Sushi? Mousse au Chocolat? Schnapspralinen? Welche Lebensmittel werdende Mütter essen dürfen – und wo Verzicht nahegelegt wird

Düsseldorf · Es gibt viele Mythen darüber, was während einer Schwangerschaft auf keinen Fall verzehrt werden darf. Wir geben einen Überblick über die richtige Ernährung in der Schwangerschaft.

 Welche Lebensmittel dürfen werdende Mütter essen und wo wird Verzicht nahegelegt?

Welche Lebensmittel dürfen werdende Mütter essen und wo wird Verzicht nahegelegt?

Foto: Pexels/SHVETS production

Sushi, Mousse au Chocolat oder Schnapspralinen? Eine Schwangerschaft stellt das Leben und somit auch die Ernährung einer werdenden Mutter auf den Kopf. Es gibt viele Mythen darüber, was während einer Schwangerschaft auf keinen Fall verzehrt werden darf oder auch wieviel Schwangere zu sich nehmen sollten.

Dass eine zukünftige Mama für zwei Personen essen muss, ist etwa Unsinn. Zwar hat eine werdende Mutter durchaus einen höheren Energiebedarf, der sich in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft um 200 bis 300 Kilokalorien erhöht, doch "Essen für zwei Personen" ist nicht notwendig. Statt der drei großen Hauptmahlzeiten, eignen sich fünf bis sechs kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten. So wird möglicher Übelkeit vorgebeugt, der Blutzuckerspiegel möglichst konstant gehalten und das Gegessene kann besser verdaut werden.

Frauen, die planen schwanger zu werden, sollten auch in diesem Stadium bereits auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten, doch während der Schwangerschaft ist ein nährstoffreicher Essensplan besonders wichtig. So wird die Grundlage für die bestmögliche Versorgung und Entwicklung des Kindes sichergestellt. Es gibt allerdings auch Lebensmittel, auf die Mütter in spe ganz und gar verzichten sollten.

Warum sollte während einer Schwangerschaft auf einige Lebensmittel verzichtet werden?

Einige Lebensmittel, vor allem rohe tierische Produkte, tragen die Erreger von Listeriose und Toxoplasmose in sich. Die beiden Krankheiten sind für gesunde Erwachsene meist ungefährlich, jedoch kann sich auch das ungeborene Kind infizieren. Häufig sind dann Früh-, Fehl- oder Totgeburten die Folge. Welche Lebensmittel während der Schwangerschaft tabu sind oder wo der Konsum eingeschränkt werden sollte, zeigen wir Ihnen hier im Überblick.

Fleisch

Rohes oder rosa gebratenes Fleisch sollte während der Schwangerschaft vom Speiseplan verschwinden, ebenso wie Leber. Letztere enthält zusätzlich sehr viel Vitamin A, das kann dem Ungeborenen in großen Mengen schaden. Durchgebratenes Fleisch und Wurstwaren, die bei der Herstellung erhitzt wurden, können problemlos verzehrt werden.

Fisch

Auf rohen oder geräucherten Fisch sollte in Gänze verzichtet werden, ebenso wie auf Tiefsee und Raubfische. Diese können, neben der Listeriose-Gefahr, mit Schwermetallen oder Quecksilber belastet sein. Trotzdem sollte Fisch nicht gänzlich vom Speiseplan verschwinden, da er wichtige Omega-3-Fettsäuren enthält. Gekocht, gedünstet oder gebraten eignen sich Lachs, Heringe und Sardinen besonders gut.

Käse

Auch Käse muss nicht gänzlich vom Essenstisch verbannt werden. Hier kommt es auf die Sorte an. Während Rohmilch und Rohmilchkäse im Laufe einer Schwangerschaft ungeeignet sind, können Käsesorten aus pasteurisierter Milch ohne Bedenken gegessen werden.

Rohe Eier

Hier besteht zusätzlich die Gefahr einer Salmonellenvergiftung. Das ungeborene Kind kann sich zwar nicht anstecken, allerdings kann es mit dem einhergehenden schweren Erbrechen der Mutter zu einer Unterversorgung des Kindes kommen. Speisen wie Tiramisu, Mousse au Chocolat oder frisches Speiseeis sind daher ungeeignet, vollständig hart gekochte Eier oder gut gebratene Spiegeleier jedoch kein Problem.

Alkohol und Tabak

Auf Alkohol und Tabak sollte während einer Schwangerschaft zwingend in jeglicher Form verzichtet werden. Die Entwicklung des Kindes kann dadurch stark geschädigt werden. Auch Pralinen oder Kuchen mit einem sehr geringen Alkoholgehalt sind tabu. Lediglich ein alkoholfreies Bier ist von Zeit zu Zeit in Ordnung, Schwangere sollten aber auf die Sorten zurückgreifen, die tatsächlich mit 0,0 Volumenprozent daherkommen.

(glaw)
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