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Rückenschmerzen: Welche Therapien langfristig helfen

Nachhaltiger Umgang : Rückenschmerzen: Welche Therapien langfristig helfen

Rückenschmerzen ade. Lesen Sie hier, was gegen akute Beschwerden hilft, mit welchen Übungen Sie vorbeugen können und welche Maßnahmen bei langanhaltenden Schmerzen wichtig sind.

1. Was gilt bei akuten Rückenschmerzen?

Akute, sprich übermäßig starke, Rückenschmerzen dürfen Sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. In solchen Fällen sollte die Ursache unbedingt ein Arzt abklären, rät der Mainzer Orthopäde Professor Hans-Raimund Casser.

Denn Auslöser von akuten Rückenschmerzen könne zum Beispiel eine Verletzung an der Wirbelsäule sein, so Casser. Oder eine Nervenwurzelreizung, die über den Ischiasnerv bis in die Beine ausstrahlt und dort Schmerzen verursachen kann. In der medizinischen Fachsprache ist dann von einer Lumboischialgie die Rede.

Aber auch Osteoporose - im Volksmund Knochenschwund genannt - kann Casser zufolge akute Rückenschmerzen verursachen.

2. Was tun, wenn Rückenschmerzen lästig, aber aushaltbar sind?

Früher war die Devise, sich ins Bett zu legen und auszuruhen. „Heute gilt Schonen als überholt, sagt Casser, der Mitglied des Präsidiums der Deutschen Schmerzgesellschaft ist.

Stattdessen ist es zumeist nach seinen Angaben besser, in Bewegung zu bleiben und so die Muskeln zu aktivieren und zu kräftigen.

Der Grund: „Durch die Schonhaltung und die damit verbundene einseitige Belastung verspannen die Muskelgruppen, erläutert der Orthopäde David Christopher Kubosch von der Gelenk-Klinik Gundelfingen in Baden-Württemberg.

Die Folge: Das schwächt die Muskulatur, wodurch die Schmerzen nur noch intensiver werden.

Tipp: Besser durch gezielte Gymnastik und ausreichende Bewegung den Verspannungen entgegenwirken. Vorher aber die Ursachen abklären.

3. Was hilft bei Muskelverspannungen im Rücken?

Die Muskulatur lockern und trainieren, ist sinnvoll. Um die Wirbelsäule vor vorzeitigem Verschleiß sowie Schmerzen zu schützen, helfen regelmäßige Rückenübungen.

Kubosch nennt zwei Beispiele:

1. Katzenbuckel:

  • Gehen Sie in den „Vierfüßler Stand, also stützen Sie sich auf die Hände und Knie.
  • Der Rücken ist gerade, der Blick nach vorne, unten gerichtet.
  • Nun machen Sie den Rücken so rund wie möglich und lassen den Kopf dabei locker nach unten hängen.
  • Dann in die Gegenrichtung bewegen.
  • Die komplette Übung zehn Mal wiederholen.
  • Dabei auf mäßigen Kraftaufwand sowie gleichmäßige Bewegungen achten.
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2. Äpfel pflücken:

  • Stellen Sie sich gerade hin.
  • Strecken Sie den linken und den rechten Arm abwechselnd möglichst weit nach oben.
  • Der Blick ist dabei nach oben gerichtet.
  • „20 oder 30 Sekunden genügen, um die Wirbelsäule wohltuend zu strecken und Nacken- sowie Rückenmuskeln zu entspannen, sagt Kubosch.
Auf dem Ball sitzen, trainiert die tiefliegende Rückenmuskulatur.
Auf dem Ball sitzen, trainiert die tiefliegende Rückenmuskulatur. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Auch im Alltag können Sie darauf achten, dass Sie die richtige Haltung einnehmen:

  • Aktives Lesen: Nehmen Sie das Buch, den Entwurf oder das Manuskript in die Hand. Gehen Sie dabei durch den Raum oder die Wohnung.
  • Erholsame Abwechslung: Gestalten Sie das Arbeiten im Homeoffice oder im Büro aktiver und rückenfreundlicher. Verändern Sie möglichst oft ihre Sitzposition. Wechseln Sie öfters zwischen aufrechter, vorgeneigter und zurückgelehnter Haltung. Wählen sie verschiedene Sitzgelegenheiten - etwa Couch, Bürostuhl, Sessel.
  • Aktives Sitzen: Um die Wirbelsäule zu entlasten, sollten Sie den Bürostuhl mehrmals täglich gegen einen Sitzball eintauschen. „Schon nach zehn Minuten haben Sie viel dafür getan, Ihre Rückenmuskulatur zu aktivieren, sagt Kubosch. Durch die Ausgleichsbewegungen trainieren Sie die tief liegenden Muskeln rund um die Wirbelsäule.

