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Medizinmesse Medica: Trend zur Telemedizin ungebrochen

Medizinmesse Medica : Trend zur Telemedizin ungebrochen

Kommende Woche öffnet in Düsseldorf die weltgrößte Medizinmesse Medica wieder ihre Tore. Der Megatrend lautet Telemedizin. Der Patient muss nicht mehr für jeden Check zum Arzt.

Für jeden Check zum Arzt oder ins Krankenhaus - die Zeiten könnten bald vorbei sein. Der moderne Patient misst mit Smartphone-Applikationen seine wichtigen Vitaldaten künftig zu Hause und sendet sie via Handy-App in die Praxis. Telemedizin und immer kleinere und ausgefeiltere Behandlungsgeräte sind die ungebrochenen Trends der weltgrößten Medizinfachmesse Medica.

Mehr als 4600 Aussteller aus über 60 Ländern präsentieren vom 20. bis zum 23. November auf der Medica in Düsseldorf Neuheiten in der ambulanten und stationären Patientenversorgung. Dazu gehören auch "intelligente" Prothesen oder Implantate etwa gegen Inkontinenz, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit. Der Arzt kann den künstlichen Harnschließmuskel mit einer speziellen Fernbedienung nach der Operation anpassen. Hüftprothesen mit Sensoren erfassen einen zu lockeren Sitz des Implantats.

Vernetzung ist das Stichwort für Patienten. Ein Pflaster auf der Haut ermittelt Puls, Temperatur und Schrittzahlen, aufwendiges Verkabeln mit Elektroden ist nicht mehr notwendig. Der Arzt kann die Werte dann von einem Internetportal abrufen. Auch beim Ultraschall geht der Trend zu kabellosen und damit keimfreien Untersuchungen. Die Bilder werden per Funk übermittelt. Ultraschallbilder werden immer präziser und dringen tiefer in Gewebe ein als früher. Auch bei der Pflege alter oder demenzkranker Menschen helfen Tabletcomputer mit Navigationssystemen für tägliche Aktivitäten und sensorgesteuerte Alarmsysteme. Ein neuartiges Pflegebett merkt über Sensoren, wenn ein pflegebedürftiger Mensch nachts ohne Hilfe das Bett verlassen will und sendet eine Nachricht an die Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Herten.

Jeder zweite Besucher der Medica kommt inzwischen aus dem Ausland. Vergangenes Jahr hatte die Messe insgesamt rund 130 000 Besucher. Vor allem das Exportgeschäft beschert der deutschen Medizintechnikindustrie weiterhin wachsende Umsätze. Für dieses und nächstes Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von jeweils rund drei Prozent. Der Gesamtumsatz könnte 2014 die Marke von 23 Milliarden Euro überschreiten, sagte Jan Wolter vom Fachverband Spectaris.

Besonders in Schwellenländern wie China, Russland oder Brasilien steigt die Nachfrage etwa nach medizintechnischer Basisausstattung für Krankenhäuser und Praxen. Auf den klassischen Märkten in der EU, Nordamerika und Japan dämpfe der steigende Kostendruck in den Gesundheitssystemen dagegen die Nachfrage.

Hier geht es zur Infostrecke: Wo wir von Telemedizin profitieren

(dpa)