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USA: Polizei bewacht Familie unter Ebola-Verdacht

USA : Polizei bewacht Familie unter Ebola-Verdacht

Nicht nur der erste Ebola-Patient der USA selbst, sondern auch die Begleitumstände beschäftigten die Behörden. Der Patient Eric Duncan hatte nach seiner Rückkehr aus Liberia bei einer liberianischen Familie aus Dallas übernachtet. Auch sie steht nun unter Beobachtung, hielt sich jedoch nicht eine Ausgangssperre.

Um die Quarantäne einhalten zu können, bewachen nun bewaffnete Polizisten die Wohnung der Familie. Die Dekontaminierung der Wohnung verzögerte sich wegen Zweifeln über die Entsorgung möglicherweise verseuchter Gegenstände, wie der Direktor der Gesundheitsbehörde CDC, Tom Frieden, eingestand.

Louise Troh, ihr 13-jähriger Sohn und zwei Neffen wurden in ihrer Wohnung in Dallas unter Hausarrest gestellt, nachdem sie sich nicht an eine behördliche Anordnung gehalten hatten, zu Hause zu bleiben, wie Richter Clay Jenkins erklärte. Der Leiter der Gesundheitsbehörde von Texas, David Lakey, sagte, das gewährleiste, dass die vier nach ihrem Kontakt mit Duncan besser auf mögliche Ebola-Symptome beobachtet werden könnten.

Duncan war im September aus Liberia in die USA gereist. Als er an Fieber erkrankte und ein Krankenhaus in Dallas aufsuchte, schickte man ihn zunächst mit Antibiotika wieder nach Hause. Zwei Tage später musste er mit einem Rettungswagen eingeliefert werden, die Ärzte stellten dann das Ebola-Virus fest. Durch diese Umstände hat sich der Kreis der möglicherweise Infizierten nach Behördenangaben auf bis zu 100 erhöht. Unter besonderer Beobachtung steht eine Kerngruppe von 12 bis 18 Menschen, die direkten Kontakt mit Duncan hatten, die übrigen hatten wiederum Kontakt mit dieser Gruppe.

In einem Interview zeigte sich Troh, die Duncan vor der Ebola-Diagnose bei sich hatte wohnen lassen, verzweifelt über ihre Lage. Sie habe gedacht, dass sie Tausende Kilometer von ihrem Heimatland Liberia vor der dort um sich greifenden Seuche sicher sei, sagte sie der Nachrichtenagentur AP. "Niemand denkt daran, dass so etwas passiert." Sie und ihre Familie belaste, dass sie unter Hausarrest stünden, sagte sie weiter. "Wer will schon gerne eingesperrt sein?" Private Sicherheitsleute und Polizisten riegelten ihr gesamtes Wohngebäude mit 300 Parteien ab.

Unter anderem sollten Gesundheitsbeamte Bettzeug und Handtücher wegbringen, die Duncan benutzt hatte. Ein Spezialteam war bereits am Donnerstagabend in die Wohnung gekommen, sollte die Arbeit aber erst am Freitag fertigstellen. Die Familie müsse dafür auch aus der Wohnung gebracht werden, sagte Stadtsprecher Richard Hill.

"Die Herausforderungen sind real", sagte CDC-Direktor Frieden am Freitag auf die Frage, warum das Apartment nicht sofort dekontaminiert worden sei. Es sei der erste Ebola-Fall in den USA und es sei wichtig, dass Dinge, die entfernt werden, auch ohne Risiko entsorgt werden, sagte er in der "Today"-Show auf NBC.

Der US-Sender vermeldete selbst einen eigenen Ebola-Fall unter seinen Reportern. Der amerikanische Kameramann sei an dem Virus erkrankt und werde zur Behandlung in seine Heimat ausgeflogen, teilte NBC-Präsidentin Deborah Turness am Donnerstag mit. Zurückgeholt werde auch das restliche Nachrichtenteam in dem westafrikanischen Land sowie die medizinische Korrespondentin Nancy Snyderman. Die Mannschaft werde als Vorsichtsmaßnahme 32 Tage lang unter Quarantäne gestellt.

Die USA wollen nun bis zu 1000 weitere Soldaten zum Kampf gegen Ebola nach Westafrika entsenden. Verteidigungsminister Chuck Hagel habe diesen Schritt genehmigt, sagte Pentagonsprecher John Kirby am Freitag. Vor zweieinhalb Wochen hatte das Pentagon bereits die Entsendung von bis zu 3000 Soldaten angekündigt. Es sei aber nicht sicher, dass die Zahl tatsächlich auf 4000 steige, sagte Kirby. Die Truppen würden laufend ärztlich untersucht. Kirby stellte zudem klar, dass sie keine medizinische Hilfe leisten würden: "Dies sind keine Ärzte, keine Krankenschwestern." Es handle sich viel mehr um Experten für Logistik und gut ausgebildete Ingenieure.

(ap)