Tipp: „Alternativ tut es übrigens auch ein auf den Stuhl gelegtes Balancekissen, so Kubosch. So können Sie den selben Effekt erzielen.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass es keine Zugluft an ihrem Sitzplatz gibt. Denn sie fördert Verspannungen in der Muskulatur.

4. Hilft Wärme bei Rückenschmerzen?

Bei akuten Schmerzen kann Wärme helfen. „Denn sie lockert die Muskulatur, sagt der Orthopäde Professor Bernd Kladny, Chefarzt an einer Fachklinik in Herzogenaurach.

Dafür muss aber klar sein, dass die Beschwerden tatsächlich verspannte Muskeln auslösen - und nicht etwa eine Verletzung oder psychische Probleme.

Dann können Sie diese wirkungsvollen Erste-Hilfe-Maßnahmen am besten ab dem ersten Tag der Beschwerden anwenden, rät Kubosch.

Beispiele für Wärmeanwendungen

Als Pflaster oder Salbe: Wärme kann oft Rückenschmerzen lindern.
Als Pflaster oder Salbe: Wärme kann oft Rückenschmerzen lindern. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

  • Wärmeumschlag: Legen Sie ihn für etwa eine Viertelstunde auf die schmerzende Stelle. Machen Sie anschließend eine Pause von einer Stunde und wiederholen Sie bei anhaltenden Schmerzen den Vorgang.Ebenfalls Wärme bringen:
  • eine Heizdecke,
  • eine Wärmeflasche,
  • ein Kirschkernkissenaus der Mikrowelle,
  • ein Wärmepflasteraus der Apotheke oder Drogerie.
  • ein Wärmebad: „Besonders wohltuend an tristen Tagen sind Basenbäder oder -wickel, wenn Nacken, Rücken oder Schultern schmerzen, erklärt Kubosch. „Die Wärme lockert das Gewebe, die Basensalze neutralisieren die Säure im Bindegewebe - einer der Hauptauslöser für chronische Schmerzen.
  • Infrarot-Bestrahlung: Ob eine kleine Infrarotlampe Zuhause oder spezielle Infrarotwärmekabine in Wellness-Einrichtungen das Prinzip ist das gleiche: Die Infrarot-Strahlen dringen über die Haut tief ins Gewebe ein und erzeugen Wärme. Sie aktivieren die Durchblutung und lösen Muskelverspannungen wie Blockaden.
  • Saunagang: Beim Saunieren erwärmt sich der Körper. Auch dadurch können sich Muskelverspannungen lockern.
  • Wärmepackung aus Fango: Sie wirkt durchblutungsfördernd, muskelentspannend und schmerzlindernd. Das Gesteinspulver vermischt ein Physiotherapeut mit Wasser zu einer schlammigen Masse und erhitzt es auf eine Temperatur von 45 bis 50 Grad Celsius. Die Masse kommt für etwa 20 Minuten auf den Rücken des Patienten. Wichtig zu wissen: Wärme kann Rückenschmerzen meistens lindern, in manchen Fällen wirkt sie aber kontraproduktiv - etwa bei einer akuten Entzündung oder Schwellung. Führt Wärme zu keiner Besserung oder gar zu einer Verschlechterung, sollten Sie die Behandlung unterbrechen.

Hinweis: Oft heißt es, Kühlen sei bei akuten Schmerzen besser. Kladny rät an der Wirbelsäule davon aber ab - anders als bei anderen Muskeln und Gelenken. „Es gibt Menschen, die sehr empfindliche Nieren haben, das verursacht dann unter Umständen mehr Probleme, als das es hilft.“

5. Schmerzen durch Stress: Welche Entspannungsübungen helfen?

Wer Entspannungsübungen praktiziert, kann stressige Situationen etwas lockerer angehen und das vegetative Nervensystem schonen. Weit verbreitet ist die Progressive Muskelentspannung.

