Zehnmal so viel wie zu normalen Zeiten: NRW von Grippewelle besonders betroffen

Zehnmal so viel wie zu normalen Zeiten : NRW von Grippewelle besonders betroffen

Die Grippe ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Wie aus dem neuen Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, wurden in dieser Saison seit Spätherbst bereits knapp 15.000 Fälle von Grippe bestätigt.

Allein in der vergangenen Woche waren es knapp 3000 Fälle. Von allen Proben, die ausgewählte Praxen deutschlandweit bei Patienten mit Grippesymptomen nahmen, sind 65 Prozent positiv. Das ist zehnmal so viel wie zu normalen Zeiten.

Bislang zählten die Experten offiziell 17 Grippetote im Alter von neun bis 87 Jahren. Die Grippewelle zählt zu den heftigsten der vergangenen zehn Jahre. Die höchsten Fallzahlen gibt es in der Gruppe der Babys und Kleinkinder bis vier Jahre. Den höchsten Anstieg von Grippefällen (22 Prozent) verzeichnete das RKI in der vergangenen Woche bei den über 59-Jährigen.

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und der Osten sind derzeit besonders betroffen. Offenbar sind die Viren in diesem Jahr besonders aggressiv. "Bei meinen Patienten dauert die Erkrankung länger als sonst üblich", berichtet Dirk Mecking, Hausarzt in Duisburg und Vorsitzender des Hausärzteverbandes Nordrhein.

Während in anderen Jahren die Patienten meistens nach einer Woche wieder genesen seien, seien viele in diesem Winter bis zu 14 Tage mit "hohem Fieber" und "starkem Reizhusten" krank. Bei 20 bis 30 Prozent der Betroffenen träten auch Durchfallerkrankungen mit der Grippe auf.

Sein Wartezimmer sei in diesen Tagen voll, berichtet der Arzt. Es komme teilweise auch zu längeren Wartezeiten. Am Ende des Tages seien aber alle Patienten versorgt, betonte Mecking.

Nach Analysen des Robert-Koch-Instituts wird auch in diesem Jahr das H1N1-Virus am häufigsten nachgewiesen. Das Virus hatte 2009 unter dem Namen "Schweinegrippe" weltweit eine Pandemie ausgelöst. Symptome und Auswirkungen des Erregers erwiesen sich aber weniger schlimm als befürchtet.

Hier geht es zur Infostrecke: Grippewelle – So schützen Sie sich vor einer Infektion

(qua)
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