Lebensmittelunverträglichkeit: Wenn Milch plötzlich zu Beschwerden führt

Lebensmittelunverträglichkeit : Wenn Milch plötzlich zu Beschwerden führt

Jeder fünfte in Deutschland klagt nach dem Verzehr von Milchshakes, Pizza und Sahnetorte über Bauchschmerzen und Übelkeit. Was für viele aussieht wie ein harmloser Virusinfekt, könnte ein Indiz für Laktoseintoleranz sein.

Gerade bei den herbstlichen Temperaturen ist ein heißer Kakao und ein warmer Apfelstrudel mit Vanilleeis perfekt für einen Tag auf der Couch. Doch nach 15 bis 30 Minuten kommt es bei Ihnen zu Bauchkrämpfen und Übelkeit? Das könnte an einer Laktoseintoleranz liegen, einer Milchzuckerunverträglichkeit.

Grund für die Unverträglichkeit

Laktose ist der in Milchprodukten enthaltene Zucker.Um ihn spalten zu können, benötigt der Körper ein bestimmtes Enzym, die Lactase. Liegt eine Laktoseintoleranz vor, hat der Körper die Produktion des Enzyms eingestellt oder stark vermindert. Der unverdauete Milchzucker löst dann im Darm durch Gärungsprozesse diverse unangenehme Symptome aus. Die gängigsten sind Schmerzen im Unterbauch, Übelkeit, Aufstoßen und Durchfall.

Da die beschriebenen Symptome einer Laktoseintoleranz auch Allgemeinschmerzen sein könnten, wird in den seltenen Fällen direkt Laktoseintoleranz diagnostiziert. Dadurch denken viele man hätte sich einen Virus eingefangen oder etwas falsches gegessen.

>> Mehr dazu: Die Kalzium-Lüge - Wie Milch krank macht

Mittels Diät-Tagebuch Diagnose selbst stellen

Laktoseintoleranz lässt sich ganz einfach durch einen Selbstversuch erkennen. Dabei sollte einige Wochen vollständig auf Milchprodukte verzichtet und die Symptome dokumentiert werden. Es ist wichtig sich dabei über die Inhaltsstoffe verschiedener Lebensmittel zu informieren. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass Milchzucker auch zur Haltbarmachung verwendet wird. Viele Wurstsorten enthalten deshalb Laktose. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe ist bei jedem Einkauf unerlässlich. Nach dieser Diät sollten etwa 50-100 Gramm gelöster Milchzucker in einem Glas Wasser zu sich genommen und dann beobachtet werden, wie der Körper auf die Zufuhr reagiert.

Der "Trink-Test" lässt sich mit einem Atemtest verbinden. Bei Milchzucker-Unverträglichkeit entstehen durch Vergärung der Laktose größere Mengen an Wasserstoff im Darm. Das Gas geht teilweise ins Blut über und wird ausgeatmet. Mit einem speziellen Gerät kann der Gasgehalt im Atem gemessen werden. Vorteil an diesem Test ist, dass er keine Zweifel an der Intoleranz zulässt. Der Nachteil: Bei starken Symptomen muss der Betroffene unter Umständen noch von der Arztpraxis den Weg nach Hause finden.

Ernährungsumstellung

Laktose befindet sich in fast jedem Produkt, da es auch oft als Haltbarmacher gilt. Für laktoseintolerante Menschen werden im Supermarkt aber spezielle Produkte angeboten. Inzwischen sind bereits Joghurt, Käse, Milch und Produkte wie Fleischsalat für Menschen mit Milchzuckerunverträglichkeit vorhanden. Auf Soja muss also nicht zwingend umgestiegen werden.

Oftmals hilft es jedoch, den eigenen Stoffwechsel durch ausprobieren auf die Probe zu stellen. Denn viele der betroffenen Patienten können eine gewisse Menge Laktose täglich vertragen. Die Ernährung kann also angepasst werden. Eine unkomplizierte aber konstenintensive Möglichkeit, den eigenen Stoffwechsel zu unterstützen sind Lactase-Tabletten. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke zu bekommen, und übernehmen die Spaltung des Milchzuckers für den Körper.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fünf Fragen zur Laktoseintoleranz

(ham)