Das Ziel dabei ist es, durch Anspannung und anschließende Entspannung den ganzen Körper zu lockern. „Viele Patienten müssen dieses Lockern erst wieder lernen, sagt Kladny, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

„Mit der Progressiven Muskelentspannung schult man die Körperwahrnehmung, so der Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie einer Fachklinik in Herzogenaurach. Ein Beispiel für eine Übung:

  • Nehmen Sie liegend oder sitzend eine entspannte Position ein.
  • Konzentrieren Sie sich auf eine bestimmte Muskelpartie zum Beispiel die Schultern.
  • Spannen Sie diese kurz, etwa zehn Sekunden, an und entspannen Sie die Schulterpartie danach wieder.
  • Wiederholen Sie die Übung mit anderen Muskelpartien, bis der ganze Körper gelockert ist.

Schmerzen vorbeugen: Die Sitzposition am besten häufig wechseln.
Schmerzen vorbeugen: Die Sitzposition am besten häufig wechseln. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Für die Übung, die Sie einmal am Tag machen können, benötigen Sie nicht mehr als zehn Minuten.

Weitere Entspannungsübungen:

  • Bewusst gehen: Nehmen Sie ganz bewusst wahr, wie Ihr Fuß auf den Boden abrollt, aufsetzt und wie sich das anfühlt. Atmen Sie dabei ruhig. Richten Sie für vier Minuten ihre volle Aufmerksamkeit auf die Bewegungsabläufe beim Gehen. Achten Sie darauf, dass sie sanft erfolgen.
  • Bewusst atmen: Setzen Sie sich oder legen Sie sich hin. Atmen Sie nun bewusst ein und aus. Nach jedem Atemzug nennen Sie eine Zahl, beginnend mit eins. Versuchen Sie, wenigstens bis zur Zahl 50 zu kommen. Wenn Sie zwischenzeitlich eine Zahl vergessen oder an etwas anderes denken, fangen Sie wieder bei eins an.Tipp: Noch besser ist es, wenn Sie Stress vermeiden oder reduzieren. Denn dadurch können sich Muskeln noch mehr verkrampfen. Übrigens: Auch Sport und entspannende Techniken wie Yoga oder Pilates können helfen, Stress zu bewältigen und stärken gleichzeitig die Muskulatur.

6. Was bringen Faszienrollen bei Rückenschmerzen?

Das Bindegewebe, das Muskeln und Knochen umgibt, gibt dem Körper Halt und Stabilität. Um die sogenannten Faszien zu stimulieren, können Sie sich mit einer Hartschaumrolle selbst massieren.

Dabei rollen Sie einzelne Körperpartien, etwa Ihren unteren Rücken, aus und wirken so auf Ihre Faszien ein. „Mit der Rolle erwirken Sie im Kern eine Durchblutungssteigerung lokal an der Anwendungsstelle, sagt Ute Merz vom Deutschen Verband für Physiotherapie.

Faszien lassen sich laut Merz grundsätzlich nicht „lockern, da es sich um bindegewebige Strukturen handelt. Die lokale Durchblutungssteigerung könne eine Entspannung der Muskulatur erwirken - allerdings nicht nachhaltig, so die Physiotherapeutin.

Auch Orthopäde Kladny sagt: „Bislang gibt es keinerlei wissenschaftlich fundierte Belege dafür, dass ein Faszientraining tatsächlich etwas bei Rückenschmerzen bringt.

Einen Versuch ist es jedoch wert. Bei einer verspannten Schultermuskulatur kann es hilfreich sein, wenn Sie sich an die Wand stellen und die Schulter auf die Faszienrolle pressen. Durch den Druck des eigenen Körpergewichts dehnt sich das Gewebe und die Durchblutung wird gefördert.

7. Rückenschmerzen: wie vielversprechend ist Physiotherapie?

Physiotherapie kann bei Rückenschmerzen viel bewirken.

„Zunächst gilt es, gemeinsam mit dem Patienten oder der Patientin auszuloten, welche Ursache die Rückenschmerzen haben könnten, sagt Carl Christopher Büttner vom Deutschen Verband für Physiotherapie mit Sitz in Köln.

