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Betriebsmedizin: Unternehmensziel Mitarbeitergesundheit

Betriebsmedizin : Unternehmensziel Mitarbeitergesundheit

Immer weniger Fachkräfte müssen immer länger im Arbeitsleben gehalten werden. Der demografische Wandel zwingt Unternehmen jeder Größe, betriebliche Gesundheitsförderung in den Fokus zu rücken.

Gesundheit wird für Unternehmen in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnen. Davon ist der Mediziner Lars-Hendrik Wassenaar, Geschäftsführer der PrevaMed in Münster überzeugt. Das Dienstleistungsunternehmen nutzt neueste medizinische Erkenntnisse und technologische Ansätze, um Lösungen für den Gesundheitssektor zu entwickeln.

"Mitarbeitergesundheit muss als Unternehmensziel etabliert werden", fordert er. Als gelungenes Beispiel für eine moderne betriebliche Gesundheitsförderung nennt er ein weltweit agierendes USUnternehmen mit 61 000 Mitarbeitern in 30 Ländern. Eine webbasierte Präventionsplattform macht den Mitarbeitern Vorsorgemaßnahmen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schmackhaft; erst kürzlich durch einen virtuellen "Laufwettbewerb um die Welt".

Rund 20 000 Mitarbeiter nahmen daran teil und erhielten zu Beginn einen Schrittzähler vom Unternehmen geschenkt. "Über das unternehmensinterne Intranet wurden sie motiviert, jeden Tag 10 000 Schritte zu gehen. Gemessen wurde mit dem Schrittzähler. Gemeinsam sind alle Teilnehmer 18,2 Millionen Kilometer gelaufen und haben dabei 456-mal die Erde umrundet.

Über 65 Prozent der Teilnehmer konnten während des Wettbewerbs ihr Gewicht reduzieren. Das waren durchschnittlich 4,4 Kilogramm oder zusammengerechnet fast 50 Tonnen," erzählt Wassenaar sichtlich begeistert.

Gleichzeitig hatten die Mitarbeiter die Möglichkeit, ihr Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sowie ihr Herzalter auf der Präventionsplattform mit den wissenschaftlich fundierten PROCAMSelbsttests zu bestimmen. Damit konnten sie ihre persönlichen Risikofaktoren beobachten und individuelle Tipps für einen herzgesunden Lebensstil erhalten.

Die Unternehmensführung wiederum erhielt durch anonymisierte Daten und Analysen wertvolle Informationen, um die betriebliche Gesundheitsförderung für die Mitarbeiter zu verbessern. "Die großen Unternehmen tun schon sehr viel", weiß Wassenaar. Noch viel Nachholbedarf sieht er allerdings bei den kleinen und mittleren Unternehmen. "Viele fühlen sich in puncto betrieblicher Gesundheitsvorsorge nicht ausreichend unterstützt", so seine Erfahrung.

Weitere Gründe seien kurzfristiges Denken und mangelnde Kenntnis über die Möglichkeiten: "Über Internetplattformen können auch kleine und mittlere Unternehmen eine erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung mit überschaubaren Kosten und Aufwand in die Tat umsetzen.

Außerdem hat jedes Unternehmen das Recht, lohnsteuerund abgabenfrei bis zu 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter in Gesundheitsförderung zu investieren."