Fünf Denkfehler bei der Partnersuche

Wenn Singles eine Beziehung suchen: Fünf Denkfehler bei der Partnersuche

"Die besten Männer sind ohnehin schon weg“ oder „Irgendwie gerate ich immer an so Zicken“ - Die Antwort darauf, warum so mancher noch Single ist, basiert oft auf Denkfehlern. Wir räumen mit fünf davon auf.

In Deutschland leben mehr als 17 Millionen Menschen allein. Die meisten davon leben in NRW. Stellt sich die Frage: Wollen diese Menschen wirklich alle alleine sein? „Nein“, ist sich Paartherapeutin Verena Lauer sicher: „Viele stellen einfach extrem hohe Ansprüche.“ Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch das Statistische Bundesamt. Demnach sind es vor allem Frauen, die ihre eigenen Ansprüche an einen Partner für zu hoch einschätzen. Bei Männern hingegen sei oft Schüchternheit der Grund fürs Alleinsein. Bei der Suche nach dem passenden Deckel zum Topf werden manchem jedoch auch wiederkehrende Denkmuster zur Falle. Das sind die fünf gängigsten:

  • 1. Bei allen klappt es, nur bei mir nicht.

Es schien alles perfekt zu sein, doch jetzt ist alles zu Ende. Dass das schmerzhaft ist, ist keine Frage. Kein Grund aber, sich in die Opferrolle zu begeben, findet Singlecoach und Bloggerin für Beziehungsthemen Simone Sauter. „Immer passiert mir so etwas“ oder „Typisch, dass mein Partner fremd geht“ – hinter solchen Gedankenmustern stehe der Blick nach außen. „Statt zu fragen: Wie kann ich dafür sorgen, dass es mir besser geht? richten viele reflexartig den Blick von sich weg“, sagt Sauter. Sie hält das für eine der Ursachen, die immer wieder zum Scheitern von Beziehungen führen. Wichtig sei es genau jetzt auf die eigene Rolle in der zerbrochenen Beziehung zu schauen und den Schmerz der Vergangenheit zuzulassen.

Was den meisten Dauersingles wirklich fehle sei ein ausreichendes Maß an Selbstliebe. „Wenn ich selbst nicht viel von mir halte, wie soll es denn dann ein anderer tun?“, fragt Sauter. Viele strahlen ihre negative Grundhaltung und den fehlenden Glauben an sich aus und bleiben darum letztlich allein.

„Typischerweise landen Menschen mit zu wenig Selbstliebe gehäuft in Beziehungen, in denen sie schlecht behandelt werden“, sagt Singlecoach Verena Lauer. Die Erklärung für immer wiederkehrende schlechte Beziehungserfahrungen liegt nach Auffassung der Coachs in den frühen Erfahrungen der Betroffenen. Wie war das Verhältnis zu den Eltern, zu Geschwistern und Freunden? Viele Ängste und der schlechte Blick auf das eigene Ego rührten von schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit, die sich als Denkmuster einbrennen. „Diese Menschen nehmen mit „Du bist nicht gut, wie du bist“, sagt Sauter. Solche Erlebnisse schreiben sich laut Lauer in das persönliche Drehbuch und beeinflussen die persönlichen Empfindungen und die Sichtweise. „Nicht ohne Grund ist die Scheidungsrate von Scheidungskindern doppelt so hoch wie die von Kindern aus glücklichen Familien“, sagt Sauter. Wer aus solchen Gedankenmustern ausbrechen wolle, müsse nach Meinung der Expertinnen herausfinden, was sein Beziehungsdenken in der Vergangenheit geprägt hat.

  • 2. Dir läuft die Zeit davon, gib Gas!

Mal eine kurze Affäre hier und eine Liebschaft da, aber der Start in eine ernsthafte Beziehung lässt weiter auf sich warten. Für manchen liegt da auf der Hand: Ich bin schon zu lange alleine, ich habe zu viele Spleens entwickelt. Die Motivation, sich zudem auf die Macken eines anderen einzulassen, ist zu gering. Für Sauter ist auch das ein vorgeschobenes Argument. „Es mag ein weiterer Glaubenssatz sein, aber eine logische Erklärung dafür, dass es nicht klappen soll, ist es nicht“, sagt sie. Wer sich wirklich einen Partner an seiner Seite wünscht, der sei auch offen für Kompromisse. Die Angst mit 80 noch Single zu sein, ist nach Einschätzung der Singelcoaches unbegründet.

Der passende Partner kommt genau dann, wenn es an der Zeit ist. Manchmal steht er auch einfach vor der Tür. „So war es bei meinem Bruder. Als es bei ihm an der WG-Tür klingelte, ahnte er nicht, dass dort einmal seine künftige Frau stehen würde“, sagt Sauter. Krampfhaftes Suchen nach dem potentiellen Partner sei ebenso ein Garant fürs Scheitern wie zu resignieren und in einer passiven Rolle zu sein. „Diejenigen, die aktiv werden, sind oft erfolgreich“, sagt Psychologe Guido Gebauer von der Partnervermittlung Gleichklang.

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  • 3. Ich bin zu alt

„In meinem Alter ist eine Partnersuche sinnlos – Senioren, die so denken, machen sich selbst zu Singles“, sagt Gebauer. Sich zu verlieben sei keine Frage des Alters, sind sich die Coaches einig. Mit 20 könne man sich ebenso verlieben wie mit 70.

  • 4. Gegensätze ziehen sich an

Faszinierende fremde Welt: Eigenschaften und Interessen, die man selber nicht hat, mögen aufregend und anziehend wirken. Aber wer das Gegenteil von sich selbst suche, wird laut Gebauer oft unglücklich. Denn Gegensätze führen nur zu kurzzeitiger Faszination. Für eine langfristige und glückliche Beziehung hingegen sind nach Auffassung der Beziehungscoachs Gemeinsamkeiten grundlegende Basis. Nichts sei schöner, als Interessen gemeinsam zu verfolgen. - Vorsicht aber auch vor zu viel Gemeinsamkeit! Paare, die sich wiederum ausschließlich über Gemeinsamkeiten definieren seien laut Sauter gefährdet für emotionale Abhängigkeit. Durch die enge Symbiose zueinander werden andere soziale Gefüge wie beispielsweise der Freundeskreis unwichtig. Kommt es dann zum Beziehungsende, breche der einzige soziale Pfeiler weg.

  • 5. Es muss gleich beim ersten Mal kribbeln.

Liebe auf den ersten Blick mag romantisch sein, doch entstehen viele Beziehungen aus der zweiten Chance. „Dass Sympathie da ist, reicht für ein zweites Date aus“, sagt Sauter. Meist ist sexuelle Anziehung der Auslöser für den direkt überspringenden Funken. Der allein reiche für eine erfüllte Beziehung aber bei weitem nicht aus. Viele glückliche Paare lernen sich laut Gebauer erst mit der Zeit kennen.

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