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Liste im Netz: Zusatzstoffe im Tabak auf 1.174 Seiten

Liste im Netz : Zusatzstoffe im Tabak auf 1.174 Seiten

Berlin (rpo). Zigaretten bestehen aus Tabak und ein wenig Papier drum herum - könnte man meinen. Aber weit gefehlt. Als Raucher saugt man ein riesiges Potpourri an verschiedensten Stoffen in seine Lungenflügel. Das Verbraucherministerium hat die Stoffe jetzt einmal in einer Liste zusammengefasst - auf 1.174 Seiten, online abrufbar.

Wie gefährlich die Substanzen sind, wird aber erst in den kommenden Monaten und Jahren bewertet. Verbraucherministerin Renate Künast erklärte am Dienstag in Berlin: "Deutschland ist eines der ersten Länder in Europa, das die Rezepturen der Tabakindustrie öffentlich macht." Einzelne Unionspolitiker forderten, das Rauchen von Zigaretten generell zu verbieten.

Die 1.174 Seiten lange Liste im Internet hat das Verbraucherministerium nach Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak und Feinschnitt unterteilt.

Die einzelnen Zusatzstoffe werden, nach Tabakprodukt-Marken sortiert, gemäß der Menge der Zusatzstoffe aufgelistet. Darüber hinaus wird für Zigaretten auch der Gehalt an Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid je Marke angegeben.

Künast richtete eine Arbeitsgruppe unabhängiger Experten ein, die standardisierte Prüfverfahren für die Bewertung der Giftigkeit der Zusatzstoffe vorschlagen soll. Auch soll die Gruppe entscheiden, welche Substanzen vordringlich untersucht werden.

Die wissenschaftliche Bewertung sollte nach Ansicht der Ministerin auf europäischer Ebene erfolgen, wie schon bei den Lebensmittelzusatzstoffen. Angesichts der Vielzahl der Stoffe sei die Aufgabe national nicht zu schultern.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei der Verbrennung der Zusatzstoffe beim Rauchen gesundheitsgefährdende Stoffe entstehen können. Zusatzstoffe wie beispielsweise Kakao und Honig scheinen Geschmack, Aroma und Bioverfügbarkeit von Nikotin zu beeinflussen.

Es sei vorstellbar, dass damit die Reizwirkung verringert und die Akzeptanz bei den Verbrauchern, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, erhöht werde, erklärte Künast.

(ap)