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Flibanserin noch nicht marktreif: "Viagra" für Frauen: US-Behörde will mehr Forschung

Flibanserin noch nicht marktreif : "Viagra" für Frauen: US-Behörde will mehr Forschung

Nach dem bahnbrechenden Erfolg von Viagra als potenzsteigernder Pille für den Mann sucht die Pharmaindustrie schon seit Jahren fieberhaft nach einem Pendant für Frauen - doch dies will nicht so recht klappen.

Die US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) verlange eine tiefergehende Forschung über mögliche Nebenwirkungen dieses Mittels namens "Flibanserin", bevor es zugelassen werden könne, teilte das in Raleigh im US-Staat North Carolina ansässige Labor am Dienstag mit.

Der Einwand der FDA bedeutet einen erneuten Rückschlag für das Unternehmen in der nunmehr 15 Jahre andauernden Suche nach einem Mittel, das die weibliche Lust steigert. Große Pharmaunternehmen wie Viagra-Erfinder Pfizer oder Procter & Gamble stürzten sich in den ersten Jahren nach der erfolgreichen wie lukrativen Markteinführung von Viagra in die Forschung, doch mittlerweile tummeln sich vor allem kleine Startup-Unternehmen auf diesem Feld.

Sprout Pharmaceutical erwarb "Flibanserin" 2011 vom deutschen Konzern Boehringer Ingelheim, nachdem dieser nach einem ablehnenden Bescheid der FDA das Handtuch geworfen hatte. Studien von Boehringer zeigten damals, dass Frauen nach Einnahme der Pille nur einen bescheidenen Aufwärtstrend in ihren "sexuell befriedigenden Ereignissen" verzeichnet hatten.

Ein Ausschuss der FDA stimmte 2010 einstimmig gegen die Pille wegen ihrer schwachen Wirkung und der Nebeneffekte wie Müdigkeit, Schwindelgefühl und Übelkeit.

Auch Sprout, ein von einem Ehepaar geführtes Labor, konnte bisher offenbar nicht die Tücken der Pille ausmerzen. In einer Studie der Firma berichteten zehn Prozent der Probandinnen nach täglicher Einnahme des Mittels von auftretender Schläfrigkeit.

Die FDA will jetzt zudem erforscht haben, wie die Pille mit anderen Medikamenten reagiert und ob sie die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Beobachter schreiben die Schwierigkeiten, eine "weibliche" Viagra zu finden, unter anderem der weiblichen Libido zu, die von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst werde.

Sollte Sprout doch eines Tages die Genehmigung der FDA bekommen, wäre "Flibanserin" vor allem für Frauen geeignet, die kurz vor der Menopause stehen und an fehlender sexueller Lust leiden. Aber auch dann müsste das Unternehmen Ärzte finden, die das Mittel verschreiben: Oft genug herrsche noch Skepsis vor, hieß es.

(ap)