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Zeitumstellung am Sonntag: Sommerzeit 2020 - Tipps und Infos

Zeitumstellung am Sonntag : Was Sie über die Sommerzeit wissen müssen

Am Wochenende steht die Umstellung auf die Sommerzeit an. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Warum das so ist, was bei dabei hilft und wie es um die Abschaffung der Zeitumstellung steht.

Wann ist die Zeitumstellung 2020?

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, also am 29. März. Um zwei Uhr nachts werden die Uhren um eine Stunde auf drei Uhr vorgestellt. Wenn 1.59 Uhr auf Ziffernblatt oder Digitaluhr angezeigt wird, folgt also als nächstes die drei und nicht die zwei. Damit verkürzt sich die Nacht um eine Stunde.

Sommerzeit oder Winterzeit: Wann wird die Uhr vorgestellt und wann zurück?

Mit einer Eselsbrücke kann man sich das ganz leicht merken. Im Frühjahr stellt man die Gartenmöbel vor das Haus, um im Sommer auf der Terrasse zu sitzen – also muss auch die Uhr vorgestellt werden. Wenn es Winter wird, kommen die Gartenmöbel zurück in den Keller oder ins Gartenhaus – genauso wird auch die Uhr zurückgestellt.

Kann die Zeitumstellung zu gesundheitlichen Problemen führen?

Es ist zwar nur eine Stunde, doch auch dieser Mini-Jetlag kann sich bemerkbar machen. Gereiztheit, Unruhe, Kopfschmerzen und Schlafprobleme sind Symptome, von denen viele Menschen nach der Zeitumstellung berichten. Grund ist die innere Uhr, die im Gegensatz zu der am Armgelenk oder im Handy nicht binnen Sekunden verstellt werden kann. Wenn der Wecker also am Sonntag 21 Uhr abends anzeigt, vermeldet die innere Uhr immer noch 20 Uhr. Ähnlich wie ein Jetlag, der durch die Zeitumstellung beim Reisen passiert, kann es mehrere Tage oder Wochen dauern, bis sich der Körper auf die Sommerzeit eingependelt hat.

Warum gibt es die Zeitumstellung?

Seit 1980 dreht Deutschland im Frühjahr und Herbst an der Uhr. Ursprünglich ging es um bessere Energienutzung: Abends ist es dadurch eine Stunde länger hell. Dadurch machen die Menschen im Sommer abends seltener das Licht an. Dafür wird im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr geheizt, denn die Sonne geht während der Sommerzeit später auf. Der tatsächliche Nutzen ist deshalb umstritten.

Schafft die EU die Zeitumstellung ab?

Seit Jahren zeigen Umfragen, dass die Zeitumstellung in vielen europäischen Ländern sehr unbeliebt ist. Deshalb hat die EU-Kommission, um vor den Europawahlen 2019 Handlungsfähigkeit und Bürgernähe zu demonstrieren, eine Online-Umfrage in der EU gestartet. Dabei sprachen sich 84 Prozent der rund 4,6 Millionen Teilnehmer, darunter 3 Millionen Deutsche, für eine Abschaffung aus; die meisten Menschen votierten für eine dauerhafte Sommerzeit. Auch die Bundesregierung ist für dieses Modell.

Aber noch ist die Abschaffung nicht abschließend geregelt. Nach dem Willen des EU-Parlaments soll zwar im März 2021 zum letzten Mal an der Uhr gedreht werden. Allerdings gilt es, einen Flickenteppich innerhalb der EU zu vermeiden, der durch eine fehlende Abstimmung zwischen den Mitgliedsstaaten entstehen würde.

Auch NRW-Innenminister Herbert Reul ist für eine Abschaffung der Zeitumstellung. In diesem Pro- und Contra tauscht er seine Argumente mit RP-Politikchef Martin Kessler aus.

Welche Zeit soll bleiben?

Denkbar sind entweder eine ständige Winterzeit, die über Jahrzehnte bereits die Normalzeit in Deutschland war. Die deutliche Mehrheit der Deutschen ist allerdings für eine ständige Sommerzeit.

Generell sollen die Mitgliedstaaten aber künftig selbst entscheiden, ob sie dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit anwenden wollen. Dabei haben die Länder durchaus unterschiedliche Positionen. In Mitteleuropa gibt es im Moment eine große Zeitzone von Polen bis Spanien, zu der Deutschland und 16 weitere EU-Länder gehören. Käme für alle 17 Staaten die dauerhafte Sommerzeit, hieße das für Spanien im Winter Dunkelheit bis kurz vor zehn Uhr morgens. Einigen sich alle auf Winterzeit, würde es in Warschau im Sommer schon um drei Uhr nachts hell. In der Umfrage der EU sprachen sich die meisten Menschen für eine dauerhafte Sommerzeit aus.

Forscher warnen unterdessen vor negativen Folgen einer ewigen Sommerzeit. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) spricht sich für eine dauerhafte „Normalzeit“ aus. Die bisherige Winterzeit entspreche den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten seien. Besonders Schüler und Studenten wären stark negativ von einer dauerhaften Sommerzeit betroffen, weil das Lernen bei zu wenig Schlaf stark eingeschränkt werde.

Und was hat die Frühjahrsmüdigkeit mit der Zeitumstellung zu tun?

Besonders große Probleme mit der Zeitumstellung im Frühling haben Menschen, die auch unter der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit leiden. Was im Volksmund meist mit einem Schmunzeln ausgesprochen wird, ist ein gesundheitliches Phänomen. Auslöser ist die Umstellung des Körpers von der dunklen Winterzeit auf den hellen Frühling und Sommer. Während im Winter durch die geringe Sonneneinwirkung im Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin gebildet wird, muss sich der Körper im Sommer darauf einstellen, das Gute-Laune-Hormon Serotonin und Vitamin D zu produzieren.

Da diese Umstellung nicht einfach auf Knopfdruck passiert, sondern eher in einem stetigen Wechsel zwischen Winter- und Sommer-Hormon, ist diese Phase bis zum endgültigen Zustand für den Menschen mit Stimmungsschwankungen und Abgespanntheit verbunden – der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit. Studien der Deutschen Gesellschaft für Gesundheit und Prävention ergaben, dass fast jeder zweite Deutsche mit entsprechenden Symptomen zu kämpfen hat.

Das hilft, mit der Zeitumstellung besser fertig zu werden:

  • Gehen Sie in den Tagen vor der Zeitumstellung abends früher zu Bett, um sich rechtzeitig an die neue Uhrzeit zu gewöhnen.
  • Unternehmen Sie Spaziergänge beim ersten Tageslicht am Morgen und sorgen Sie für möglichst viel Licht im Büro. Das hilft, die innere Uhr nach vorne, also auf den Sommer einzustellen.
  • Versuchen Sie, abends auf viel helles Licht zu verzichten, denn das hält die innere Uhr in der Winterzeit. Empfehlenswert sind deswegen in den Tagen um die Zeitumstellung abendliche Aktivitäten wie Kino, Konzerte oder Theater.

Hier geht es zur Infostrecke: Sommerzeit - die wichtigsten Tipps

(kron/ham)