Tödliches Virus: Zu diesen Zwischenfällen führte die Angst vor Ebola

Tödliches Virus: Zu diesen Zwischenfällen führte die Angst vor Ebola

In Spanien gibt es die erste mit dem Ebola-Virus Infizierte außerhalb von Westafrika, und fast jeden Tag neue Verdachtsfälle auf der ganzen Welt. Wie groß die Sorge vor einer Ausbreitung der Seuche ist, zeigen inzwischen zahlreiche Zwischenfälle – von Streiks bis zu üblen Scherzen, die gründlich daneben gingen.

In Spanien gibt es die erste mit dem Ebola-Virus Infizierte außerhalb von Westafrika, und fast jeden Tag neue Verdachtsfälle auf der ganzen Welt. Wie groß die Sorge vor einer Ausbreitung der Seuche ist, zeigen inzwischen zahlreiche Zwischenfälle — von Streiks bis zu üblen Scherzen, die gründlich daneben gingen.

Seit bekannt wurde, dass sich die Krankenschwester Teresa R. in einem Krankenhaus in Madrid mit dem Ebola-Virus angesteckt hat, wächst die Sorge, dass sich der Virus auch außerhalb von Westafrika ausbreitet — trotz aller Notfallpläne und Schutzmaßnahmen. Wie genau sich die Krankenschwester angesteckt hat, ist noch nicht klar, sie selbst soll aber einem Arzt gesagt haben, dass sie sich mit einem Handschuh ins Gesicht gefasst habe.

Der Fall allerdings schlägt weiter hohe Wellen. So äußerten sich etwa die Nachbarn von Teresa R. besorgt, weil sie keiner informiert habe und sie nicht wüssten, wie sie sich verhalten sollten. Bei vielen scheint Unwissenheit darüber zu herrschen, wie die Ansteckungswege des Virus' sind.

Auch der Bruder der Krankenschwester, José R., bekommt inzwischen die Auswirkungen dieser Angst zu spüren. Wie er der Zeitung "El País" sagte, hat er wegen der Erkrankung seiner Schwester seinen Job als Zimmermann verloren. Die Person, für die er arbeite, habe ihm gesagt, er solle besser nicht wiederkommen — nur für den Fall der Fälle. Es ist nicht der einzige Zwischenfall in diesen Tagen.

Übler Scherz an Bord eines Flugzeuges

So hat ein Passagier auf einem Flug von den USA in die Dominikanische Republik Angst unter den Mitreisenden verbreitet, in dem er sagte: "Ich habe Ebola, ihr seid alle geliefert." Nach der Landung, so berichtet unter anderem die dominikanische Zeitung "Diario Libre", sei ein Sondereinsatz-Team der örtlichen Gesundheitsbehörde an Bord gekommen und habe den Mann abgeführt. Videos auf Youtube zeigen, wie die Männer in blauen Schutzanzügen an Bord kommen. Der Mann selbst, der eigentlich in der Dominikanischen Republik Urlaub machen wollte, musste zurück in die USA.

Sorge vor einer Ansteckung in einem Flugzeug haben auch die Reinigungskräfte am New Yorker Flughafen La Guardia. Sie legten für einen Tag die Arbeit nieder und weigerten sich, die Maschinen sauber zu machen aus Angst, sich anzustecken. Sie hätten keinen ausreichenden Schutz, wenn sie Erbrochenes wegwischen oder die Bordtoiletten reinigen müssten. Ein Flugzeug, dass eine Ebola-Patientin nach Norwegen bringen sollte, durfte zudem in Madeira nicht zum Auftanken zwischenlanden.

Ärger am Hals wegen eines üblen Postings auf Facebook hat nun auch eine Frau in Ost-Thüringen, die dort schrieb, dass sie sich mit dem Virus infiziert habe und daher allen, die mit ihr Kontakt hatten, rate, sich untersuchen zu lassen. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet, hatte die Frau zunächst behauptet, sie hätte das Posting nicht verfasst, aber es nach einer Vernehmung dann doch eingeräumt. Nun werde gegen sie ermittelt wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat.

Panik an Pariser Schule

Freiwillig das Trainingslager seiner Nationalmannschaft verlassen hat zudem der guineische Stürmer Lass Bangoura. Der Grund: Seine Team-Kollegen vom spanischen Erstligisten Rayo Vallecano hatten ihn angerufen und ihm gesagt, dass sie sich Sorgen wegen Ebola machten. Der Spieler entschloss sich daher, zurückzukehren, um sie zu beruhigen.

Ähnlich beunruhigt waren auch Eltern in der Pariser Vorstadt Boulogne-Billancourt, als ein Schüler nach einem Besuch bei Verwandten in Guinea wieder den Unterricht besuchte. Aus Angst, der Neunjährige könnte sich angesteckt haben, weigerten sich manche Väter und Mütter, ihre Kinder in die Schule zu schicken — vor allem weil die Inkubationszeit noch nicht abgelaufen ist, schreibt etwa die "Kleine Zeitung" aus Österreich. Dass der Junge kein Fieber hat und laut Ärzten kerngesund sei, wollte manche der Eltern allerdings nicht beruhigen.

Wenig zur Beruhigung beitragen dürfte zudem eine Studie, die das Max-Planck-Institut für Informatik ausgerechnet jetzt veröffentlicht hat. Demnach ist das Risiko für Passagiere bei Reisen über den Frankfurter Flughafen, sich mit ansteckenden Krankheiten anzustecken, größer als an allen anderen großen Flughäfen.

(das)
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