High-Tech-Hilfe gegen Fressattacke Microsoft entwickelt den Emo-BH

Düsseldorf · Wer kennt das nicht: Stress im Beruf, im Liebesleben oder einfach Schlafmangel - schon steigt die Gier auf Süßes. Microsoft will dagegen nun angehen. Ein spezieller BH soll den Gemütszustand der Frau erkennen, und Warnungen per App aufs Smartphone schicken.

High-Tech-Hilfe gegen Fressattacke: Microsoft entwickelt den Emo-BH
Foto: shutterstock/ Olga DrabovichOlga Drabovich

Gummibärchen, Schokolade, Kuchen - vor allem in Stresssituationen schmecken die Zuckerbomben gut. Dann scheinen sie wundersame Kräfte zu verleihen und irgendwie zum Durchhalten zu bewegen. Das große Problem bei der Sache: weil der sehnsüchtige Griff nach dem Zuckerzeug meist unbewusst abläuft, knabbern viele im Übermaß und leiden anschließend unter den zusätzlichen Pfunden.

Ein High-Tech-BH könnte dem nun ein Ende bereiten. Denn Microsoft Research hat in Zusammenarbeit mit Erin Carroll von der Universität Rochester ein intelligente Wäschestück entwickelt. Mit speziellen Sensoren ausgestattet, misst es Herzfrequenz und Atmung der Trägerin und außerdem die elektrische Leitfähigkeit der Haut. Andere Sensoren erkennen die Bewegung, Beschleunigung und den Schweißausstoß, wie die Universität in der Forschungsstudie erklärt.

Stresswarnung kommt aufs Handy

Die ausgewerteten Daten werden dann auf das Smartphone der Trägerin übertragen und mithilfe der App "Emo Tree" sichtbar gemacht. Zuvor gibt es jedoch noch ein kleinen Fragebogen für die Frau, indem sie ihre aktuelle Stimmung darstellt. Am Ende führt die App ihr dann ihre aktuelle Befindlichkeit vor. So kann die Frau ganz bewusst erkennen, wenn sie unter imensem Stress steht und Gefahr läuft, aus Stress oder Frust Essen in sich hineinzufuttern.

Die Form eines BHs wurde für das Experiment gewählt, weil die Forscher das Ziel hatten, dass das entsprechende Kleidungsstück sowohl lange getragen werden kann, also auch der EKG-Sensor nahe dem Herzen sein muss, um verlässliche Daten zu liefern.

Beim Testen zeigte sich aber auch ein Problem: Der BH musste alle drei bis vier Stunden neu aufgeladen werden. Zu Betonen bleibt, dass das Ganze ein Forschungsprojekt ist und Microsoft keine Pläne verfolgt, BHs auf den Markt zu bringen.

Das größte praktische Problem ist bislang die Akku-Leistung. Der BH müsste, um zu funktionieren, alle drei bis vier Stunden aufgeladen werden. Alltagstauglich ist das nicht. Bislang ist das ganze nur ein Forschungsprojekt. Aber die Forscher arbeiten bereits daran herauszufinden, an welchem Körperteil ein solches Kleidungsstück angebracht werden könnte, und dabei weniger Arbeit verrichten muss, und somit längere Leistung erbringen kann.

(ham)
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