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Vorsorgemaßnahme: NRW kauft Anti-Grippe-Mittel für 33,5 Millionen Euro

Vorsorgemaßnahme : NRW kauft Anti-Grippe-Mittel für 33,5 Millionen Euro

Düsseldorf (rpo). Den Vorsorgemaßnahmen gegen eine befürchete weltweite Grippe-Epedemie schließt sich jetzt auch Nordrhein-Westfalen an. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers erklärte am Freitag in Düsseldorf, das Land beteilige sich am nationalen Influenza-Pandemieplan und schaffe für 33,5 Millionen Euro einen Vorrat antiviraler Medikamente an.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann beteiligt sich Nordrhein-Westfalen am Beschaffungspool der norddeutschen Länder, der diese Medikamente vorhalten und eine gegenseitige Unterstützung der Bundesländer gewährleisten werde. "Die Kosten hierfür werden in den Nachtragshaushalt 2005 eingestellt. Der Medikamenten-Vorrat kann also noch in diesem Jahr angelegt werden. Die Haltbarkeit wird mehrere Jahre betragen, so dass diese Investition Schutz für eine mittelfristige Zukunft bedeutet."

Dass sie eine relativ große Menge des Medikaments einkaufen wollen, begründeten Rüttgers und Laumann mit den besonderen Bedingungen im bevölkerungsreichsten Bundesland. Wegen des größten deutschen Ballungsraums, dem Ruhrgebiet, und zahlreichen internationale Flughäfen könne sich die Krankheit wesentlich schneller ausbreiten. "Das war der Grund, für NRW die volle Absicherung zu beschließen", sagten Rüttgers und Laumann.

Die eingelagerten Arzneimittelmengen würden ausreichen, um im Falle einer Grippe-Pandemie alle betroffenen Patienten zu versorgen, erklärten die CDU-Politiker. Fachleute gingen davon aus, dass im schlimmsten Fall etwa 30 Prozent der Bevölkerung durch die Grippe gefährdet seien. Davon würde wiederum maximal ein Drittel tatsächlich erkranken. "Somit ist die Vollversorgung für NRW sichergestellt", erklärten Rüttgers und Laumann.

Grippe-Pandemien könnten sowohl durch Impfung wie durch antivirale Arzneimittel bekämpft werden. Die Entwicklung eines Impfstoffes sei aber erst nach Ausbruch der Pandemie und Bestimmung des Virus möglich. "Die Medikamente dienen der Behandlung der Krankheit und verhindern die weitere Ausbreitung", erläuterte Laumann.

(ap)