Danach setzen sich Therapeut und Patient gemeinsam ein Ziel.

Physiotherapeuten leiten Patienten zu Übungen an. „Aber ganz wichtig ist, dass der Patient oder die Patientin sich selbst einbringt und mitmacht, so der Experte.

Die erlernten Übungen müssen Sie also auch regelmäßig zu Hause absolvieren. Idealerweise täglich, mindestens aber dreimal die Woche, etwa 20 bis 30 Minuten, sagt Büttner.

Zu einer Physiotherapie gehören beispielsweise:

  • eine Bewegungstherapie: Dabei geht es darum, Körperfunktionen und -strukturen durch Bewegung wiederherzustellen, zu erhalten und zu stärken. Zugleich führen Physiotherapeuten ihre Patienten an regelmäßige körperlich-sportliche Aktivitäten heran.
  • Krankengymnastik: Das kann eine „Manuelle Therapie sein, bei der die Therapeuten mit speziellen Handgriff- und Mobilisationstechniken Schmerzen beim Patienten lindern und Bewegungsstörungen beseitigen. Krankengymnastik ist oft eine Kombination von „Manueller Therapie, Massage und Bewegungstherapie.
Bei aktuen Rückenschmerzen hilft der Physiotherapeut mit Übungen.
Bei aktuen Rückenschmerzen hilft der Physiotherapeut mit Übungen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

„Idealerweise basiert die Physiotherapie auf einem bio-psychosozialem Ansatz“, erklärt Büttner - schließt also Körper und Psyche mit ein. Denn unspezifische Rückenschmerzen führen Ärzte und Psychologen nicht ausschließlich auf körperliche - also biologische - Belastungen zurückzuführen, sondern auch auf soziale und psychische Faktoren wie Stress, Konflikte oder Depressionen.

Daher geht es bei der Therapie von Rückenschmerzen um

  • Bewegungsübungen
  • Dehnungsübungen
  • Kräftigungsübungen
  • Koordinationsübungen
  • Strategien zur Stressbewältigung

8. Rückenschmerzen: wann ist eine Verhaltenstherapie sinnvoll?

Stress, eine Depression oder seelische Belastungen können Rückenschmerzen verursachen. Wer psychosoziale Faktoren mit Entspannungsübungen nicht allein in den Griff bekommt, kann über eine Verhaltenstherapie nachdenken.

Es gibt dafür speziell geschulte Psychologen. „Der Rückenschmerz ist in solchen Fällen immer ganzheitlich zu behandeln, sagt Psychologin Sonia Sippel. Optimal sei es, wenn die Schmerztherapie durchgeführt wird - in Abstimmung mit:

  • Medizinern
  • Psychologen
  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten

„Oft ist es ein Teufelskreis, sagt Sippel, die in der Rehaklinik Wöhrderwiese in Nürnberg tätig ist. Jemand hat Stress. Dadurch kommt es zu Verspannungen am Rücken. Daraus entwickeln sich Schmerzen. Wegen der Schmerzen bewegt man sich weniger. Die fatale Folge ist Muskelabbau. Wodurch Schmerzen und zusätzlicher Stress auftreten.

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Doch wie sieht eine Verhaltenstherapie bei Rückenschmerzen aus?

Schritt 1: „Meist vermittelt die Psychologin oder der Psychologe dem Patienten zunächst die Zusammenhänge zwischen Psyche und Körper, sagt Sippel.

Schritt 2: Es geht darum, dass Patienten bestimmte Verhaltensmuster erkennen, die zu Schmerzen führen. „Zielführend kann hier beispielsweise sein, ein Schmerztagebuch zu führen.“

Weitere denkbare Schritte: Ein Bestandteil der Therapie können Imaginationsübungen sein. Der Patient begibt sich unter therapeutischer Anleitung gedanklich an einen Ort, wo er sich besonders wohlfühlt - im Wald oder am Meer. Die Ablenkung kann dazu führen, dass Patienten den Schmerz reduziert wahrnehmen.

Therapeut oder Therapeutin leitet den Patienten dazu an, sich weniger auf die Schmerzen zu fokussieren, sondern das Bewusstsein stärker auf die Sinne auszurichten: Schmecken, Hören, Sehen und Spüren.

