Natürliche Geburten auf dem Rückzug Mehr Kaiserschnitte in Deutschland – Wahlfreiheit oder Modetrend?

Analyse | Düsseldorf · Jedes dritte Kind kommt in Deutschland per Kaiserschnitt auf die Welt – doppelt so viele wie noch vor 30 Jahren. Fachleute warnen und wähnen natürliche Geburten als beste Variante. Gibt es einen Trend zum Kaiserschnitt, und wenn ja: Wie ließe er sich umkehren?

 In deutschen Krankenhäusern kommt jedes dritte Baby per Kaiserschnitt zur Welt.

In deutschen Krankenhäusern kommt jedes dritte Baby per Kaiserschnitt zur Welt.

Foto: UKD Uniklinik Düsseldorf

Der Name des inzwischen so beliebten wie bekannten Eingriffes geht auf einen Dickschädel der Geschichte zurück. Zumindest der Legende nach, dessen Wahrheitsgehalt heute angezweifelt wird, soll nämlich der spätere römische Diktator Julius Caesar der Erste gewesen sein, der seiner Mutter Aurelia angeblich aus dem Leib geschnitten worden ist. Sein zu großer Kopfumfang habe eine normale Geburt verhindert, so die Erzählung des römischen Gelehrten Plinius. Gaius Julius habe deshalb den Beinamen Caesar bekommen, (aus dem Lateinischen „caedere“ – „schlachten“, „schneiden“). „Sectio caesarea“ – „Kaiserschnitt“, im Englischen „caesarean“ und im Französischen „césarienne“ heißt die operative Methode heute, um ein Kind auf diese Weise auf die Welt zu holen.