Entgegen Bundestrend: Zahl der Abtreibungen in Nordrhein-Westfalen steigt

Entgegen Bundestrend: Zahl der Abtreibungen in Nordrhein-Westfalen steigt

Entgegen dem Bundestrend ist in NRW die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gestiegen. Laut Statistischem Landesamt ließen im vergangenen Jahr landesweit 21.041 Frauen einen Abbruch vornehmen.

Das waren 258 oder 1,2 Prozent mehr als im Jahr davor, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Deutschlandweit sank die Zahl der Abtreibungen im vorigen Jahr laut Statistischem Bundesamt um 0,5 Prozent auf rund 98.700, der niedrigste Stand seit 1996.

So hat sich die Zahl der Abtreibungen in Deutschland seit 2002 entwickelt. Foto: Stat. Bundesamt | Radowski

In NRW waren laut Statistik rund 90 Prozent der Frauen zum Zeitpunkt des Abbruchs 18 bis 39 Jahre alt, sieben Prozent 40 Jahre oder älter und drei Prozent minderjährig. 96,5 Prozent der Abbrüche erfolgten im Anschluss an die gesetzlich vorgeschriebene Beratung. In den übrigen Fällen lag eine medizinische oder kriminologische Indikation vor.

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Denn ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland nach Paragraf 218 des Strafgesetzbuches rechtswidrig, wird jedoch nach Paragraf 218a unter bestimmten Voraussetzungen bis zur 12. Schwangerschaftswoche und in Ausnahmefällen auch danach geduldet. Die Frau muss sich vor dem Abbruch etwa beraten lassen. Wenn die Frau vergewaltigt wurde oder Gefahr für das Leben der Mutter besteht ist ein legaler Abbruch auch nach der vollendeten zwölften Schwangerschaftswoche möglich.

Mehr als die Hälfte der Frauen hatte vor dem Abbruch mindestens ein Kind geboren, wie es hieß. Darunter befanden sich 2.778 Frauen mit drei oder vier sowie weitere 386 Frauen mit fünf oder mehr Kindern.

(klik/KNA/RP)