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Depressionen bei Kindern: Wenn man das eigene Kind nicht mehr erkennt

Depressionen bei Kindern : Wenn man das eigene Kind nicht mehr erkennt

Depressionen bei Kindern zeigen dieselbe Problematik wie in der Erwachsenenwelt: Schwer zu deuten kann die Traurigkeit, die Teilnahmslosigkeit oder das mangelnde Selbstbewusstsein auf viele emotionale Schwankungen hinweisen. Eindeutig ist es nicht, aber gefährlich: Also lieber einmal zu oft nachfragen!

Depressionen bei Kindern treten weitaus häufiger auf, als dies allgemein vermutet wird. Zeigt sich das bis dato doch ausgeglichene Kind plötzlich ängstlich und introvertiert, kann das ein Anzeichen einer schweren Depression sein. Reagiert der Jugendliche ohne vorhersehbaren Grund aggressiv, muss das nicht immer zwangsläufig ein Vorbote der Pubertät sein. Im Gegenteil: Diese Anzeichen können auch eine schwere Depression bedeuten.

In den Jahren vom Babybett bis zur Volljährigkeit erleben Kinder eine wahre Flutwelle von emotionalen Veränderungen. Spätestens in der Pubertät ist es dann so weit, dass sie selbst ihre eigenen Verhaltensweisen nicht mehr verstehen. Kein Wunder - die Erwachsenen verstehen das schon lange nicht mehr. Viel zu leicht wird aber der Grund für dieses Verhalten auf die Pubertät geschoben. Depressionen bei Kindern besitzen eine ganz besondere Brisanz. Immerhin sind die Kinder in der Regel nicht derart reif, ihre seelische Trauer benennen zu können. Kleinere Kinder klagen möglicherweise über Bauchschmerzen oder Kopfweh. Ältere neigen zu Aggressionen oder selbstzerstörerischem Verhalten, wie beispielsweise dem Borderline-Syndrom. Die Suizidgefahr ist hoch.

Die Therapie der Depressionen bei Kindern unterscheidet sich von der, die bei Erwachsenen angewandt wird. Behutsam bemüht sich der Psychotherapeut darum, dem Kind wieder Selbstvertrauen zu vermitteln. Eine Variante ist die Spieltherapie, wobei der kleine Patient in einer geborgenen, behüteten Umgebung kleine Erfolge erfährt und wieder ein gesünderes Selbstwertgefühl entwickeln kann. Denkbar sind alle therapeutischen Wege, die dem kleinen Menschen ermöglichen, sich projizierend mit sich und seiner Umwelt auseinanderzusetzen.

Auch im Fall von Depressionen bei Kindern kann es notwendig sein, die angeschlagene Seele durch Psychopharmaka zu stabilisieren. Zumal jedoch nicht alle Medikamente aus der Erwachsenenwelt analog bei Kindern eingesetzt werden können - und hier auch nicht die gleichen Wirkungen zeigen - agiert der verantwortliche Arzt hier sehr sensibel. Eine Johanniskrauttherapie beispielsweise ist ein probates Mittel, um das depressive Kind möglichst vorsichtig zu unterstützen.

(TM)