Oberbergischer Kreis: Die Masern sind ausgebrochen – Ausbreitung befürchtet

„Wie ein Schneeballeffekt“ : Im Bergischen breiten sich die Masern aus

Schon im Januar sind im Oberbergischen Kreis die Masern ausgebrochen. Die meldepflichtige Krankheit wurde aus einem benachbarten Kreis eingeschleppt. Jetzt gibt es zwei neue Fälle. Das Gesundheitsamt befürchtet die Ausbreitung und ruft zu Impfungen auf.

Zuletzt infizierten sich zwei erwachsene Männer mit der Krankheit, wie das Kreisgesundheitsamt mitteilte. „Alle bisher aufgetretenen Erkrankungen hängen miteinander zusammen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ursprung der Masern sei „eine Gemeinschaftsverantaltung in einem Nachbarkreis“. Worum es sich dabei genau handelt, konnte Kreis-Pressesprecherin Iris Trespe auf Anfrage nicht sagen.

Fest steht: Die ersten Fälle wurden in Waldbröl gemeldet, wo sich sechs Kinder zwischen zwei und 16 Jahren ansteckten. Einige von ihnen haben in der ansteckungsfähigen Zeit noch ihre Schulen besucht. Danach zeigten zwei Babys, jeweils jünger als ein Jahr, Symptome. Jetzt kommen die beiden Erkrankungen der erwachsenen Männer hinzu. „Diese könnten das Masernvirus in weitere Personenkreise hin zu Arbeitskollegen, Mitpatienten, Familienangehörigen getragen haben, von wo es sich wie ein Schneeballeffekt ausbreitet“, warnt das Kreisgesundheitsamt. Der Oberbergische Kreis stehe in intensivem Kontakt zu allen Nachbarkreisen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

„Wir haben in allen zehn Fällen sofort die Impfpässe der Erkrankten und aller Kontaktpersonen kontrolliert“, sagt Trespe. Alle Menschen, die in Oberberg leben, sollten ebenfalls ihren Impfschutz überprüfen. Das gelte auch für die Nachbarkreise und Städte. Dazu zählen: Der Rheinisch-Bergische Kreis, der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Märkische Kreis, der Kreis Olpe, der Rhein-Sieg-Kreis sowie die kreisfreien Städte Remscheid und Wuppertal.

Das Kreisgesundheitsamt warnt davor, eine Masernerkrankung zu unterschätzen: „Die Masern sind eine hochansteckende, ernstzunehmende Infektionserkrankung, die zu schweren Krankheitsfolgen und durch Hirnschädigung auch zu dauerhafter Behinderung und zum Tod führen kann.“ Bei direktem Kontakt zu Masernerkrankten betrage das Infektionsrisiko mehr als 90 Prozent. Besonders Säuglinge, ältere Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen seien gefährdet, schwer zu erkranken.

Eine weitere Risikogruppe seien junge Erwachsene, die laut Robert-Koch-Institut häufig nicht geimpft seien. „Erwachsene Menschen, die nach 1970 geboren sind, verfügen häufig über keinen Impfschutz und haben die Erkrankung auch nicht durchgemacht“, schreibt das Kreisgesundheitsamt. Vor einer Ansteckung helfe nur eine zweimalige Impfung oder die Immunität durch bereits überstandene Erkrankung.

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