Wearable "Lovely": Neue App soll unseren Sex optimieren

Wearable "Lovely": Neue App soll unseren Sex optimieren

Ob Sport, Ernährung oder Schlaf: Fast jeden Bereich des Lebens können wir mithilfe technischer Gadgets vermessen und optimieren. Mit einer neuen Erfindung hält der Vermessungswahn nun Einzug in den wohl privatesten Bereich des Menschen: Das Sexleben.

Das technische Gerät ist Sexspielzeug und Wearable in einem und ähnelt einem Ring aus Weingummi, den man sich an den Finger stecken kann. In diesem Fall handelt es sich allerdings nicht um Weingummi, sondern um Silikon, und auch nicht um einen Finger, sondern das männliche Geschlechtsorgan.

Das Wearable " Lovely" vermisst die Bewegungen von Paaren während des Sexualaktes und sendet diese Daten an die zugehörige App, die anschließend eine individuelle Auswertung vornehmen soll. Neben der verbrauchten Kalorienanzahl, der Dauer und der Geschwindigkeit eröffnet die App dem Paar auf Grundlage der vorliegenden Daten dann Vorschläge für neue Stellungen, die das Liebesleben bereichern könnten. Insgesamt soll die Datenbank der App über 120 verschiedene Stellungen verfügen.

Was pulsfrequenzmessende Jogger, schrittzählende Büroangestellte und karolierenzählende Ernährungsbewusste schon längst kennen, erreicht im Rahmen der Selbstvermessung nun also auch das heimische Bett. Eine Gruppe von Designern und Ingenieuren aus San Francisco hat das Sexspielzeug entwickelt, das nicht nur die Lust während des Aktes steigern, sondern eben diesen im selben Atemzug verbessern will. "Es gibt jede Menge vibrierende Sexspielsachen, aber nur wenige Innovationen, die eine wirkliche Verbesserung des Sexlebens anstreben. Das wollen wir mit dem Lovely ändern", erklärt Jakub Konik, Gründer von Lovely Inc., in einem Video.

Ob nun Sex-Wearable oder Puls-Uhr: Mit dem Gesundheitstracking verraten Nutzer ihrem Gadget teils pikante Informationen über ihr körperliches Wohlbefinden. Visionäre der Branche denken sogar so weit, dass die Gesundheitsdaten vom Endgerät an eine Cloud und von dort direkt an den eigenen Hausarzt übermittelt werden könnten. Mit der Datenspeicherung auf dem Smartphone oder in einer Cloud besteht jedoch auch immer die potentielle Gefahr, dass sich Außenstehende Zugriff auf diese Daten erschleichen können. So kritisierte der Soziologe Harald Welzer zum Beispiel auf der Digitalkonferenz Republica 2015, dass mit der ständigen Vernetzung die Privatheit verloren gehe. Auch die Gefahr, durch das Vermessen einem regelrechten Leistungsdruck zu verfallen, sollten Tracker nicht unbeachtet lassen.

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Die Optimize-yourself-Bewegung ist dennoch längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wird von diversen Technologie-Anbietern mit jeder Menge Gadgets und Wearables befeuert. So schätzt das US-amerikanische Unternehmen Gartner, dass dieser Markt im Jahr 2016 bereits fünf Milliarden Dollar umfassen wird, Tendenz steigend.

Vom Sex-Wearable "Lovely" wurden bereits erste Prototypen entwickelt, zu kaufen gibt es das Gadget allerdings noch nicht. Gerade läuft auf der Plattform Indiegogo eine Crowdfunding-Kampagne, über die die Entwickler das nötige Geld für den Produktionsstart sammeln wollen. Insgesamt benötigen sie dafür 95.000 US-Dollar, 40 Prozent des Funding-Ziels sind bereits erfüllt.

Allerdings endet die Kampagne am 08. Juli. Es könnte also knapp werden, bis zum Kampagnen-Ende die volle Summe von freiwilligen Spendern zusammen zu bekommen. Dann wäre das Projekt "Sex-Wearable" zumindest zunächst einmal gescheitert - bis das nächste Unternehmen mit einer neuen Idee um die Ecke kommt.

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