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Studie der Universitätsmedizin Göttingen: Viele Deutsche stigmatisieren Übergewichtige

Studie der Universitätsmedizin Göttingen : Viele Deutsche stigmatisieren Übergewichtige

Fast ein Viertel aller Deutschen stigmatisiert Übergewichtige aufgrund ihres Gewichts. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Universitätsmedizin Göttingen und des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Insgesamt 23 Prozent der Befragten bewerten sehr dicke Menschen demnach negativ. Unterschiede gibt es bei Alter, Geschlecht und Bildungsstand.

Während die Stigmatisierung von Übergewichtigen mit dem Alter noch steigt, nimmt sie mit steigender Bildung deutlich ab. Auch stigmatisieren Frauen stärker als Männer.

Regional zeigten sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Während in den alten Bundesländern 25 Prozent der Befragten dicke Menschen stigmatisieren, sind dies in Ostdeutschland 15 Prozent.

Darüber hinaus ergab die Studie einen klaren Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Stigmatisierung und einer möglichen Benachteiligung im Berufsleben. 14 Prozent der Bevölkerung würden, wenn sie Personalentscheidungen zu treffen hätten, demnach Übergewichtige wegen deren Gewichts nicht einstellen.

Übergewicht allein als Folge von Willensschwäche und Faulheit anzusehen, sei wissenschaftlich widerlegt, erklärte Studienleiter Thomas Ellrott. Es gebe sowohl genetische Ursachen als auch Umwelteinflüsse, die erheblichen Einfluss auf das individuelle Gewicht hätten.

Stigmatisierung und Diskriminierung von Übergewichtigen könnten zu Depressionen und geringem Selbstwertgefühl führen. Für die Studie befragte TNS 2001 Teilnehmer.

Hier geht es zur Infostrecke: Diese Folgen hat Übergewicht

(AFP)