Studie: Warum die Lebenserwartung weltweit steigt

Studie : Warum die Lebenserwartung weltweit steigt

Sechs Jahre Lebenszeit haben die Menschen in Deutschland in den letzten 20 Jahren hinzugewonnen. Weltweit werden aber Japaner am ältesten, das ergab eine aktuelle Studie zum Thema Lebenserwartung. Welche die häufigsten Lebensretter und Todesursachen sind - ein Überblick.

Im Fachmagazin "The Lancet" wurde die weltweit größte Studie zum Thema Lebenserwartung veröffentlicht. Mehr als 700 Forscher haben darin die Sterbefälle in 188 Ländern und 240 Sterbeursachen untersucht.

Wie aus der Global Burden of Disease Study hervor geht, hat sich die Lebenserwartung zwischen 1990 und 2013 für Männer um 5,8 Jahre für Frauen um 6,6 Jahre erhöht. In Deutschland ist die Lebenserwartung seit 1990 um 5,4 Jahre gestiegen und beträgt mittlerweile 83,1 Jahre für Frauen und 78,2 Jahre für Männer. Im weltweiten Vergleich belegt Deutschland damit Platz 20 bei den Frauen und Platz 25 bei den Männern.

Daran sterben weniger Menschen

Die gute Nachricht für die Industrieländer ist, dass die Sterberate für die meisten Krebsarten um rund 15 Prozent gesunken ist. Für Herzerkrankungen fiel sie sogar um 22 Prozent. Speziell in Deutschland sind die häufigsten Todesursachen außerdem Schlaganfall, Lungenkrebs, Alzheimer und Darmkrebs. Speziell in den Entwicklungsländern sank die Todesrate durch Durchfall- und Atemwegserkrankungen sowie durch Komplikationen bei der Geburt. Zudem sanken die Tödesfälle durch Masern um 83 Prozent, durch Durchfall auf 51 Prozent.

In ärmeren Ländern wie Nepal, Ruanda oder Niger verzeichneten die Wissenschaftler sogar einen Anstieg der Lebenserwartung um mehr als zwölf Jahre. In Indien verlängerte sich die Lebensspanne von Männern um etwa sieben Jahre, von Frauen um etwa zehn.

Daran starben mehr Menschen

Weltweit waren die Haupttodesursachen Schlaganfall, Herzerkrankungen und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Manche Todesursachen legten allerdings auch deutlich zu. So stieg die Sterblichkeit durch Leberkrebs, verursacht durch Hepatitis C, seit 1990 um 125 Prozent, die durch Herzrhythmusstörungen verdoppelte sich.

Auch drogenbedingte Probleme nahmen als Todesursache zu (63 Prozent), ebenso wie Nierenerkrankungen (37 Prozent), Diabetes (9 Prozent) und Bauchspeicheldrüsen-Krebs (7 Prozent). Durch den Krieg in Syrien wurden 2013 schätzungsweise 30.000 Menschen getötet.

2030-Geborene werden deutlich älter

Insgesamt ist über die vergangenen 23 Jahre jedoch ein positiver Trend zu verzeichnen. Sollte der sich weiter fortsetzen, dürften Männer und Frauen, die im Jahr 2030 geboren werden, weltweit eine mittlere Lebenserwartung von 78,1 und 85,3 Jahren haben.

Die Forscher der Studien weisen daraufhin, dass eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre sei, sich auf diese Entwicklungen einzustellen und entsprechend zu reagieren.

Statistik der Weltgesundheitsorganisation im Vergleich

Zuletzt hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Mai 2014 eine ähnliche Statistik vorgestellt. Darin hieß es, dass bei den 2012 geborenen Frauen die Japanerinnen mit durchschnittlich 87 Jahren am längsten leben, bei den Männern sind es die Isländer mit 81 Jahren. In Deutschland liegt die Lebenserwartung von Männern und Frauen des Jahrgangs 2012 demnach bei 78 und 83 Jahren.

(ham )