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Spitzentreffen im Gesundheitsministerium: Steinmeier: Trotz Skandals Organe spenden

Spitzentreffen im Gesundheitsministerium : Steinmeier: Trotz Skandals Organe spenden

Vor dem Spitzentreffen im Gesundheitsministerium über Konsequenzen aus dem Organspendeskandal an diesem Montag in Berlin hat der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, gesetzliche Änderungen in Aussicht gestellt.

"Es ist nun Sache der beteiligten Organisationen an der Organspende, auch der Ärzteschaft, das Vertrauen wiederherzustellen. Falls dazu gesetzliche Änderungen nötig werden, ist meine Fraktion bereit, kurzfristig darüber zu beraten und im Bundestag zu entscheiden", sagte Steinmeier.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) trifft sich am Montag mit den Verantwortlichen von Ärzteschaft, Kassen und Ländern zusammen, um über die Folgen des Transplantationsskandals an den Universitätskliniken Göttingen und Regensburg zu beraten. Mindestens zwei Mediziner stehen im Verdacht, Krankenakten gefälscht zu haben, um ausgewählte Patienten bevorzugt mit Organen zu versorgen.

Bahr will nun unabhängige Sonderkontrolleure in den Kliniken einsetzen. Steinmeier appellierte an die Deutschen, sich den Mut zur Organspende durch die verantwortungslosen Taten Einzelner nicht nehmen zu lassen. "Entscheiden Sie sich für die Organspende. Jetzt erst recht."

Steinmeier selbst hatte seiner Ehefrau Elke Büdenbender 2010 eine Niere gespendet. Tausende Menschen stünden auf der Warteliste für ein Spenderorgan, sagte Steinmeier. "Ihr Leben hängt davon ab, dass sich andere Menschen bereiterklären, Organe zu spenden." Die kriminellen Taten einzelner Ärzte hätten diesen Menschen viel Hoffnung genommen und Vertrauen gekostet.

(brö)