9. Chronische Rückenschmerzen behandeln - mit oder ohne Operation?

Sie sollte das letzte Mittel sein: „Eine Operation kommt zumeist erst in Frage, wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, sagt Orthopäde und Wirbelsäulenchirurg Kubosch.

Zu den „konservativen Ansätzen zählen in erster Linie Physio- und Bewegungstherapie. Daneben gehören zur traditionellen Schmerzbehandlungd die Einnahme von Tabletten sowie die Nutzung von Pflastern und Cremes.

Tipp: Nichtsteroidale Antirheumatika haben als Creme eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie Tabletten, aber viel geringere Nebenwirkungen, sagt Kubosch. Die Schmerzmittel schlagen nicht so sehr auf den Magen.

„Diesen Effekt kann man sich auch bei unspezifischen Rückenschmerzen zu Nutze machen, so Kubosch. Die Anwendung ist etwas aufwändiger, weil Sie die Salben gut einmassieren müssen, dafür können Sie so ein Schmerzmittel gezielter an schmerzenden Stellen auftragen.

Eine Operation sollte bei Rückenschmerzen immer die letzte Option bleiben. Sie kann allerdings in Frage kommen, wenn:

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  • die Schmerzen die Beweglichkeit und damit die Lebensqualität deutlich einschränken,
  • es zu Störungen der Mastdarm- oder Blasenfunktion (Inkontinenz) kommt - etwa weil die Blasen- oder Beckenbodennerven durch einen Bandscheibenvorfall geschädigt sind,
  • Lähmungen beziehungsweise Gefühlsstörungen auftreten, etwa weil ein Nerv eingeklemmt ist. Dann gilt: „Rückenoperationen müssen grundsätzlich zeitnah erfolgen, so Kubosch. Nur so können Experten Nervenschäden mit lebenslangen Ausfallerscheinungen vermeiden.

Vorteilhaft sind endoskopische Eingriffe. Hierbei arbeitet der Operateur über einen nur einen Millimeter großen Zugang am Körper, es entsteht also keine große Wunde. Es geht weder Knochensubstanz verloren, noch bilden sich Narben am Weichteilgewebe der Wirbelsäule.

Tipp: Wenn es um die Frage geht, ob eine Operation nötig ist, sollten Sie immer die Zweitmeinung eines anderen Arztes einholen.

10. Schmerzen vermeiden: Welche Schlafposition eignet sich?

Die Rückenlage ist die beste Schlafposition gegen Rückenschmerzen, da sie unterstützend auf die Wirbelsäule wirkt, so Kubosch. Idealerweise sind dabei die Arme seitlich angelegt - Vorteile der Rückenlage:

  • Sie kommt der S-Form der Wirbelsäule am meisten entgegen,
  • Das Körpergewicht verteilt sich gleichmäßig,
  • Nacken und Wirbelsäule sind dadurch entlastet.

Manches spricht aber auch für die Seitenlage - mit leichtgebeugten Knien. Dabei strecken und entspannen Sie die Wirbelsäule. So können sich Bandscheiben, Muskeln und Wirbel erholen. Vorausgesetzt, der Rücken ist nicht zu sehr gekrümmt.

Übrigens: Menschen sitzen heutzutage viel zu viel. Daher ist die Zeit der Regeneration im Schlaf besonders wichtig. Wer viel in der Seitenlage mit stark angewinkelten Beinen schläft, der sitzt nachts quasi weiter.

Die Folge: die Muskeln verkürzen sich weiterhin und die Wirbelsäule kann nicht in ihre natürliche S-Form zurückkommen.

„Problematisch ist indes die Bauchlage“, sagt Kubosch. Diese strapaziert erstens den Rücken und zweitens verspannt die Muskulatur des Nackens durch die seitliche Kopfdrehung.

Tipp: Am besten wechseln Sie im Schlaf mehrfach die Liegeposition. Meist passiert das automatisch - zwei Dutzend Mal oder öfters. „Das entlastet die Bandscheiben und kräftigt die Muskulatur, so Kubosch.

Kurzum ob am Tag oder bei Nacht - immer in Bewegung bleiben, lautet das Motto, um Rückenschmerzen zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

© dpa-infocom, dpa:211108-99-910576/57

(dpa)