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Erschreckend und doch harmlos: Pavor Nocturnus betrifft vor allem Kleinkinder

Erschreckend und doch harmlos : Pavor Nocturnus betrifft vor allem Kleinkinder

Hamburg/Berlin (RPO). Meist passiert es kurze Zeit nach dem Einschlafen. Plötzlich ertönen schrille Schreie aus dem Kinderzimmer, das Kind zittert und ist völlig von der Rolle, dabei aber gleichzeitig nicht ansprechbar. So beschreibt Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), den sogenannten "Pavor Nocturnus".

"Bei dem nächtlichen Schreck handelt es sich um ein spezielle Form des Albtraums, die aber harmlos ist", erklärt Fegeler.

Der Nachtschreck ist ein häufiges Phänomen im Kleinkindalter. "Die Kinder erwachen hocherregt, weinen, schreien oder wollen loslaufen", sagt Fegeler. Eltern, die nun versuchen, ihr Kind anzusprechen, merken schnell, dass sie gar nicht wahrgenommen werden.

"Die Kinder schauen regelrecht durch die Eltern hindurch, als ob sie einen inneren Film verfolgen." Oft riefen sie auch nach den Eltern, ohne dass auf das direkte Antworten eine Beruhigung erfolge. "Eltern stehen dann mit einem Gefühl der Ohnmacht neben ihrem träumenden Kind."

Viele Eltern beunruhigt

Grundsätzlich sei es wichtig zu wissen, dass dieser nächtliche Spuk kein Zeichen für eine Erkrankung oder psychische Probleme sei: "Der Pavor Nocturnus gilt als völlig harmlos, lediglich die Eltern leiden unter dem Stress." Im Normalfall legt sich der Spuk von alleine wieder. Das Kind wache oft kurze Zeit später auf, könne sich aber an nichts erinnern.

"Viele Eltern möchten aber dennoch gerne etwas tun, um ihr Kind während des Pavors zu beruhigen", weiß der Kinder- und Jugendarzt und empfiehlt sanfte Strategien: "Sprechen Sie das Kind an, nehmen Sie es in den Arm und streicheln Sie es." Auf keinen Fall sollten Eltern ihr Kind jetzt schütteln oder anschreien, nur um es wach zu bekommen. "Damit können Sie das Kind nicht nur verletzen, sondern auch massiv erschrecken."

Warum in manchen Nächten der Spuk zuschlägt und in anderen nicht, müssten Eltern individuell beobachten, sagt Fegeler: "Manchmal war der Tag vielleicht sehr hektisch oder das Kind hat besonders viele Erlebnisse zu verarbeiten."

(DAPD/jre)