential für einen Frischekick. Dann nämlich, wenn man den Ärger nicht einfach herunterschluckt. Am besten sei es, sich das Wiedervertragen zu erarbeiten, sagt Paarberater Wenzel. Das kann mühsam sein, ist aber wichtig. Der US-Therapeut Gottman hat in Paarstudien über viele Jahre beobachtet, wie sehr kränkendes Verhalten den Kern einer Partnerschaft angreift. Seine Faustformel ist deshalb, dass Liebe und Streit in einem Verhältnis von fünf zu eins zueinander stehen sollten. Darum kann es nach einer plötzlichen Motzattacke sinnvoll sein, sich mit mehreren kleinen Aufmerksamkeiten zu entschuldigen. Fünf positive Signale sind Gottmans Studien nach nötig, um einen negativen Verhaltensausrutscher auszuradieren.

  • Gewohnheitssex ist besser als sein Ruf

Wie gut eine Beziehung ist, lässt sich nicht daran messen, wie viel Sex es gibt. Dennoch gehört körperliche Nähe für die meisten zu einer erfüllenden Partnerschaft. „Wenn es im Bett gut läuft, wird dem anderen vieles verziehen“, sagt Wenzel. Es kann sich also lohnen, einen Blick darauf zu werfen, was sich im Bett verändert hat. Ist der Sex kürzer geworden? Ist er leidenschaftslos? Oder findet er gar nicht mehr statt?

Kinder, die ständig mit im Ehebett schlafen,sind nach Einschätzung des Liebesexperten schon fast eine Garantie dafür, dass sich die körperliche Liebe aus der Beziehung verabschiedet. Hilfreich hingegen: eine entspannte Situation, die man bewusst herbeiführt. Wenzel rät zu Einstiegsritualen wie einem gemeinsamen Glas Wein oder etwas Musik. „Suchen Sie nach Zündeffekten, wie nach dem Duschen den anderen zu überraschen“, sagt der Liebescoach.

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