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Epidemie: Zweiter Ebola-Patient in Deutschland

Epidemie : Zweiter Ebola-Patient in Deutschland

Bei dem Erkrankten handelt es sich um einen Ugander. In den USA werden zwei weitere Menschen wegen Ebola behandelt.

Er wollte im Kampf gegen die Ebola-Seuche in Sierra Leone anderen helfen. Nun braucht der Arzt selbst Hilfe, denn nach seiner Ansteckung mit dem Ebola-Virus geht es um sein Überleben. Unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen war der Mann vor wenigen Tagen nach Deutschland geflogen und in die Isolierstation der Universitätsklinik in Frankfurt am Main gebracht worden. Aus dem Klinikum verlautete, der Zustand des Patienten sei ernst. Man müsse die kommenden Tage abwarten.

Wenig ist über ihn bekannt. Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) sagte nur, der Patient stamme aus Uganda und habe als Arzt für eine italienische Hilfsorganisation in Sierra Leone gearbeitet. Die habe über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Auswärtige Amt gebeten, den Mann in Deutschland zu behandeln. Die Kosten würden von der WHO übernommen.

Acht Ärzte und mehrere Pfleger im Schichtdienst kümmern sich um den Patienten. Sie alle tragen Ganzkörper-Schutzanzüge. Die Kapazitäten zur Behandlung von Ebola-Patienten reichen in Frankfurt für sechs Fälle. Die Isolierstation verfügt über eine eigene Luftversorgung. Dadurch wird die Ansteckungsmöglichkeit minimiert.

Der Mann in Frankfurt ist der zweite Ebola-Patient, der in Deutschland behandelt wird. Ende August war bereits ein Erkrankter aus Westafrika zur Behandlung in die Uniklinik Hamburg-Eppendorf gebracht worden. Mit Hinweis auf ihre ärztliche Schweigepflicht verweigern die behandelnden Mediziner alle Anfragen zum Gesundheitszustand der Patienten.

Um eine Ausbreitung der Seuche nach Europa oder in die USA zu vermeiden, sind die Früherkennung von Symptomen und die Dokumentierung von Kontakten möglicher Infizierter erforderlich. In Texas wird ein Liberianer behandelt, der sich in Westafrika mit Ebola angesteckt hatte. Er war nach einer Zwischenlandung in Brüssel in die USA weitergeflogen. Erst nach Tagen brach bei ihm die Krankheit aus; die US-Behörden versuchen nun, die Personen zu finden, mit denen der Mann Kontakt hatte. Vier Menschen seien bereits in Quarantäne, rund 100 würden noch untersucht. Für zehn von ihnen bestehe ein hohes Infektionsrisiko. Nach afrikanischen Berichten hat der Mann auf seinem Ausreiseformular verschwiegen, dass er in Liberia versucht habe, einer an Ebola erkrankten schwangeren Frau zu helfen. Sie sei später gestorben.

Inzwischen wird auch ein für den Sender NBC in Liberia arbeitender Kameramann in den USA wegen Ebola behandelt. Zudem hat ein Krankenhaus in der Hauptstadt Washington einen Patienten mit Ebola-Symptomen aufgenommen. Sein Zustand sei stabil, er befinde sich auf einer Isolierstation und werde auf Ebola getestet, berichteten US-Medien unter Berufung auf eine Sprecherin des Krankenhauses.

"Aus Vorsicht haben wir die angemessenen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, inklusive der Isolierung des Patienten", wurde die Sprecherin zitiert. "Unser Team überwacht das alles in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsbehörde CDC und dem Gesundheitsministerium." Den Berichten zufolge war der Patient zuvor nach Nigeria gereist und hatte, als er wieder zurück in den USA war, Ebola-Symptome entwickelt.

Die Bundeswehr startete gestern ihre Luftbrücke ins westafrikanische Ebola-Gebiet. Eine "Transall"-Transportmaschine brachte fünf Tonnen Hilfsgüter in die liberianische Hauptstadt Monrovia, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Unter anderem die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hatte den Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen Ebola gefordert.

Hier geht es zur Infostrecke: Ebola - Von ersten Fällen zum Internationalen Gesundheitsnotfall

(uhl)