Drogen-Studie für Deutschland: Viele nehmen Crystal Meth bei der Arbeit

Drogen-Studie für Deutschland : Viele nehmen Crystal Meth bei der Arbeit

In der kommenden Woche stellt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung die Ergebnisse einer Studie zum Konsum von Crystal Meth in Deutschland vor. Schon vorab werden Details mit beunruhigender Aussage bekannt: Die Droge ist auf dem Vormarsch und kommt oftmals im Arbeitsalltag zum Einsatz.

Die Droge Crystal Meth wird der aktuellen Studie zufolge nicht nur in Szene-Kreisen konsumiert. Das berichten der "Spiegel" und die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Forschungsarbeit. Die erste öffentlich geförderte Crystal-Meth-Studie in Deutschland soll in der kommenden Woche von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), veröffentlicht werden.

Etwa die Hälfte gab laut "Welt am Sonntag" in der nicht repräsentativen Befragung an, bei der Arbeit auf das Methamphetamin zurückzugreifen. Als Motiv für den Drogenkonsum wurde zudem eine "angenehme Wirkung der Substanz" angeführt.

Nach "Spiegel"-Angaben nennt ein Drittel der annähernd 400 Befragten "Schule und Studium" als Grund für den Crystal-Meth-Konsum. Als weitere Risikogruppe hätten die Forscher des Hamburger Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung "konsumierende Eltern" ausgemacht.

Laut der Umfrage unter annähernd 400 Konsumenten von Crystal und Speed gab eine große Mehrheit der Befragten (73,7 Prozent) an, Crystal Meth bei Raves oder Partys zu konsumieren. Die Studie zeigt laut "WamS" aber auch, dass viele beim Sex (50,3 Prozent) auf die Droge zurückgreifen, die auch als Stimmungsaufheller genutzt wird. Rund ein Viertel der Befragten (26,6 Prozent) gab an, die Droge aus dem grenznahen Ausland zu beschaffen.

Die Sicherheitsbehörden warnen vor der Ausbreitung der Droge, die häufig in Tschechien hergestellt wird und deshalb bislang vor allem in Sachsen und Bayern ein großes Problem ist. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA) sagte der "WamS", es sei mit einer "weiteren Ausweitung des Phänomens" zu rechnen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), sagte dem "Spiegel", es gebe "Hinweise auf eine Ausweitung der Droge aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet bis hin in grenzfernere Regionen, insbesondere in deutsche Großstädte". Sie forderte "mehr Aufklärung".

Crystal ist eine synthetische Droge, macht schnell abhängig und wird für den deutschen Markt vor allem in tschechischen Drogenlabors produziert. Für die Nervenzellen ist Crystal hochgiftig. Vor allem der Langzeitkonsum kann zu Nervenschäden, Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen, Zahnausfall, Herzproblemen, Hautentzündungen und Psychosen führen. Laut BKA wurden 2012 insgesamt 2556 Menschen erstmals wegen der Droge bei den Behörden auffällig, das waren 51 Prozent mehr als im Jahr davor.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Was Crystal Meth aus Menschen macht

(AFP/dpa)
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