Zecken sind die gefährlichsten Tiere Deutschlands

Zehn erstaunliche Fakten : Zecken - Die gefährlichsten Tiere Deutschlands

Im Sommer sind Zecken immer ein großes Problem. Dieses Jahr sind die Blutsauger wegen des milden Winters schon jetzt auf dem Vormarsch. Wir erklären, warum Experten die Tiere als die gefährlichsten hierzulande bezeichnen, und nennen neun weitere etwas eklige, aber wichtige Fakten.

Von einer Zecke gebissen zu werden, gehört für viele zu den größten Sorgen in der warmen Jahreszeit - und das zurecht.

1. Zecken sind die gefährlichsten Tiere Deutschlands

Die Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt bezeichnet die Zecke als das gefährlichste Tier in Deutschland. Grund dafür ist, dass die Tiere nicht nur FSME und Borreliose übertragen können, sondern auch andere Viren und sogar Fadenwürmer. Zudem hat der Wirt kaum eine Chance die Blutsauger beim Angriff zu bemerken - und sie haben ein extrem starkes Durchhaltevermögen.

2. Zecken ertrinken nicht

Wie zäh Zecken wirklich sind, zeigen verschiedene Studien. Wer etwa glaubt Zecken, die sich möglicherweise in der Kleidung versteckt haben, durch die Waschmaschine töten zu können, der irrt: Die Tiere überstehen eine Wäsche bei 40 Grad locker. Erst ab einem Waschgang bei 60 Grad oder bei den hohen Temperaturen im Trockner verenden sie. Das gleiche gilt für das Wegspülen im Waschbecken. Wie Tests in Aquarien zeigten, können Zecken unter Wasser bis zu 30 Tagen überleben. Aus diesem Grund sollten die Blutsauger besser nicht im Waschbecken landen, denn sie könnten wieder aus dem Rohr krabbeln.

3. Zecken kommen zehn Jahre lang ohne Nahrung aus

Auch aushungern lassen sich die Parasiten nur schwerlich. Wie Labortests zeigten, stehen die Tiere nach einer Blutmahlzeit bis zu zehn Jahre ohne weitere Blutzufuhr durch. In der freien Natur wird dabei immer noch von drei bis fünf Jahren ausgegangen.

4. Zecken erfrieren nicht

Nicht mal das Gefrierfach bringt absolute Sicherheit. Bei einem Test wurden Zecken für 24 Stunden bei - 4 bis - 13 Grad im Tiefkühler gehalten. Das Ergebnis: Die Hälfte der Versuchstiere kam unversehrt aus dem Eisfach.

5. Zecken können ganze Wälder überwinden

Klar, Zecken aber sehr kurze Beine und sind keine Langstreckenläufer, aber das müssen sie auch nicht sein. Statt dessen reisen sie als blinde Passagiere, etwa an gefälltem Holz, das abtransportiert wird oder sie wandern mit ihrem Wirt, etwa an Vögeln oder Rehen.

6. Zecken riechen mit dem Vorderbein

Das Manöver, mit dem Zecken ihren Wirt finden, ist dabei gut durchstrukturiert. Die kleinen Tiere krabbeln auf Gräser oder Sträucher, maximal 1,50 in die Höhe, und strecken dann ihr Vorderbein aus. Daran sitzt das Riechorgan der Parasiten, das so genannte Hallersche Organ. Damit können sie bestimmte Duftstoffe aus der Luft filtern und erkennen, wenn sich ein Wirt in der Nähe befindet. Kommt dieser an den Blutsaugern vorbei, reicht dem Tier schon ein Sekundenbruchteil an Berührung aus, um sich an Haut oder Fell festzuhalten.

7. Die Zecke klebt sich am Wirt fest

Damit der Wirt sie nicht bemerkt, injiziert die Zecke zunächst ein Betäubungsmittel. Dann sticht sie ihren Stachel in die Haut. Nur daran liegt es, dass Menschen es nicht bemerken, wenn sich an ihnen eine Zecke festsetzt, denn ihr Stachel ist tatsächlich wesentlich dicker, als der einer Mücke.

Doch der Parasit hat noch einen zweiten Trick auf Lager, mit dem er verhindert, dass er einfach weggekratzt wird: Die Zecke verspritzt etwa fünf bis 30 Minuten nach dem Einstich einen Klebstoff, der sie mit dem Wirt fest verklebt.

8. Gegen Zecken-Krankheiten kann man nur bedingt impfen

Gegen Hirnhautenzündung, die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), kann man sich impfen lassen. Dafür sind drei Spritzen nötig. Danach wird alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt. Häufiger allerdings überträgt der Blutsauger die so genannte Lyme-Borreliose. Eine Krankheit die im Verlauf zu Gelenkentzüdungen und Schäden am Nervensystem führen kann. Behandelt wird sie in der Regel mit Antibiotika. Um festzustellen, ob eine Übertragung stattgefunden hat, können Betroffene nur die Bissstelle beobachten. Ist der Erreger übertragen worden, kommt es dort zu einer ringförmigen Rötung.

9. Zecken legen bis zu 20.000 Eier auf einmal

Ein Zeckenweibchen kann zwischen 2000 und 20.000 Eier auf einmal ablegen. Weil es so viele sind, werden die Eier auch Zeckenkaviar genannt. Die Eier sind durch eine Wachschicht sowohl geschützt, als auch miteinander verbunden.

10. So lassen sich Zecken doch töten

Um eine Zecke wirklich zu töten, muss sie zerschlagen oder zerquetschen werden. Dabei sollte man aber nicht in Berührung mit den Körpersäften des Tieres kommen, da sie die Krankheitserreger enthalten können. Die bloßen Finger eignen sich also nicht um sie zu zerquetschen. Besser ist es, die Zecke zwischen zwei Hälften eines Papiers zu legen, und mit einem Glas darüber zu fahren. Übrigens: Mit einem Schuh lassen sich Zecken ebenfalls nicht erschlagen. Tests haben gezeigt, dass die meisten der Tiere diesen Versuch überleben.

Hier geht es zur Infostrecke: Die zehn wichtigsten Zecken-Infos

(ham)