Schlafatlas 2017: So schlecht schläft NRW

Bundesweite Studie : So schlecht schläft NRW

In Nordrhein-Westfalen schlafen die Menschen im Durchschnitt sechs Stunden und 42 Minuten pro Nacht. Ein Drittel wird von der Arbeit um den Schlaf gebracht. Das geht aus einem neuen Schlafatlas hervor.

Um 22.17 Uhr gehen in Nordrhein-Westfalen die Lichter aus, dann ist Schlafenszeit. Nirgendwo sonst in Deutschland gehen die Menschen wochentags im Durchschnitt so spät zu Bett wie hier. Das geht aus einem neuen Schlafatlas hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

In der Hauptstadt gehen die Menschen im Ländervergleich übrigens am frühesten schlafen: Um 21.43 Uhr ist Schicht. Deutschlandweit wird durchschnittlich um 22.02 Uhr schlafen gegangen, und um 6.44 Uhr wieder aufgestanden. In NRW klingelt der Wecker indes schon sieben Minuten früher.

40 Prozent wünschen sich mehr Schlaf

Kein Wunder also, dass sich gerade hierzulande 40 Prozent der Menschen mehr Schlaf wünschen, während es deutschlandweit nur 34 Prozent sind. In Rheinland-Pfalz, wo die Menschen im Schnitt sogar schon um 6.35 Uhr aufstehen, gaben allerdings nur 19 Prozent der Befragten an, sich mehr Schlaf zu wünschen.

3941 Menschen haben die Autoren der Studie — der Schlafmediziner Michael Feld und Peter Young, Direktor der Klinik für Schlafmedizin an der Universitätsklinik Münster — für den "Schlafatlas 2017" des Gesundheitsgeräte-Herstellers Beurer befragen lassen. Ergebnis: "Im Norden ist die Schlafzufriedenheit am größten, und die Menschen schlafen deutlich weniger untertags", sagt Mediziner Feld.

In Bayern hingegen gaben 51 Prozent der Befragten an, sich oft oder gelegentlich tagsüber ins Bett zu legen, und 40 Prozent gaben an, gelegentlich unfreiwillig einzunicken. Im Rheinland gaben elf Prozent der Befragten an, tagsüber oft einzuschlafen — der Bundesdurchschnitt liegt hier bei sieben Prozent.

Großstädter schlafen der Studie zufolge besonders unruhig. Lärmbelästigung, höhere Außentemperaturen und der größere Arbeitsstress wirkten sich negativ auf den Schlaf aus, stellten die Forscher fest. In NRW gaben 36 Prozent der Befragten Stress im Job als Grund für schlechten Schlaf an. Das ist der höchste Wert bundesweit (Durchschnitt: 22 Prozent).

Auch das Leben mit oder ohne Kinder macht natürlich einen Unterschied: Singles schlafen demnach täglich 24 Minuten mehr als Paare mit Kindern. Letztere kommen auf sechs Stunden und 42 Minuten Schlaf, was exakt der durchschnittlichen Schlafdauer in Nordrhein-Westfalen entspricht. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei sechs Stunden und 54 Minuten.

Für ihren Schlafatlas haben die Wissenschaftler Feld und Young ein Ranking erstellt, das die Schlafzufriedenheit der Befragten, ihren Wunsch nach mehr Schlaf und den Schlafmittelkonsum berücksichtigt und aus diesen Komponenten eine Punktewertung errechnet. Demnach schlafen die Menschen in Bremen am besten, gefolgt von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Nordrhein-Westfalen landet auf Platz elf, Berlin auf dem letzten Platz.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

Wo schlafen die Deutschen am besten?

1. Bremen

2. Rheinland-Pfalz

3. Saarland

4. Hamburg

5. Hessen

6. Schleswig-Holstein

7. Sachsen

8. Niedersachsen

9. Baden-Württemberg

10. Thüringen

11. Nordrhein-Westfalen

12. Mecklenburg-Vorpommern

13. Brandenburg

14. Bayern

15. Sachsen-Anhalt

16. Berlin

Das Ranking setzt sich aus drei Komponenten mit unterschiedlicher Gewichtung zusammen: subjektive Schlafzufriedenheit (Gewichtung: 70 Prozent), Wunsch nach mehr Schlaf (Gewichtung: 20 Prozent) und Schlafmittelkonsum (Gewichtung: 10 Prozent).

Insgesamt Befragte: 3.491 ab 18 Jahren

Quelle: Breuer Schlaftatlas 2017

(kl)
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