Silvester 2017 / 2018: Feinstaub und andere Gefahren

Jahreswechsel 2017/ 2018: Feinstaub und andere Gefahren zu Silvester

Wenn das Silvesterfeuerwerk gestartet wurde, ist die Luft vielerorts zum Schneiden. Dabei entsteht schädlicher Feinstaub - und der ist zum Jahreswechsel besonders hoch konzentriert. Aber es gibt noch weitere Gefahren für die Gesundheit.

Ein Feuerwerk mit lauten, bunten Böllern und Raketen gehört fest zu Silvester. Was schön am Himmel funkelt, kann aber schädlich sein. Das gilt auch für andere Traditionen.

Durch Feuerwerk entsteht Feinstaub. In einer Silvesternacht sind das rund 4000 Tonnen, wie das Umweltbundesamt angibt. Das entspricht etwa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Feinstaubmenge.

An Silvester ist die Luftbelastung somit häufig vor allem in Städten so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Winzige Feinstaubpartikel können die Atemwege reizen und auf Dauer die Lungenfunktion stören - besonders gefährlich für Asthmatiker.

Das Sprengstoffgesetz regelt in Deutschland, wie laut es knallen darf. Feuerwerkskörper der Kategorie 2, die nur für Erwachsene erlaubt sind, dürfen in einer Entfernung von acht Metern gemessen nicht lauter als 120 Dezibel sein - in dieser Höhe beginnt das Schmerzempfinden.

Gefährlich wird es für die Ohren, wenn dieser Abstand nicht eingehalten wird. Denn die Schallenergie erhöht sich drastisch, je näher man bei der Lärmquelle steht. So ist sie bei nur zwei Metern Abstand gleich rund zehnmal so hoch wie bei einer Distanz von acht Metern. Bei illegalen Knallern ist die Lautstärke unkalkulierbar, weil sie nicht geprüft werden.

Die meisten Raketen bestehen überwiegend aus Schwarzpulver und einer Mischung aus Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel. Von außen ist nur die Verpackung aus Karton, Holz, Ton oder Kunststoff zu sehen.

  • Silvester-Feuerwerk : Bei Knallern und Raketen auf zwei Kennzeichen achten

Außerdem enthalten die Knaller sogenannte Effektsätze, die die Raketen pfeifen und sie in bunten Farben erstrahlen lassen. Strontium sorgt zum Beispiel dafür, dass die Raketen rot leuchten, Kupfer für eine Blaufärbung, Barium für Grüntöne und Calciumsalze erzeugen orange-gelbe Farbeindrücke.

Böllerabfälle sollten im Restmüll entsorgt werden, rät Thomas Probst vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. "Blindgänger sollte man am besten wässern und eine halbe Stunde im Eimer liegen lassen." Das Schwarzpulver mit den Salzen wird so unschädlich gemacht und kann dann in der schwarzen Tonne entsorgt werden.

In Parks und auf Grünflächen sollte auf das Knallen ganz verzichtet werden, fordert der Naturschutzbund Nabu. Bei vielen Tieren löse der ungewohnte Lärm Panik aus. Für Vögel bestehe etwa die Gefahr, dass sie die Orientierung verlieren.

Beim Erhitzen von Blei entstehen giftige Bleioxide, die über die Atemwege aufgenommen werden können. Beim Anfassen der Figuren gelangt Blei an die Hände und bei Kindern auch leicht in den Mund. Das Schwermetall kann das Nervensystem, Hirn, Niere und Leber schädigen.

Schon geringe Mengen können beim Nachwuchs die Intelligenz beeinträchtigen. Wer nicht ganz auf die Tradition verzichten will, sollte Wachs statt Blei benutzen, wie das Umweltbundesamt empfiehlt.

(csr)