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Weihnachten: Wie man es schafft, trotz Stress glücklich zu sein

Stress und miese Stimmung statt Happiness : So werden Sie glücklich trotz Weihnachten

Weihnachten naht und damit bei vielen auch Stress und Hektik. Warum ist das so und was müssten wir anders machen, damit statt Weihnachtschaos ein Glücksgefühl breit macht? Wir haben Psychologen befragt.

Im Job noch die letzten wichtigen Dinge vor Jahresende erledigen, Advents- und Weihnachtsfeiern besuchen, Festtagskarten besorgen, Geschenke kaufen, Essen planen, Baum holen – je näher das Fest rückt, desto schneller dreht sich scheinbar der Zeiger an der Uhr. Doch es fehlt nicht nur die Zeit, wir vermissen vor allem Ruhe und Beschaulichkeit. Die Adventszeit und vor allem das heilige Fest werden zum Gegenteil dessen, was wir uns wünschen. Jedes Jahr aufs Neue. Was läuft schief?

„Wir leiden an Weihnachtsillusion“, sagt Psychologin Alexandra Miethner vom Berufsverband des Deutscher Psychologen NRW. Glitzernde Tannenbäume, duftende Braten und Leckereien, fröhlich umherspringende Kinder, liebevolle Menschen, die sich die Wünsche von den Augen ablesen und deren Geschenke immer genau die richtigen sind - schon seit Wochen werden wir allerorts mit Bildern geflutet, die uns vor Augen halten, wie das perfekte Fest auszusehen hat.

Die Folge: Die Erwartung, ein friedvolles und schönes Fest zu erleben wird übergroß. Was Sie tun können, um an den Festtagen nicht im Stress zu versinken, sondern sich glücklich zurückzulehnen:

  • 1. Entrümpeln Sie vor dem Fest

Es ist an der Zeit, einmal ein paar Fragen zu stellen, die die Festtage extrem entstressen könnten, sagt Miethner: Wie stelle ich mir mein Weihnachtsfest vor? Was ist mir wichtig?

„Es gibt Menschen, denen ist Musik sehr wichtig, andere legen Wert auf ein großes Essen“, sagt die Bonner Psychologin. Für andere sei die Bescherung bedeutsam, während es manche mit größter Freude erfüllt, selber schenken zu können. Wichtig für das Gelingen eines glücklichen Festes: Werden Sie sich selbst bewusst, was an Weihnachten für Sie an erster Stelle steht. „Verlieren Sie dies nicht im Wust von Dingen aus den Augen“, sagt Miethner. Ein weiterer Tipp: Sprechen Sie vor dem Fest bereits mit den Menschen, mit denen Sie feiern, über deren Erwartungen. „Es gibt eine Weihnachtsroutine, die dafür sorgt, dass wir vergessen, dass sich unsere Bedürfnisse und auch die anderer im Laufe der Zeit verändern können.“

  • 2. Planen Sie das Fest

Bei allen Traditionen ändern sich auch Dinge. So kann die Weihnachtsgans als Kindheitserinnerung genau das richtige Weihnachtsessen sein. In anderen Fällen kann es günstiger sein, bewusst mit solchen Traditionen zu brechen. Gemeinsam essen zu gehen und erst anschließend zu Hause zu feiern, ist möglicherweise die bessere Wahl. Planen Sie das gemeinsam. „Planung gibt Struktur und Struktur sorgt für ein positives Gefühl“, sagt Miethner. Sie ist zudem das beste Mittel gegen einen der häufigsten Stressfaktoren: das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und fremdbestimmt zu sein.

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  • 3. Verteilen Sie Aufgaben

„Diejenigen, die im Alltag die Organisation innerhalb der Familie inne haben, neigen dazu, auch an Weihnachten alles auf sich zu ziehen“, sagt Miethner. Doch Sie müssen nicht alles selber machen. Verteilen Sie also vorher die Aufgaben, rät die Psychologin. Hilfe beim Einkauf, bei der Essensvorbereitung, dem Aufstellen der Krippe, dem Weihnachtsbaumschmücken – nicht alles muss in der Hand weniger Personen liegen. Voraussetzung allerdings: die Bereitschaft auch wirklich Dinge abzugeben und nicht aus Sorge vor dem Reinfall alles zu kontrollieren. Nur wenn Sie mit der Chefposition vollkommen zufrieden sind und Sie das beflügelt, sollten Sie sich um diese Position „bewerben“, rät die Expertin.

  • 4. Sie sind nicht verantwortlich

Sie können den Baum herrichten und das Essen kochen –also den äußeren Rahmen schaffen. Sie sind aber nicht verantwortlich für die Gefühlslage der anderen. „In vielen Köpfen herrscht die Vorstellung, alles gut machen zu müssen, damit andere glücklich sind“, sagt Miethner. Jeder habe die Verantwortung, das Fest gelingen zu lassen.

  • 5. Überlegen Sie, wie Sie als Gast sein wollen

Natürlich wird unter den Gästen auch wieder der Schwager sein, der sich so furchtbar gerne erzählen hört oder die Großmutter, die immer etwas gegen ihr Outfit hat. Normalerweise explodieren Sie schon beim ersten Satz. Aber:„Es kann ein Geschenk sein sich so weit zurückzunehmen, dass es diesmal nicht zu giftigen Blicken oder zum handfesten Streit kommt. Damit nähert man sich unabhängig aller Überzeugung dem an, was Weihnachten eigentlich ist. Denn es hat einen weihnachtlichen Moment, das Fest der Liebe zu feiern“, sagt Miethner.

  • 6. Investieren Sie nicht all Ihre Energie ins das Projekt Weihnachten

Wenn man seine Energie in ein Projekt steckt und jede freie Minute darauf verwendet, es zum Guten zu bringen, heißt das nicht, dass es auch gut endet. Hinter einem solchen Verhalten, sagt Emma Seppälä, Leiterin des Zentrums für Mitgefühl und Altruismusforschung der University Stanford, stecke die Annahme, dass Erfolg unweigerlich mit Stress einhergehen müsse. Beispiel: Sie legen die volle Aufmerksamkeit darauf, das perfekte Weihnachtsfest auszurichten. Geschehen dann unvorhergesehene Dinge, wird der Stress umso größer.

Seppälä rät in ihrem Buch „Der Trick mit dem Glück“: Kehren Sie das Prinzip um. Wer Glück empfindet, reduziert seine Anspannung, hat positive Gefühle und wird dadurch auch mental flexibler. Mit einer solchen Grundhaltung, kommt man also besser ans Ziel und hat Erfolg mit dem, was man tut. Konzentrieren Sie sich also darauf zu tun, was Sie wirklich glücklich macht. Demnach wird am Ende auch das was am Festtag nicht perfekt war nicht zum Drama. Es wird sich eine Lösung finden.

  • 7. Planen Sie Auszeiten von den anderen ein

Weinachten ist nur schön, wenn man den ganzen Tag ununterbrochen miteinander verbringt. „Falsch“, sagt die Expertin. Intensive Zeit miteinander braucht auch Auszeiten voneinander. Planen Sie Freiräume ein in denen Sie für einige Zeit das tun können, was Sie entspannt. Für den einen kann das eine ruhige Lesezeit sein, für den nächsten ein Spaziergang oder ein Nickerchen.

  • 8. Bewegen Sie sich

Verschiedene Studien zeigen: Bewegung ist ein probates Mittel zum Stressabbau. Gehen Sie auch an den Festtagen dem Sport nach, den Sie sonst betreiben. Auch ein Spaziergang kann klare Gedanken und ein zufriedenes Gefühl bringen.