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Was Sie über Schwefelsäure wissen müssen

Chemieunfall in Oberhausen : Was Schwefelsäure so tückisch macht

Nach dem Chemieunfall in Oberhausen ist eine Schadstoffwolke über die Stadt gezogen. Rund 150 Menschen meldeten sich wegen Atembeschwerden bei den Rettungskräften. Doch was ist Schwefelsäure und wie gefährlich ist sie?

Schwefelsäure ist einer der wichtigsten Grundstoffe in der chemischen Industrie. Verwendet wird Schwefelsäure zur Herstellung von Dünger, Wasch- oder Arzneimittel sowie von Sprengstoffen. Sie ist außerdem ein Bestandteil von Batteriesäure in Autobatterien.

Beim Umgang mit der aggressiven, in reinem Zustand öligen und farblosen Säure ist Vorsicht geboten: In konzentrierter Form zerstört sie organisches Gewebe wie Haut oder Fleisch. Gelangt die Säure in die Augen, droht Blindheit. Gelangt sie durch Nebel in die Augen, drohen Reizungen, Rötungen und Augenbrennen. Vermischt sich konzentrierte Schwefelsäure mit Wasser, wird starke Hitze freigesetzt, so dass die Mischung zu kochen beginnen kann.

Das Tückische: Nicht immer tritt die Reaktion sofort auf. In manchen Fällen kann es zu deutlichen Verzögerungen kommen. Auf der Haut macht sich ein Kontakt zunächst dadurch bemerkbar, dass die entsprechende Stelle warm wird. Es bilden sich nur langsam heilende und sehr schmerzhafte Wunden. Meist bleiben Narben zurück.

Als Nebel hat Schwefelsäure einen starken Eigengeruch. Mediziner warnen davor sie einzuatmen. Es kann dabei zu Reizungen der oberen Atemwege kommen. Je nach Dosis kann das Einatmen zu Husten, Schmerzen in der Brust und Krämpfe in den Atemwege führen. Im schlimmsten Fall droht der Atemstillstand. Die Symptome können über Stunden zunehmen.

Ist die Kleidung in Kontakt mit Schwefelsäure gekommen, muss sie sofort von der Haut entfernt werden. Angegriffene Stellen müssen mindestens 15 Minuten lang mit Wasser abgespült werden. Allerdings sollte das nur von einem Arzt gemacht werden, da die Art der Reinigung von der Schwere der Verletzung abhängt - und unter Umständen noch mehr Schaden anrichten kann.

Wer nur über Nebel Kontakt hatte und keine Hautverletzungen zeigt, der muss keine Maßnahmen ergreifen. Betroffene mit Atemwegssymptomen dagegen, müssen sich unbedingt möglichst schnell medizinisch behandeln lassen.

(ham)